19.100 Euro – so viel erhielt ein Aufsichtsratsmitglied 2007 im Durchschnitt. Das ist zu wenig, sagt jetzt eine Kienbaum-Studie auf Basis von knapp 1700 befragten Unternehmen. Demnach würden die Aufsichtsratsbezüge in Deutschland inzwischen stagnieren, während sie in den Vorjahren noch moderat gewachsen seien. Ein Viertel der Kontrolleure verdiene derzeit weniger als 5000 Euro brutto, rund die Hälfte erhalte nicht mehr als 10.000 Euro jährlich. Mehr als 40.000 Euro zahlen hingegen nur elf Prozent der Unternehmen ihren Aufsichtsräten.

Laut Studie erhalten die höchsten Gesamtbezüge Aufsichtsräte in DAX-Unternehmen: 117.000 Euro jährlich werden dort im Schnitt gezahlt. Mehr als 300.000 Euro zahlt sogar die Deutsche Bank jedem ihrer 20 Aufsichtsräte im Jahr. Damit ist sie Spitzenreiterin im DAX. An zweiter Stelle folgt VW, das die Arbeit seiner Kontrolleure mit 214.700 Euro pro Kopf vergütet. Das sparsamste DAX-Unternehmen hingegen ist Adidas: Dort erhält ein Aufsichtsrat nur 24.500 Euro im Jahr. Nicht börsennotierte Unternehmen vergüten die Tätigkeit ihrer Aufsichtsräte wiederum mit lediglich 12.000 Euro jährlich.

aufsichtsratbezuge

Quelle: Kienbaum

Die Vergütung werde damit „dem tiefgreifenden Wandel der Aufsichtsratstätigkeit nicht gerecht“, moniert Kienbaum-Geschäftsführer Alexander v. Preen. „Von den einzelnen Mitgliedern werden immer mehr Kenntnisse und Fähigkeiten gefordert.“ Wer für sein Unternehmen künftig professionelle Kontrolleure haben möchte, müsse diese auch entsprechend bezahlen. Eine erfolgsabhängige Vergütung sei vielleicht bei Vorständen der richtige Weg, nicht aber bei Aufsichtsräten. Schließlich ginge es „hier um Kontrolle und nicht um operative Unternehmensführung.“