Kaum eine Bewerbung kommt ohne sie aus – die Ich-Sätze:
- Ich bin teamfähig.
Ich besitze Kommunikationsstärke.
Ich bin ein Macher.
Ich bin engagiert, motiviert.
Ich habe schon Verantwortung übernommen.
Mag alles stimmen. Und doch: Behaupten kann das jeder – beweisen aber nur wenige. Und da die meisten solche Sätze in ihre Bewerbung schreiben, hebt es wunderbar ab, einen anderen Weg zu wählen: beschreiben. Sagen Sie nicht, dass Sie teamfähig, motiviert, verantwortungsvoll sind – umschreiben Sie ein Projekt, bei dem Sie vorbildlich mit Ihrem Team ein Projekt erfolgreich abgeschlossen haben. Und wenn Sie das auch noch flüssig, aktiv und ansprechend formulieren, ist die Kommunikationsstärke auch gleich offenbar.
Und hier noch einmal
Drei Gründe, auf Ich-Sätze zu verzichten
- Abwechslung Natürlich sollten Sie im Anschreiben Ihre Stärken und Ihre Motivation herausstellen. Üblicherweise geschieht das durch Sätze, wie “Ich bin…”, “Ich kann…”, “Ich würde mich freuen…” In dieser Massierung ist das aber nicht nur eintönig, sondern wirkt leider auch egozentrisch.
- Mehrwert Stellen Sie lieber auf die Bedürfnisse des Arbeitgebers in spe ab. Zeigen Sie, dass Sie Ihre Hausaufgaben gemacht haben und das Unternehmen etwas kennen, indem Sie betonen, welchen Mehrwert Sie bieten: “Meine Erfahrungen in XXX würde ich bei Ihnen gerne einsetzen, um für Sie…”
- Differenzierung Der simpelste Grund aber ist die Unterscheidung von anderen Bewerbern. Die meisten Anschreiben basieren auf Musterbriefen und enthalten typische Floskelsätze und damit auch zahlreiche “Ich”-Formulierungen. Heben Sie sich davon positiv ab, fokussieren Sie auf den Leser!
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Ralf Heinrich
Also das Mehrwertbeispiel unter Punkt 2 ist für mich auch ein Ich-Satz … ;o)
Jochen Mai
Aber mit anderer Betonung – Das Wort “Ich” lässt sich in einer Bewerbung ja nunmal nicht ganz vermeiden. Wie auch?
Jörg Wiesner
Meine Erfahrung mit Bewerbungen ist auch, dass viele “Ich-Sätze” formuliert werden. Leider nehmen sich viele Bewerber nicht die Zeit, ein wirklich individuelles (!) Anschreiben zu erstellen. Dabei lassen sich mit ein wenig mehr Einsatz deutlich bessere Ergebnisse erzielen. Mein Gedankenexperiment ist bei Trainings immer: Stell dir vor, du hast eine Arbeitswoche (=40 Stunden), um Bewerbungen zu schreiben. Willst du Masse statt Klasse produzieren, schaffst du 40 Anschreiben (=1 Stunde pro Anschreiben). Oder du schreibst nur 5 Anschreiben (=8 Stunden pro Anschreiben=ein Anschreiben pro Tag). Jeder kann sich ausmalen, welche Bewerbung dann die besseren Ergebnisse erzielen wird.
…und die “Ich-Sätze” sind dann auch passé.
Lars Hahn
Wie wäre es mit Pluralis Majestatis?
“Wir bieten Ihnen eine hohe Beratungskompetenz…” oder
“Er liefert Ihnen anspruchsvolle Texte…” oder sogar
“Man wird sehr zu Steigerung Ihres Betriebsergebnisses beitragen…”
Alles habe ich bereits in Bewerbungen gelesen! Unglaublich, aber wahr.
Gut dosierte Sätze gemäß obigem Typ II gepaart mit Vorteilsübersetzungen für den zukünftigen Chef halte ich für die beste Variante. Ein wenig Selbstbewusstsein ist eben dann doch wichtig. Jörg Wiesner ist natürlich beizupflichten: Klasse statt Masse ist oberste Devise.
Wichtigste Voraussetzung: Bewerbungen machen nur dann wirklich Sinn, wenn der Produzent/die Produzentin der Bewerbung wirklich dahinter steht und das Gefühl hat, dass die Stelle zu ihr/ihm passt.
In diesem Sinne
empfiehlt er sich…
Lars Hahn