Ist Twitter noch ein Soziales Netzwerk oder eher ein Nachrichtenkanal? Die Zahlen, die jetzt von Barracuda Networks veröffentlicht wurden (pdf), sprechen (ähnlich wie diese Harvard Studie) für letzteres. Denn statt eigene Nachrichten, Meinungen und Kommentare zu publizieren, scheint die Mehrheit der weltweit über 50 Millionen Nutzer nur anderen Nutzern zu folgen. Laut der Barracuda Daten haben im Dezember 2009 rund 73 Prozent der Twitterer weniger als zehn Mal gezwitschert. Nur 21 Prozent zählten die Studienautoren zu den “echten Nutzern”. Echte Nutzer, das sind nach deren Definition Twitterer, die mindestens zehn Follower haben, mindestens zehn anderen Twitterern folgen und mindestens zehn Tweets pro Monat absetzen.
Sicher, über die Definition lässt sich streiten, doch sie verdeutlicht einen Trend. Für Paul Judge, den Autor der Studie, ist das zumindest ein starkes Indiz dafür, dass das Gros der Nutzer sich lediglich anmeldet, um etwa ihren Lieblings-Zelebritäten oder ein paar Freunden zu folgen, aber dabei überwiegend passiv bleibt. Dagegen lässt sich überhaupt nichts sagen, das ist völlig okay. Aber soziales Netzwerken geht darüber dann doch hinaus.







Kai Thrun
Ich habe einige Leute in meinem Umfeld, die Twitter seit 1-2 Jahren als “personal” Zeitung nutzen. Ich denke, der Trend ist nicht ungewöhnlich. In jedem Netzwerk wird es auch passive User geben, und twitter bietet eben die Möglichkeit mir die mir wichtigen Informationen gebündelt, gefiltert und kanalisiert zugänglich zu machen.
Ich denke, das ist auch gerade die “Herausforderung” bei Twitter. Die Vielfältigkeit der Wege wie man es nutzen kann.
Max
Das erinnert mich an Blogs: Zu Hype-Zeiten hat jeder zu mindest andere Blogs kommentiert oder gar selbst einen geführt. Meistens ist das aber nach kurzer Zeit eingeschlafen und so sind die meisten Blogs mittlerweile auch “Read-only”…
Mir kommts auch so vor, als wäre Twitter für viele eine Art RSS-Reader-Ersatz.
Pingback: Digital Life – Links des Tages vom 13.03.2010 » Apple, buzzer, ccc, css3, google, internet, ipod, Twitter » Digital Life
Daniela
Ehrlich gesagt, können wir doch froh sein, dass nicht jeder alles zwitschert. Das wäre doch auf Dauer eine echte Reizüberflutung und ob diese Tweets für das soziale Netzwerken einen tatsächlichen Mehrwert liefern, wage ich auch anzuzweifeln ;-)