Es ist schon kurios, was Personaler bei Bewerbungen immer wieder erleben. Von verfleckten Seiten und zerfledderten Bewerbungsmappen mal abgesehen, wissen Personalverantwortliche von Geschichten zu berichten, die so sagenhaft klingen, dass schon Umfragen nötig sind, um ihnen Glaubwürdigkeit zu attestieren. So haben Personaler mitunter schon erlebt, dass…
- … der Kandidat Gott als Referenz nannte.
- … der Lebenslauf auf einer herausgerissenen Seite aus einem Lehrbuch geschrieben war.
- … der Lebenslauf in Reimen verfasst war.
- … im Lebenslauf nur Name und Telefonnummer des Kandidaten standen und dazu der Satz: “Ich will einen Job!”
- … der Bewerber “Löwenbändiger” als Hobby angab.
- … der Bewerber “Meister der Zeit und des Universums” als Erfahrung auflistete.
- … der Kandidat “Testkäufer” als Erfahrung angab, aber nicht sagen wollte bei wem, weil der Name des Arbeitgebers “ein Geheimnis” sei.
- … der Bewerber angab, ein direkter Nachfahre der Wikinger zu sein.
Es fällt nicht schwer, sich auszurechnen, wie groß die Chancen solcher Bewerber auf den Job sind. Oder besser gesagt: wie gering.
Hopp oder Top binnen einer Minute
Noch dramatischer werden solche Fauxpas, wenn man sich bewusst macht, wie viel Zeit Personaler in die erste grobe Auswahl von Bewerbungsmappen investieren. Das Jobportal CareerBuilder hat dazu eine Umfrage unter 175 deutschen Arbeitgebern initiiert, Ergebnis:
- 32 Prozent geben an, einen Lebenslauf innerhalb von nur einer Minute oder weniger zu beurteilen.
- 13 Prozent nehmen sich sogar nur 30 Sekunden oder weniger dafür Zeit.
Und um auf dem Ausschussstapel zu landen, reichen schon wenige Tippfehler aus sowie eine offensichtliche Lüge. So gaben 17 Prozent der befragten Arbeitgeber an, innerhalb des vergangenen Jahres schon einmal eine Lüge in einem Lebenslauf aufgedeckt (und den Kandidaten aussortiert) zu haben. Aber es gibt noch weitere, sichere Wege, die Chance auf einen Job zu verspielen.
Die häufigsten K.O.-Kriterien in einer Bewerbung
So wurden Bewerber schon ausgemustert, weil …
- sie die Kompetenzen 1 zu 1 aus der Stellenanzeige in den Lebenslauf übernommen hatten (43 Prozent).
- der Lebenslauf zu lange und schwer lesbare Textblöcke enthielt (42 Prozent).
- der Lebenslauf drei Seiten oder mehr umfasste (25 Prozent).
- die Bewerbung nur aus einem Lebenslauf ohne Anschreiben bestand (23 Prozent).
- der Lebenslauf partout nicht zur ausgeschriebenen Stelle passte (16 Prozent).
- der Lebenslauf eine unprofessionelle E-Mail-Adresse enthielt (11 Prozent).
Man kann es offenbar nicht oft genug sagen: Einen Lebenslauf und ein Anschreiben zu verfassen, ist eine Kunst, die man nicht mal eben so erledigen sollte (Tipps dazu finden Sie übrigens HIER). Klar, sollte man sich dabei möglichst vorteilhaft darstellen – aber auch mit messbaren Ergebnissen punkten und belegen können, was man schon alles erreicht hat. Nur so können Arbeitgeber sehen, wie erfolgreiche ein Bewerber seine Fähigkeiten in die Tat umgesetzt hat.
Es ist aber auch so, dass Personaler gezielt nach bestimmten Schlüsselwörtern in Lebensläufen suchen. Auch das ein Ergebnis der Umfrage. Egal, ob man das nun gut findet oder nicht – folgende Suchbegriffe wurden dabei am häufigsten genannt:
Die Top-Schlüsselwörter in Lebensläufen
- Kommunikative Fähigkeiten (62 Prozent)
- Problemlösungskompetenz (41 Prozent)
- Strategisches Planen (21 Prozent)
- Produktivität (18 Prozent)
- Führung (17 Prozent)
- Internet (11 Prozent)







Andreas
Moment, nochmal: Der Personaler sucht in meinem Lebenslauf (!) nach “Problemlösungskompetenz” und “Kommunikative Fähigkeiten”? Nicht im Anschreiben? Wie und wo soll man das denn erwähnen?
Jochen Mai
Bei den Erfahrungen, bzw. den aufgelisteten (Projekt-)Erfolgen innerhalb eines Jobs.
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