9 Dinge, die emotional Stabile nie tun
Wie wir auf eine Situation reagieren hängt stark von der Persönlichkeit ab. Manch einer gerät schnell aus dem inneren Gleichgewicht, verliert schon bei kleinem Stress die Nerven und hat seine Gefühle kaum unter Kontrolle. Andere hingegen sind gefestigter, haben Ihre Emotionen besser im Griff und erholen sich auch von anstrengenden Phasen deutlich schneller. Wenn Sie sich in der zweiten Gruppe erkannt haben, zählen Sie zum glücklichen Kreis der emotional Stabilen. Doch was genau bedeutet emotionale Stabilität und wie unterscheiden sich die Verhalten? 9 Dinge, die emotional Stabile nie tun...

Emotionale Labilität und emotionale Stabilität: Was ist das?

Die Persönlichkeit jedes Menschen ist individuell verschieden, doch es gibt ein Modell, das sich mit den fünf Hauptdimensionen der menschlichen Persönlichkeit auseinandersetzt. In diesem Ansatz findet sich auch die emotionale Labilität wieder, denn sie bildet mit vier anderen Dimensionen die Big Five der Persönlichkeitsmerkmale

  • Neurotizismus (emotionale Labilität)

  • Extraversion

  • Offenheit für neue Erfahrungen

  • Verträglichkeit

  • Gewissenhaftigkeit

Jeder Mensch zeichnet sich durch unterschiedlich starke Ausprägungen der jeweiligen Dimension aus, doch was genau ist emotionale Stabilität?

Emotional labile Personen haben einen Hang zu Nervosität, Unruhe, Sprunghaftigkeit und Unzufriedenheit. Auf ihre Umwelt wirken sie oft sehr emotional und verletzlich. Auf der anderen Seite sind emotional Stabile ruhig, selbstsicher und können ihre Emotionen gut kontrollieren.

Was emotional Stabile nie tun

Ollyy/shutterstock.comDie unterschiedlichen Ausprägungen der Persönlichkeiten, insbesondere die Unterschiede zwischen emotionaler Stabilität und Labilität, transportieren sich über das Verhalten auf die Umwelt. Ähnlich wie bei Extraversion und Intraversion, lässt sich die Ausprägung der emotionalen Stabilität häufig schnell feststellen. Denn so gegensätzlich die Persönlichkeiten sind, so gegensätzlich sind auch die Verhaltensweisen in bestimmten Situationen. Erkennen lässt sich das zum Beispiel an diesen 9 Dingen, die emotional Stabile nie tun würden.

  1. Das Verhalten anderer persönlich nehmen

    Emotionale Stabilität bringt die Selbstsicherheit mit, nicht alles direkt persönlich zu nehmen, was andere tun oder sagen. Es ist eine wichtige Erkenntnis, dass sich die Welt nicht nur um die eigene Person dreht. Der eigene Wert hängt nicht davon ab, wie andere sich Ihnen gegenüber verhalten. Viele sind einfach zu beschäftigt mit eigenen Sorgen und Problemen. Ein unbedachtes Wort oder fehlende Beachtung ist also in den meisten Fällen kein persönlicher Angriff, sondern Resultat der Probleme Ihres Gegenübers.

  2. Den Fokus auf die Vergangenheit legen

    Die eigenen Emotionen zu kontrollieren, bedeutet auch, im Hier und Jetzt damit umzugehen. Das gilt für positive Emotionen, doch insbesondere auch für Frustration, Trauer oder Angst. Denn wer diese Gefühle verdrängt, anstatt sie zu verarbeiten, wird in ähnlichen Situationen immer wieder damit konfrontiert. Nach einer Kündigung ist es also notwendig, den Frust und die Trauer zu verarbeiten. Ansonsten werden Sie in jedem weiteren Job von der Angst verfolgt, erneut Ihren Arbeitsplatz zu verlieren.

  3. Sich auf kleinliche Diskussionen einlassen

    Es ist kein Zeichen von Stabilität und Stärke, sich auf jedes noch so kleine Wortgefecht einzulassen. Ganz im Gegenteil. Es erfordert ein deutlich höheres Maß an Selbstsicherheit, einer Diskussion aus dem Weg zu gehen, wenn der Gesprächspartner mit haltlosen Anschuldigungen oder rüden Vorwürfen um sich wirft. Emotional Stabile schaffen es, sich abzuwenden, ohne dem Drang nachzugeben, sich zu rechtfertigen und sich damit auf eine Stufe mit dem Nörgler zu stellen.

  4. Versuchen, Veränderungen aufzuhalten

    Veränderungen bringen immer auch eine gewisse Unsicherheit mit, denn das genaue Resultat lässt sich in den meisten Fällen nur schwer vorhersagen. Fühle ich mich im neuen Job wohl? Lohnt es sich, in eine andere Stadt zu ziehen? Soll ich nach dem Bachelor einen Master machen? Auch wenn im ersten Moment nicht jede Veränderung als positiv erscheint, lassen sie sich nicht aufhalten. Anstatt sich an Altlasten zu klammern, suchen emotional Stabile nach neuen Chancen und sehen in jeder Veränderung auch eine Verbesserung.

  5. Pessimismus die Kontrolle übernehmen lassen

    Manchmal hat man einfach das Gefühl, dass alles schief läuft. Doch um Rückschläge kommt niemand herum. Das die Umsetzung einer Idee nicht funktioniert hat, bedeutet nicht gleichzeitig, dass zukünftig jedes Projekt scheitern wird. Ein starkes Zeichen für emotionale Stabilität ist es, auch in anstrengenden Zeiten an sich und die eigenen Ziele zu glauben.

  6. Unbedacht reagieren, anstatt rational zu handeln

    Emotional labile Personen lassen sich durch ihre Emotionen zu etwas bewegen, dass sie später möglicherweise bereuen. In einer Diskussion ist es beispielsweise eine häufige Reaktion, laut zu werden und sich im Ton zu vergreifen, wenn man sich angegriffen fühlt. Wer seine Emotionen aber im Griff hat, schafft es auch in einer hitzigen Debatte ruhig zu bleiben und seine Argumente sachlich vorzubringen - ohne dabei laut oder persönlich zu werden.

  7. Fehler verschweigen, ohne daraus zu lernen

    Aus Unsicherheit, Angst und dem Wunsch, Stress zu vermeiden, werden Fehler verschwiegen, wenn es an emotionaler Stärke mangelt. Mit der nötigen Selbstsicherheit werden Fehler aber als das gesehen, was sie sind: Chancen, sich zu verbessern. Wer zu seinen Fehler steht, kann etwas daraus lernen, wer sich aber davor verschließt, läuft Gefahr, den gleichen Fehler immer wieder zu machen.

  8. Es immer allen Recht machen wollen

    Die Unsicherheit, die mit emotionaler Labilität einhergeht, führt oft zu einem verzerrten Leistungsdenken. Es wird versucht, es immer allen Recht zu machen und dabei Perfektion zu erreichen. Emotionale Stärke hingegen zeigt sich in dem Wissen, dass man es nie allen Recht machen kann - und das es auch nicht schlimm ist. Es wird immer jemanden geben, der etwas an der eigenen Person, der Meinung oder der Arbeit auszusetzen hat.

  9. In Selbstzweifeln versinken

    Eins der größten Probleme von Personen, die von mangelndem Selbstbewusstsein und emotionaler Labilität betroffen sind, ist das Gefühl, nicht gut genug zu sein. Das Selbstbild wird von Zweifeln bestimmt, die von der Umwelt an die Person herangetragen werden. Emotional Stabile übernehmen diese Zweifel nicht, sondern haben Vertrauen in die eigenen Stärken und Fähigkeiten.

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