Alles Gute hat einmal ein Ende. Manchmal ist das auch gut so. Bei Seminaren und Workshops etwa. Egal, interessant, lehrreich oder unterhaltsam so ein Kurs ist, irgendwann ist die Birne voll. Der Geist ermattet, die Luft ist raus, rien ne va plus – nichts geht mehr. Ich selbst gebe auch immer wieder solche Workshops. Mal einen Tag lang, mal zwei. Meistens zum Thema Social Media und deren strategischem Einsatz. Das Problem solcher Seminare und Workshops ist allerdings: viele versanden. Die Impulse, die dabei gegeben werden, lösen zwar Begeisterung und Ideen aus, werden dann aber nicht zügig umgesetzt. Tyisch 72-Stunden-Regel…
Die kennen Sie schon aus der Karrierebibel, sie sagt: Alles, was Sie sich vornehmen, müssen Sie auch innerhalb von 72 Stunden beginnen, sonst sinkt die Chance, dass Sie das Projekt jemals umsetzen, auf ein Prozent.
Schuld daran ist nicht nur der innere Schweinehund, sondern oft auch mangelnde Entschlossenheit. Wer sich einer Sache verschreibt, mit Herzblut und Leidenschaft, der legt damit auch schon bald los. Und der erste Schritt dabei ist der wichtigste. Andernfalls bleibt es nur ein frommer Vorsatz.
Um den Graben zwischen Entschluss und Erledigung schmal zu halten, nutze ich daher seit einiger Zeit eine Schlussfrage in meinen Workshops, die stets gut ankommt und wie ich hinterher höre auch entsprechende Wirkung zeigt. Sie lautet:
Was von dem heute Gehörten und Gelernten werden Sie in den nächsten 72 Stunden umsetzen? Nennen Sie nur eine Sache!
Das funktioniert natürlich nur bei Gruppen mit bis zu 20 Teilnehmern. Sonst dauert das zu lange. Aber wenn jeder Teilnehmer zum Abschluss des Workshops reihum die Frage laut beantwortet, fühlen sich hinterher alle ihrem Vorsatz und Versprechen automatisch mehr verbunden – und beginnen bald mit der Umsetzung. Und genau so soll es ja auch sein.
Apropos: Welche (guten) Abschlussfragen haben Sie schon gehört oder selber gestellt?
Bewerbungstipps: Die perfekte Bewerbung
Bewerbungsvorlagen: 16 kostenlose Muster zum Download
Denksport: 50 Brainteaser für Jobinterviews
Smalltalk-Tipps:



Bewerbungs-Dossiers zu Mappe, Anschreiben, Lebenslauf, Bewerbungsfoto und Zeugnissen.
Die besten Tipps und Dossiers für das Vorstellungsgespräch: So überzeugen Sie jeden Personaler.

Roland Kopp-Wichmann
Ich mache es ähnlich in meinen Persönlichkeitsseminaren. Und zwar lasse ich die Teilnehmer am Ende drei oder vier Dinge aufschreiben, die sie ab sofort in den nächsten vier bis sechs Wochen anfangen werden.
Jeweils zwei Teilnehmer tauschen dies dann im Seminar miteinander aus. Diese beiden vereinbaren dann noch im Seminar einen Telefontermin in etwa vier Wochen, wo sie miteinander Kontakt aufnehmen, um zu hören, was aus den Vorhaben geworden ist.
Klappt sehr gut.
Olaf Schwantes
Ich habe gerade am letzten Wochenende am Samstag zu Beginn die Teilnehmer 2 Fragen beantworten lassen: 1. Was ist mein Wunsch für dieses Wochenende? 2. Was trage ich dazu bei? Zuerst in Zweierarbeit, dann in der großen Gruppe.
Am Sonntagnachmittag zum Seminarende habe ich die Fragen wie folgt abgewandelt 1. Was nehme ich vom Seminar mit? 2. Was habe ich dazu beigetragen? Damit lässt sich schon Geübtes und Erreichtes verankern.
Nach ersten Irritationen gab es faszinierende Resonanzen…
Hans
Die Frage “… was wollen Sie umsetzen?” sollte ein Bild im Kopf entstehen lassen vom gewünschten “Zustand”. Untersuchungen zeigen, dass es außerdem wichtig ist, sich vorzustellen, WAS dazu getan werden muss.
Deshalb würde ich zwei Fragen stellen:
1) “Was wollen Sie umsetzen/erreichen?”
2) “Was konkret werden Sie als erstes wann tun / Welcher ist der erste Schritt?”
Am besten schreibt sich der Teilnehmer einen ersten konkreten Schritt mit Datum auf. Und nur den ersten. Dabei ist es egal, wie wichtig dieser ist. Der erste Schritt hat nur einen Zweck: In den Fluss zu kommen.
Das ist wie beim Aufräumen zuhause. Nehmen Sie sich vor, morgen die ganze Wohnung in einem Durchgang aufzuräumen. Schon bei dem Gedanken an alle Stapel und vollgestopften Regale haben die meisten von uns keine Lust mehr :)
Nehmen Sie sich von vorn herein nur ein Regal vor, kommen Sie besser “in Fluss”. Die Wahrscheinlichkeit steigt, dass Sie anschließend auch die Schublade darunter anfassen. Sie können aber auch aufhören, ohne ein schlechtes Gewissen zu bekommen und räumen die Schublade am nächsten Tag auf.
Probieren Sie es :) Welches Regal werden Sie morgen am Samstag nach dem Frühstück aufräumen?
-Hans Steup, Berlin