3 Versprechen, die Sie nie geben sollten
Ein Versprechen ist eine starke Form der mündlichen Abmachung. Wir sichern einem anderen Menschen - oder auch uns selbst - zu, dass wir etwas tun oder nicht tun werden. Beinahe täglich geben die meisten von uns diverse Versprechen ab: Kinder geloben das Zimmer aufzuräumen; Arbeitssuchende wollen noch heute mindestens zwei Bewerbungen schreiben; manch einer will endlich mit dem Sport beginnen... Allerdings werden auch viele Versprechen unbedacht gegeben, weil es sich nur um Kleinigkeiten handelt. Oft bleibt es nur bei dem lapidaren Schwur. Manchmal jedoch geben wir unser Wort allzu leichtfertig - und schaden uns damit enorm...

Geben Sie keine Versprechen, die Sie nicht halten können

Es gibt viele Gründe, ein Versprechen zu geben. Der wichtigste ist wohl, dass wir so verdeutlichen, wie ernst wir etwas meinen. Das Versprechen verleiht unseren Worten Nachdruck - und manchmal beendet das Zugeständnis an den Gesprächspartner auch schon mal eine unliebsame Diskussion. Getreu dem Motto: Natürlich verspreche ich Ihnen das... In einem solchen Szenario sind viele bereit, sogar das Blaue vom Himmel zu versprechen, nur um endlich in Ruhe gelassen zu werden.

Genau hier beginnt aber das Problem: Was man zusagt, sollte man auch einhalten.

Eingehaltene Versprechen stärken die Glaubwürdigkeit und lassen den Wortgeber im Ansehen steigen. Sie festigen Vertrauen und einen guten Ruf und zeigen den Mitmenschen, dass man sich auf Sie verlassen kann.

Gebrochene Versprechen bewirken jedoch das genaue Gegenteil. Besonders dann, wenn es sich nicht um einen einmaligen Wortbruch handelt, sondern um ein erkennbares Muster.

Wer regelmäßig seine Versprechen bricht...

  • ...macht sich unglaubwürdig.

    Kaum jemand wird an Ihrer Glaubwürdigkeit zweifeln, wenn Sie ein Versprechen nicht einhalten konnten, dann aber glaubhaft begründen, was es Ihnen unmöglich gemacht hat, sich an die Abmachung zu halten.

    Kritisch wird es aber dann, wenn das zur Gewohnheit wird. Danach verlässt sich niemand mehr auf Ihre Aussagen und die Beziehungen - egal ob privat oder beruflich - leiden unter den nicht gehaltenen Versprechungen.

    Leider lässt sich Glaubwürdigkeit und einmal verlorenes Vertrauen nur schwer wieder herstellen, was in erster Linie Zeit, viel guten Willen und Handlungsbereitschaft erfordert.

  • ...glaubt selbst nicht mehr an sich.

    Nicht nur Ihr Umfeld wird Ihren Worten keinen Glauben mehr schenken, auch Sie selbst werden sich zunehmend belügen, wenn Sie Ihre Versprechen nicht einhalten. Die Gewissheit, immer wieder zu versagen und wortbrüchig zu sein, nagt zudem am Selbstbild.

    Die Folge: Betroffene gehen irgendwann davon aus, dass sie sowieso nicht schaffen können, was sie sich vorgenommen und zugesagt haben. Das Selbstvertrauen zerbröselt mit jedem weiteren Rückschlag.

Diese Versprechen sollten Sie nie geben

Zugegeben, ob Sie ein Versprechen halten können oder es brechen werden, zeigt sich nicht immer sofort. Einige Versprechungen (etwa das Ehe- oder Treueversprechen) werden über einen langen Zeitraum gegeben, und es lässt sich vorher einfach nicht sagen, ob Sie sich immer an Ihr Wort halten werden. Immerhin: Der Wille dazu ist aktuell vorhanden...

Leichtfertig sollten Sie dennoch nicht damit umgehen, Motto: Daran erinnert sich später sowieso niemand mehr... Ein gefährlicher Trugschluss, denn gerade langfristige Versprechen haben meist einen tieferen Hintergrund - und richten umso mehr Schaden an, wenn sie gebrochen werden.

Bei einigen Versprechen sollten Sie daher besondere Vorsicht walten lassen und sie im Zweifelsfall erst gar nicht geben, jedenfalls nicht so...

  1. Ich verspreche, ich werde erfolgreich sein.

    Ein Schwur, der häufig sich selbst oder der Familie gegenüber gegeben wird. Auf der positiven Seite kann dieses Versprechen ein wahrer Motivationsquell sein. Klappt der Schritt auf der Karriereleiter aber nicht, ist der Frust umso größer.

    Versprechen Sie sich und anderen lieber, dass Sie Ihr Bestes geben werden. Auch dieser Vorsatz steigert die Motivation, wenn er ernst gemeint ist. Gleichzeitig behalten Sie es aber in der Hand, diesen zu erfüllen. Wie erfolgreich Sie werden, hängt von vielen äußeren Faktoren ab, die Sie nicht beeinflussen können - Ihr Engagement hingegen können Sie zusagen.

  2. Ich verspreche, immer für dich da zu sein.

    Ein romantisches Vorhaben, das in der Regel mit den besten Absichten gegeben wird. Doch was passiert, wenn eine plötzliche Krankheit, ein Unfall, die Verspätung eines Flugzeugs oder auch nur eine gesperrte Autobahn dafür sorgen, dass Sie das Versprechen nicht halten können? Und mal ehrlich: Was ist mit Ihren Bedürfnissen? Was wenn beide Ansprüche zeitgleich miteinander kollidieren?

    Natürlich ist es nobel, Selbstlosigkeit zu praktizieren. Es kann aber auch in die Selbstverleugnung und Ausbeutung führen. Der Mittelweg ist hier tatsächlich die bessere Alternative - er macht das Versprechen aber zuweilen unmöglich einzuhalten. Heißt: Wir können zwar versuchen, für unsere Lieben da zu sein - eine Garantie dafür gibt es aber nicht.

  3. Ich verspreche, mich zu bessern.

    Keine Frage, der Wunsch ist ein Schritt in die richtige Richtung: Wir ergreifen die Initiative und arbeiten an uns und unserer Persönlichkeitsentwicklung.

    Allerdings gilt es hier genau hinzusehen, wem Sie das Versprechen geben und wer definiert, was "besser" ist. Letztlich geben Sie auch hierbei die Kontrolle aus der Hand, wenn ein anderer misst, ob Sie besser geworden sind oder nicht. Das kann in ein Hamsterrad führen. Muss es aber nicht, solange Sie selbst dieses hehre Ziel selbst definieren und auch selbst erreichen wollen. Aber eben nur dann.

[Bildnachweis: nine_far by Shutterstock.com]