Die 12-Monate-Strategie für Social Media
Social Media - während die einen bei diesem Begriff in Begeisterungsstürme ausbrechen und stundenlang in Vorteilen und Chance schwelgen können, fühlen sich andere angesichts der schieren Masse an Möglichkeiten überfordert. Vor allem Unternehmen, die in die Social Media einsteigen, haben oft ein Problem: Themen und Ideen sind zwar vorhanden, doch wie lässt sich eine tragfähige und nachhaltige Kommunikationsstrategie aufbauen? Mit dem 12-Monats-Plan zeigen wir, eine Option, wie Sie eine Social Media Strategie entwickeln können. Jeder Monat ist einer anderen Facette gewidmet, so entsteht im Lauf des Jahres eine tragfähige Struktur...

Die 12-Monats-Strategie für Social Media

  1. Januar: Standort bestimmen

    Das Jahr beginnt mit einer klassischen Standortbestimmung. Nehmen Sie Ihr Unternehmen und die verfügbaren Ressourcen und bestehenden Kommunikationskanäle unter die Lupe. Wo sind Sie bereits aktiv? Welche Kanäle laufen gut, was kann noch besser werden? Wie viele Mitarbeiter und Zeit können und wollen Sie für die Unternehmenskommunikation einsetzen? Analysieren Sie den aktuellen Stand ganz nüchtern und ehrlich. Nur so erkennen Sie, wo eventuell externe Hilfe nötig ist und was Sie bereits selbst beherrschen.

  2. Februar: Ziele überprüfen

    Weiter geht es mit den Zielen. Überprüfen Sie Ihre bestehenden Ziele kritisch, passen Sie diese auf Ihre aktuelle Situation und vor allem Ihre Ausrichtung für das Jahr an. Unterscheiden Sie dabei bitte ganz präzise zwischen kurz-, mittel- und langfristigen Zielen. Definieren Sie diese so konkret wie möglich.

  3. März: Kriterien festlegen

    Ihre Ziele stehen fest? Wunderbar, jetzt gilt es, die Maßstäbe und Kriterien für die Erfolgs- und Qualitätsmessung zu verschriftlichen. Welche Kennzahlen und Faktoren werden Sie für die Messung heranziehen? Welche Daten kommen zum Einsatz und wie werden diese erhoben? Um Erfolg und Qualität wirklich sicht- und messbar zu machen, müssen Sie unbedingt auch die dafür notwendigen Systeme und Prozesse festlegen.

  4. April: Monitoring ausbauen

    Dass in den Social Media aktives Zuhören gefragt ist, haben Sie garantiert schon mehr als einmal gehört. Doch das ist so nicht richtig, konkret geht es darum, die Konversationen, Diskussionen und Themen rund um Ihr Unternehmen und Ihre Marke mitzubekommen, Nur so können Sie aktuelle Themen aufgreifen und auf Fragen und Probleme reagieren. Daher ist der Monat April ganz dem Monitoring gewidmet. Suchen Sie sich die für Sie passenden Tools und Dienste aus und schulen Sie Ihre Mitarbeiter im richtigen Einsatz dieser Werkzeuge.

  5. Mai: Experimente wagen

    Einer meiner Lieblingssprüche: "Veränderung ist nicht immer gut, doch ohne Veränderung wird nichts besser." Gerade in den flexiblen und lebendigen sozialen Netzwerken brauchen Unternehmen und Kommunikatoren Mut für neue Ansätze. Im Mai sollten Sie daher experimentieren. Wenn Sie den Test neuer Formate klar kommunizieren und/oder bereit sind, eventuell aufkommende Kritik als Lernerfahrung zu verbuchen, ist das kein Problem, sondern ein logischer Entwicklungsschritt.

  6. Juni: Prozesse definieren

    Fans und Kunden erwarten in den Social Media in der Regel zeitnahe und kompetente Antworten. Das ist zwar verständlich, bedingt durch die Unternehmensstruktur oft jedoch gar nicht so einfach. Hier helfen meist nur klar definierte Prozesse, Hierarchien und Abläufe, die Mitarbeitern und Vorgesetzten gleichermaßen Sicherheit geben. Legen Sie klar fest, wer wann und mit wem welche Fragen und Themen abstimmen muss. Nur so sind schnelle Antworten möglich.

  7. Juli: Plattformen entdecken

    In den vergangenen Monaten haben Sie die Basis Ihrer Social Media Kommunikation aufgebaut, jetzt geht es an die Erweiterung. Nehmen Sie noch ungenutzte Netzwerke kritisch unter die Lupe und prüfen Sie diese auf ihr Potenzial. Welches Netzwerk passt zum Unternehmen? Welche Vorteile bieten die verschiedenen Kanäle und wo kann sich das Unternehmen optimal positionieren? Beantworten Sie diese Fragen möglichst ausführlich und Sie finden die passenden Netzwerke. Dann gilt es, diese zu erschließen und in die bestehende Strategie zu integrieren.

  8. August: Verknüpfungen herstellen

    Wer Unternehmenskommunikation rein auf Social Media beschränkt, begeht einen schwerwiegenden Fehler. Kommunikation kennt keine Grenzen. Kunden und Fans ist es in der Regel völlig egal, welches Medium sie nutzen. Für sie zählt nur, dass ihr konkretes Anliegen gelöst oder ihre Frage beantwortet wird. Daher steht im August die Integration anderer Kommunikationskanäle an. Dazu zählen dann auch Pressemitteilungen, Pressearbeit, Rundschreiben, Radio, TV, Kundendienst und sogar der Verkauf. Alle Bereiche, in denen Mitarbeiter mit Kunden oder Geschäftspartnern kommunizieren, werden jetzt in die Gesamtstrategie eingebunden.

  9. September: Mitarbeiter einbinden

    Die Integration der Kommunikationskanäle und Bereiche ist ein erster Schritt. Doch ohne eine aktive Einbindung der entsprechenden Mitarbeiter kann dieser nicht nachhaltig gelingen. Konzipieren Sie daher ein klares Schulungsprogramm und vermitteln Sie allen Mitarbeitern die jeweils notwendigen Kenntnisse. Stellen Sie sicher, dass die grundlegende Ausrichtung und Strategie allen Mitarbeitern klar ist.

  10. Oktober: Herausforderungen nutzen

    Egal, wie viel Mühe Sie sich geben, es wird definitiv zu Problemen und Konflikten in den Social Media geben: Negative Kommentare, (über)kritische Nachfragen und - hoffentlich unberechtigte - Vorwürfe werden kommen. Statt sich jedoch darüber zu ärgern, sollten Sie diese Vorfälle als Chance sehen. Denn in diesen Situationen können sich Ihre Mitarbeiter bewähren und die Strategie weiterentwickelt werden. Ein besseres Lernfeld gibt es nicht. Nutzen Sie den Oktober daher, um ganz bewusst aus den Problemen der letzten Monate zu lernen.

  11. November: Bilanz ziehen

    Das bereits nahende Jahresende macht den November zu einem perfekten Monat für die notwendige Jahresbilanz. Was lief gut, wo traten unvorhergesehene Probleme auf und wie haben sich das Team und die Strategie bewährt? Sicherlich müssen Sie auch die Probleme im Blick behalten, doch Ihr Fokus sollte darauf liegen, was gut lief und sich verbessern lässt. Schuldzuweisungen für vergangene Fehler sind weder produktiv noch in irgendeiner Weise sinnvoll.

  12. Dezember: Plan erstellen

    Der Dezember steht als letzter Monat ganz im Zeichen des kommenden Jahres. Auf Basis der gesammelten Erfahrungen folgt jetzt die Planung der nächsten Monate. Neben dem thematischen sollte hier auch der strategische Plan im Fokus stehen. Die oben skizzierte Struktur kann dabei als Anhaltspunkt dienen, dennoch sollten Sie diese bei Bedarf optimieren und individuell anpassen.

[Bildnachweis: Syda Productions by Shutterstock.com]