Sollten Sie in den nächsten Wochen zufällig einen neuen Job antreten (müssen) – und die Wahrscheinlichkeit dafür ist ja nicht gerade gering –, dann können Sie gerne die zahlreichen hier im Blog veröffentlichten Tipps und Checklisten noch einmal durchgehen. Oder – falls Ihnen das zu lange dauert (und Sie dazu gerade keine Lust haben) – Sie stellen sich die folgenden fünf Fragen:
- Wird mir der neue Job einen Kick geben?
- Wird der Job meinen Horizont erweitern, meine Fähigkeiten ausbauen – oder ist der Punkt, an dem ich einsteige, schon das Maximum?
- Wird es in dem viele Kollegen geben, die so ticken wie ich – oder werde ich mich dort eher verstellen müssen, um klarzukommen?
- Sollte ich wieder den Job wechseln, wird mir dieser etwaige Türen öffnen?
- Wenn ich den Job annehme: Wen mache ich damit glücklich?
Warum ausgerechnet diese Fragen? Nun…
Die erste Frage zielt auf den Spaß, Ihr Motivation: Haben Sie wirklich Lust auf und Leidenschaft für diese Arbeit? Wenn nicht, werden Sie vermutlich auch nicht besonders gut darin sein. Und das ist auch nicht gut für Ihre Karriere.
Die zweite Frage zielt auf das Flow-Konzept. Demnach bleibt jeder Mensch dann maximal motiviert, wenn er im Job nicht unterfordert, aber minimal überfordert wird. Ein Beruf, in dem Sie schlauer und besser sind als alle anderen (vielleicht noch als der Chef), wird Sie auf Dauer frustrieren und schon bald sehnen Sie sich nach einer Bürohängematte. Auch nicht gut.
Die dritte Frage zielt auf das soziale Umfeld. Diverse Studien und Umfragen – auch hier im Blog – zeigen immer wieder: Die Kollegen sind das Wichtigste für unser Wohlbefinden. Stimmt die Chemie im Betrieb nicht, werden Sie sich jeden Morgen zur Arbeit quälen – und zwar unnötig und selbstverschuldet.
Die vierte Frage soll das Potenzial Ihres Jobs klären. Machen Sie sich nichts vor: Wo immer Sie sich später bewerben, wird man nicht nur auf Ihre Erfolge im letzten Job achten, sondern auch darauf, ob Sie die in Kleinkleckersdorf oder bei einem namhaften Weltmarktführer erzielen konnten. Das ist vielleicht ungerecht, aber es ist die Wahrheit. Und es schadet nicht, sich schon vorher darüber Gedanken zu machen.
Die fünfte Frage wiederum müssen Sie sich definitiv stellen. Die wenigsten Menschen sind in der Lage, ihre Entscheidungen ohne Rücksicht auf die Bedürfnisse anderer zu treffen. Vielleicht entscheiden Sie sich nur für den Job, weil Sie damit bei Freunden und Nachbarn (oder dem Partner) Eindruck machen können. Vielleicht aber auch nur, um nicht mehr länger ohne Job und damit irgendwie als Loser dazustehen. Natürlich schließen wir alle immer wieder Kompromisse im Leben. Entscheidend aber ist, dass Sie diese bewusst treffen und damit in Frieden leben können. Alles andere führt Sie nur ins Unglück(lichsein).



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ka
Und was macht man, wenn diese Fragen NACH dem Jobantritt anders beantwortet werden?
Jochen Mai
Ernsthaft?! Kommt auf den Grad der Abweichung an. Im Extrem: umorientieren, auch extern.
ka
Danke!
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