Änderungen2015
Neues Jahr, neues Glück: Auch ins Jahr 2015 gehen wir wieder mit vielen guten Vorsätzen — und einigen Spielregeländerungen. Was sich für Sie als Arbeitnehmer ändert und wie Sie die nächste Sonnenumrundung gut überstehen, zeigen wir Ihnen in der Übersicht.

2015: Das ändert sich für Sie

Wenn sämtliche Raketen abgefeuert, alle Sektgläser geleert und die Fondue-Sets wieder im Keller verschwunden sind, dreht sich das Hamsterrad erbarmungslos weiter. Erster Punkt auf Ihrer To-do-Liste für 2015: Rahmenbedingungen überprüfen! Wir haben das für Sie bereits erledigt und die wichtigsten Änderungen, die Sie als Arbeitnehmer unmittelbar betreffen, übersichtlich zusammengestellt.

Das Karrierebibel-Team wünscht Ihnen ein erfülltes und erfolgreiches Berufsjahr 2015!

  • Mindestlohn

    Seit gestern ist der allgemeine, flächendeckende Mindestlohn endgültig in Deutschland angekommen. 8,50 Euro pro Stunde sind nun gesetzlich vorgeschrieben — wenn man die vielen Übergangsfristen und Ausnahmen einmal außen vor lässt.

    Bedenken Sie aber, dass Sie nun für viele Waren und Dienstleistungen mehr Bargeld hinlegen müssen. Beliebte Beispiele sind der Haarschnitt beim Friseur und die Fahrt im Taxi.

  • Praktikum

    Auch Praktikanten haben nun Anspruch auf 8,50 Euro pro Stunde. Allerdings greifen auch hier Ausnahmeregelungen. So gilt der Mindestlohn NICHT für Praktika von weniger als drei Monaten, für unter 18-Jährige ohne Berufsabschluss, Azubis und Studenten in einem Pflichtpraktikum.

    Positiv für Praktikanten: Unternehmen werden sich in Zukunft zweimal überlegen, Schnupperkräfte einzig mit der Betreuung des Kaffeevollautomaten und Kopier- und Botendiensten zu betrauen. Auf der anderen Seite glauben zum Beispiel 65 Prozent der Werbeagenturen laut einer Umfrage, dass sie aufgrund des Mindestlohns insgesamt weniger Praktikumsplätze zur Verfügung stellen können. Auch die Startup-Branche befürchtet Wettbewerbsnachteile.

    Wer 2015 ein Praktikum absolvieren möchte, sollte sich von derlei Störfeuern nicht beirren lassen — und auf den Mindestlohn pochen.

  • Porto

    Wichtiger Reminder für die Marketing-Abteilung: Die Deutsche Post hat das Briefporto für Standardbriefe zum 1. Januar 2015 erhöht - von 60 auf 62 Cent. Der Versand von Briefen und Postkarten ins Ausland kostet jetzt 80 Cent (vorher 75 Cent), das Porto für einen Kompaktbrief bis 50 Gramm hingegen wurde auf 85 Cent (vorher 90 Cent) reduziert.

    Otto-Normalbriefeschreiber dürften die paar Extra-Cent kaum weh tun, Unternehmen mit großem Versandvolumen aber schmerzt die Portoerhöhung. Geschäftspost wird teurer, auch für Direktmarketing-Kampagnen beispielsweise müssen größere Budgets eingeplant werden.

  • Krankenkasse

    Der Grundbeitragssatz in der gesetzlichen Krankenversicherung fällt kräftig von 15,5 auf 14,6 Prozent. Im Gegenzug dürfen die Kassen individuelle Zusatzbeiträge erheben. Einzelne Kassen verzichten ganz auf die Zusatzgebühr, andere schlagen stolze 1,3 Prozent drauf. Sollte Ihre Krankenkasse im Laufe des Jahres einen Zusatzbeitrag einführen oder ihn erhöhen, haben Sie die Möglichkeit, per Sonderkündigungsrecht zu einem anderen Anbieter zu wechseln.

    Experten rechnen mit viel Bewegung am Markt. Verfolgen Sie daher aufmerksam, wie sich Ihre Kasse in den kommenden Monaten schlägt — um möglicherweise rechtzeitig zu wechseln.

  • Rente

    Der Beitragssatz in der gesetzlichen Rentenversicherung sinkt von 18,9 auf 18,7 Prozent Ihres Bruttolohns (bis zur Beitragsbemessungsgrenze). Gleichzeitig wird aber auch die Beitragsbemessungsgrenze angehoben: in den alten Bundesländern von 5950 auf 6050 Euro, in den neuen von 5000 auf 5200 Euro.

    Je nach Höhe des Einkommens dürfen Sie sich also über ein paar Euro mehr im Beutel freuen.

  • Pflege

    … die Sie im Gegenzug aber schon wieder los sind. Denn gleichzeitig steigen die Beiträge zur gesetzlichen Pflegeversicherung - von 2,05 auf 2,35 Prozent. Kinderlose zahlen jetzt 2,6 Prozent.

  • Nummernschild

    Bei einem Umzug innerhalb Deutschlands können Sie Ihr altes Kfz-Kennzeichen ab sofort mitnehmen. Berliner dürfen also beispielsweise bei einem Wohnortwechsel nach Grimma weiterhin mit einem dicken B durch die Lande fahren.

    Behalten Sie die Option im Hinterkopf, wenn Sie 2015 beruflich in einer neuen Stadt durchstarten und sich einen Vormittag im Straßenverkehrsamt ersparen wollen.

  • Elterngeld Plus

    Wenn Ihr Kind nach dem 1. Juli 2015 zur Welt kommt, können Sie zwischen altem Elterngeld und neuem „Elterngeld Plus“ wählen - oder beides miteinander kombinieren. Wer sich für das Elterngeld Plus entscheidet, bezieht zwar nur noch maximal die Hälfte des regulären Elterngelds, dafür aber doppelt so lange wie bisher. So sollen Eltern unterstützt werden, die schnell wieder in Teilzeit arbeiten wollen. Einen Partnerschaftsbonus von zusätzlichen vier Monaten gibt es, wenn Mutter wie Vater ihre Arbeitszeit auf jeweils 25 bis 30 Stunden pro Woche reduzieren.

    Unterm Strich führt das in der Regel zu mehr Flexibilität für Berufstätige (-willige), aber nicht zu höheren Transferleistungen.

  • Pflegezeit

    Eine bezahlte Auszeit von zehn Tagen und die „Familienpflegezeit“ soll Arbeitnehmern helfen, sich besser um einen schwer kranken Angehörigen kümmern zu können. Während der zweijährigen Familienpflegezeit können Sie Ihre wöchentliche Arbeitszeit auf 15 Stunden reduzieren.

  • Arbeitslosigkeit

    Der Hartz IV-Regelsatz steigt um zwei Prozent. 399 Euro gibt es (neben der Kostenübernahme von Wohnung und Krankenversicherung) nun für Alleinstehende — acht Euro mehr als bisher.

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