Ein bis zwei Semester vor dem Ende des Studiums beginnt für die meisten Studenten eines der größten Projekte überhaupt: die Abschlussarbeit. Der Aufwand ist dabei nicht zu unterschätzen: Ein Thema muss gefunden, der passende Betreuer überzeugt und eine Gliederung erstellt werden. Bei all dieser Vorbereitung übersehen viele Studenten eine Option, die ihnen echte Vorteile bietet – sowohl für die Abschlussarbeit als auch für den späteren Job. Denn in den meisten Studiengängen können Studenten ihre Arbeit in einem Unternehmen schreiben. Das lohnt sich.

Wer sich als Student für diese Option entscheidet, muss mit zusätzlicher Arbeit rechnen. Manche Unternehmen schreiben ihre verfügbaren Plätze für Bachlor- und Masterarbeiten zwar aus, doch erstens müssen Sie sich auf diese Ausschreibungen bewerben und zweitens müssen Sie Studium und Abschlussarbeit unter einen Hut bringen. Denn längst nicht alle Hochschulen stellen ihre Studenten für die Dauer der Abschlussarbeit frei.

In der Praxis bedeutet das für Sie: Die Arbeit im Unternehmen muss sich zeitlich mit Ihrem Studium – zumindest den Vorlesungen mit Anwesenheitspflicht – vereinbaren lassen. Idealerweise besprechen Sie das Thema mit Ihren Dozenten und klären, ob und wie diese Ihnen entgegenkommen können. Meist lässt sich ein Weg finden.

Die Recherche

Wie bereits erwähnt, schreiben vor allem größere Unternehmen die aktuell offenen Stellen für akademische Abschlussarbeiten aus. Diese Ausschreibungen finden Sie auf den Karriere- oder Facebook-Seiten der Unternehmen, doch auch in Alumni-Foren können Sie fündig werden. Doch die ausgeschriebenen Stellen sind meist an mehr oder weniger konkrete Themen geknüpft, die Sie dann in Ihrer Abschlussarbeit bearbeiten müssen. Wenn sich diese weitgehend mit Ihrem gewählten Thema decken: Gratulation! Doch leider ist das nicht die Regel, daher müssen Sie sich auch andere Optionen offen halten.

Möglichkeit Nummer eins: Sie suchen sich ausgeschriebene Stellen, die Ihrer geplanten Abschlussarbeit zumindest ähneln. Möglichkeit Nummer zwei: Sie wählen Firmen aus, die sich für Ihr gewähltes Thema vermutlich interessieren werden. Bei diesen ausgewählten Firmen müssen Sie sich dann natürlich bewerben. Dabei sollten Sie einige Besonderheiten beachten.

Die Bewerbung

Ihr Lebenslauf gehört zwar auch in diese Bewerbung, doch eine viel größere Rolle spielen Ihr Motivationsschreiben, das Exzerpt Ihrer Arbeit und die entsprechende Gliederung. In Ihrem Motivationsschreiben erklären Sie, wie Sie auf das Thema der Arbeit gekommen sind und warum Sie diese bei dem ausgewählten Unternehmen schreiben wollen.

Im Exzerpt fassen Sie Inhalte und Intention Ihrer Abschlussarbeit zusammen und stellen vor allem den praktischen Nutzen – der das Unternehmen in erster Linie interessiert – dar. Dass Sie Ihre wissenschaftliche Arbeit ernsthaft angehen und bereits durchdacht haben, belegt dann Ihre Gliederung.

Empfehlungsschreiben Ihrer Dozenten oder Ihres Betreuers können bei der Bewerbung hilfreich sein, sind jedoch kein Pflichtbestandteil. Geben Sie Ihre Bewerbung bitte in der vom Unternehmen bevorzugten Form – in den meisten Fällen elektronisch – ab und achten Sie auf eine saubere und korrekte Formatierung.

Die Vorteile

Ihre Abschlussarbeit in einem Unternehmen zu schreiben, bietet Ihnen zwei große Vorteile. Erstens stellen Sie sicher, dass Ihre Arbeit einen praktischen Nutzen bietet. Das kann bei der Bewerbung um einen Arbeitsplatz ein wichtiges Argument sein. Denn Sie zeigen dadurch, dass Sie Ihre theoretischen Kenntnisse in der Praxis anwenden und umsetzen können.

Zweitens kann Ihre Abschlussarbeit die Eintrittskarte in ein Unternehmen sein. Nicht wenige Studenten treten ihren ersten Job bei dem Unternehmen an, bei dem sie auch die Abschlussarbeit geschrieben haben. Dieser Weg ist naheliegend, da die Studenten die internen Prozesse des Unternehmens bereits kennen und mit der Abschlussarbeit ihre theoretischen und praktischen Fähigkeiten unter Beweis stellen.

Wie sieht es bei Ihnen aus? Werden Sie Ihre Abschlussarbeit in einem Unternehmen schreiben?