5 Fragen, die Sie im Jobinterview nicht stellen sollten
Bewerber bereiten sich oft darauf vor, im Jobinterview eine ganze Reihe an Fragen zu beantworten. Um sich selbst ins rechte Licht zu rücken, werden Antworten auf mögliche Fragen von Personalern überlegt und studiert, bis sich ein Gefühl von Sicherheit einstellt. Weniger Beachtung finden hingegen die Fragen, die man selbst stellt - und so kommt es immer wieder zu kleineren und leider auch größeren Fehltritten. Wir zeigen Ihnen fünf Fragen, die Sie im Jobinterview nicht stellen sollten...

Fragen im Jobinterview sind wichtig

Bitte verstehen Sie diesen Artikel nicht falsch: Fragen im Vorstellungsgespräch sind ein grundlegender Bestandteil - nicht nur von Seiten des Personalers, der Sie besser kennenlernen möchte.

Auch von Seiten des Kandidaten gibt es einige gute Gründe, Fragen zu stellen, die oftmals einen positiven Eindruck hinterlassen, die Vorbereitung verdeutlichen oder im besten Fall die fachliche Kompetenz zum Vorschein bringen können.

  • Interessensfragen. Auch wenn es einigen Bewerbern wie ein Verhör vorkommt, bietet das Gespräch beiden Seiten die Chance, sich besser kennenzulernen. Sie sollten Sich nicht nur auf die Antworten beschränken, sondern auch eigene Fragen einbringen, wenn Sie sich für bestimmte Bereiche besonders interessieren oder gerne mehr erfahren würden.
  • Verständnisfragen. Sollten Sie unsicher sein, ob Sie Ihren Gesprächspartner richtig verstanden haben, ist es keine Schande, noch einmal nachzufragen, bevor Sie antworten. Gerade die Nervosität kann dazu führen und die meisten Personaler haben Verständnis dafür.
  • Rückfragen. Gegen Ende eines jeden Jobinterviews kommt die Frage nach den Fragen. Der Personaler bietet Ihnen an, Ihre noch offenen Rückfragen auszusprechen. Eine Gelegenheit, die Sie unbedingt wahrnehmen sollten, um Ihr Interesse zu zeigen und weitere Informationen zu sammeln.

Diese 5 Fragen sollten Sie nicht stellen

pan_kung/shutterstock.comLeider ist nicht jede Frage automatisch eine gute Idee. Manche sind gut gemeint, erzielen aber eine vollkommen gegensätzliche Wirkung - und dann gibt es noch jene Fragen, die so abwegig sind, das sie bei Personalern eine Mischung aus Verwirrung und Belustigung hervorrufen und Ihre Chancen in Windeseile minimieren. Diese fünf Fragen sollten Sie während eines Jobinterviews besser für sich behalten.

  1. Was genau macht Ihr Unternehmen eigentlich?

    Die Intention hinter dieser Frage mag verständlich sein. Sie wollen Interesse am möglichen Arbeitgeber zeigen, ein Gespräch aufbauen und vielleicht über fachliche Themen diskutieren. Der Ansatz ist jedoch gänzlich falsch.

    Es ist gerade Ihre Aufgabe als Bewerber, genau über das Unternehmen informiert zu sein, zu wissen, in welchen Bereichen es aktiv ist, vielleicht sogar welche wichtigen Kunden es betreut, ob es auch im Ausland aktiv ist und eben auch, welche Produkte oder Dienstleistungen es konkret anbietet.

    Mit einer solchen Frage disqualifizieren Sie sich daher schneller, als Ihnen lieb ist. Sie zeigen ungewollt, dass Sie weder die Vorbereitung auf das Gespräch genutzt haben, um den Arbeitgeber zu recherchieren, und auch, dass Sie sich nicht ausreichend mit dem Ablauf eines Jobinterviews beschäftigt haben.

  2. Ab wann könnte ich Urlaub nehmen?

    Noch keine Zusage für den Job, aber die Gedanken kreisen schon jetzt um die nächste Gelegenheit, in den Urlaub zu fahren? Motivation sieht anders aus - und das merkt jeder Personaler. Im Vorstellungsgespräch wollen Sie Ihre Leistungsbereitschaft unter Beweis stellen und nicht demonstrieren, dass Ihnen der Urlaub am wichtigsten ist.

    Sollte der Fall eintreten, dass Sie bereits einen Urlaub gebucht und bezahlt haben, ist das Vorstellungsgespräch dennoch der falsche Ort, um darüber zu sprechen. Nach einer Zusage können Sie mit Ihrem Chef darüber sprechen, ob Sie in der Zeit Urlaub nehmen können.

  3. Welche Zusatzleistungen bieten Sie?

    Ein schöner Firmenwagen, Bonuszahlungen, Aktienpakete oder andere Zusatzleistungen sind für Arbeitnehmer ein schöner Anreiz, doch im Vorstellungsgespräch sollte Ihr Augenmerk darauf liegen, dem Personaler zu zeigen, was Sie für das Unternehmen leisten können.

    Mit der Frage nach zusätzlichen Leistungen tun Sie dies sicherlich nicht. Konzentrieren Sie sich auf Ihre Fähigkeiten, Qualifikationen und Leistungen, mit denen Sie das Unternehmen voranbringen können - mit diesen Argumenten sichern Sie sich den Job und können zu einem späteren Zeitpunkt über einen Firmenwagen nachdenken.

  4. Erstatten Sie eigentlich die Fahrtkosten zurück?

    Niemand bezweifelt, dass Fahrtkosten ein Thema sind, über das Bewerber sich Gedanken machen - gerade wenn das Jobinterview mehrere hundert Kilometer entfernt vom Wohnort stattfindet. Während des Jobinterviews sollte der Fokus jedoch auf den wirklich wichtigen Punkten liegen, die darüber entscheiden, ob Sie den Job bekommen.

    Senden Sie nicht die falschen Signale, da es für Personaler so wirken könnte, als wäre Ihnen die Erstattung wichtiger als der Job selbst.

  5. Und wie stehen meine Chancen?

    Ungeduld nach einem Jobinterview ist vollkommen normal. Am liebsten würde man sofort eine Rückmeldung erhalten und wissen, ob es mit dem neuen Job geklappt hat. Dennoch sollten Sie darauf verzichten, danach zu fragen, um Ihre Chancen auf den letzten Metern nicht doch noch zunichte zu machen.

    Nur in absoluten Ausnahmen werden Personaler eine solche Auskunft geben. Meist stehen noch viele andere Interviews an und eine endgültige Entscheidung wird erst deutlich später getroffen. Gleichzeitig wird die Frage alles andere als selbstbewusst, sondern zeugt eher von Unsicherheit und Zweifeln an der eigenen Leistung.

    Statt wortlos aus dem Raum zu schleichen, können Sie beispielsweise den weiteren Verlauf des Bewerbungsprozesses ansprechen. Fragen Sie etwa, wann Sie mit einer Rückmeldung rechnen können. Damit zeigen Sie Interesse und erhalten wichtige Informationen, die als Anhaltspunkt dienen können, wann Sie noch einmal Nachfassen können.

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