4 Dinge, die Sie Ihrem Chef nicht schulden
Im Job geben wir alle gerne unser Bestes. Wir wollen auf der Karriereleiter nach oben, mehr Verantwortung tragen, die anderen von unseren Fähigkeiten überzeugen und erfolgreich sein. Große und durchaus wichtige Ziele, für die wie bereit sind, uns selbst anzutreiben. Manchmal schlägt die positive Einstellung jedoch auch um und es entsteht das Gefühl, man wäre es seinem Arbeitgeber und besonders auch dem Chef schuldig, immer 120 Prozent zu geben. Aus Motivation wird Stress und Frust und eine Abwärtsspirale beginnt. Um diese zu beenden, sollte man sich bewusst machen, dass man seinem Chef viel weniger schuldet, als man sich selbst einredet...

Was Sie Ihrem Chef nicht schuldig sind

racorn/shutterstock.comDas Gefühl, jemandem etwas zu schulden, lässt sich von zwei Seiten betrachten. Zum einen kann es natürlich zu besonders guten Leistungen anspornen. Leider überwiegt jedoch oft die negative Seite. Wir fühlen uns gezwungen, etwas zu tun und verlieren jegliche Freude daran. Gerade im Job wird dies schnell zu einem großen Problem. Viele Arbeitnehmer glauben, Ihrem Chef viel mehr zu schulden, als im Arbeitsvertrag festgehalten wurde. So werden Überstunden zur Normalität, die eigenen Bedürfnisse werden immer weiter in den Hintergrund geschoben und es ist nur eine Frage der Zeit, bis Sie unter der Situation leiden.

Damit es nicht so weit kommt, sollten Sie sich daran erinnern, dass es wichtige Dinge gibt, die Sie Ihrem Chef nicht schulden:

  1. Ihr Privatleben

    Kennen Sie die Redewendung Dienst ist Dienst und Schnaps ist Schnaps? Ganz so knallhart ist die Trennung zwischen Job und Privatem zwar heute in vielen Fällen nicht mehr, aber dennoch ist Ihr Privatleben definitiv eins der Dinge, die Sie Ihrem Chef nicht schulden. Was so logisch klingt, ist in der Realität jedoch oft schwieriger umzusetzen. Die Arbeit nimmt einen großen Teil des Lebens und der eigenen Zeit ein und wer nicht aufpasst, vernachlässigt schnell auch andere Bereiche.

    Wenn Sie merken, dass Ihre Familie oder Ihre Freizeit aufgrund der Situation im Job immer wieder zu kurz kommen, beispielsweise weil der Chef regelmäßig Überstunden verordnet, sollten Sie überlegen, wie Sie auf die Situation reagieren. Was kurzfristig vielleicht noch kein Problem darstellt, werden Sie auf lange Sicht möglicherweise bereuen, wenn Sie zu wenig Zeit mit Ihrem Partner oder den Kindern verbringen, weil Sie glauben, es Ihrem Chef schuldig zu sein, sich voll und ganz auf die Arbeit zu konzentrieren.

  2. Ihre Gesundheit

    Schneller als die meisten glauben wollen kann die berufliche Situation zu einer ernsthaften Belastung für die eigene Gesundheit werden. Der ständige Stress, Ärger mit Kollegen oder Kunden, Leistungs- und Erfolgsdruck machen der Psyche zu schaffen. Oft folgen Schlaflosigkeit, Erschöpfung und im schlimmsten Fall ernsthafte psychische Probleme bis hin zu einem Burnout. Verstärkt werden diese negativen Effekte meist durch das Gefühl, den Chef und die Kollegen nicht im Stich lassen zu können, ohne als Versager dazustehen, der dem Druck nicht gewachsen ist.

    Die eigene Gesundheit sollte jedoch immer im Vordergrund stehen und - Ihre Loyalität in allen Ehren - schulden Sie niemandem, diese zu riskieren. Das sollte grundsätzlich auch jeder Chef verstehen und falls nicht, ist es nur ein noch deutlicheres Zeichen, dass Sie ihm nichts schuldig sind. Nehmen Sie sich die Pausen, die Sie brauchen, gönnen Sie sich Dinge, die Ihnen gut tun und lassen Sie es Ihrer Gesundheit zuliebe auf der Arbeit manchmal ruhiger angehen. Frei nach Arthur Schopenhauer: Gesundheit ist nicht alles, aber ohne Gesundheit ist alles nichts.

  3. Ihre Persönlichkeit

    Du bist, was du arbeitest. So könnte man eine gefährliche Auswirkung der Arbeit zusammenfassen, die sich leider immer weiter verbreitet. Obwohl es selbstverständlich ist, dass Ihr Job einen Teil Ihrer Persönlichkeit ausmacht, sollte es dennoch nicht soweit gehen, dass Ihre Arbeit zum einzigen Lebensinhalt wird. Jeder braucht auch neben den täglichen acht Stunden etwas, mit dem er sich beschäftigt, das ihn ausmacht, das einen Ausgleich schafft und ihn zu der Person macht, die er eben ist.

    Ob Sie bereits dabei sind, Ihre Persönlichkeit für Ihren Chef aufzugeben, erkennen Sie an einer simplen Frage: Was ist mir wichtig? Eine ehrliche Antwort darauf sollte Ihre Persönlichkeit widerspiegeln, Ihre Interessen und Leidenschaften zeigen und verdeutlichen, wofür Ihr Herz schlägt. Ist die Arbeit hingegen das einzige, was Ihnen einfällt, entwickeln Sie sich in eine gefährliche Richtung.

  4. Ihre Ehrlichkeit

    Kein Chef hat es verdient, dass Sie für ihn Ihre Ehrlichkeit aufgeben und Dinge tun, die Sie nicht für richtig halten. Achten Sie daher immer darauf, ob Sie sich mit dem, was Sie tun, noch identifizieren können oder ob Ihre beruflichen Handlungen und Entscheidungen Ihren eigenen Vorstellungen von ehrlichem Handeln entgegen stehen. Wer seine Ehrlichkeit für jemand anderen opfert, bringt sich selbst in eine missliche und stressige Lage und verliert auch den Respekt vor sich selbst.

    Um dem zu entkommen, ist es unerlässlich, dass Sie lernen Nein zu sagen. Lassen Sie Ihren Chef wissen, dass Sie mit seinen Methoden und Vorgehensweisen nicht einverstanden sind. Finden Sie es beispielsweise verwerflich, einige Zahlen zu verschweigen, um den Umsatz zu verbessern, sollten Sie für diese Meinung einstehen. So stärken Sie Ihr Selbstbewusstsein und bleiben sich selbst treu.

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