TwitterblaseGezwitscher ist nicht immer gleich. Nicht nur dass es verschiedene Stimmen gibt – auch die Inhalte wechseln phasenweise. Und das ist das eigentlich bemerkenswerte daran: Wenn man Twitter länger nutzt und die Tweets der Verfolgten (ebenso wie die eigenen natürlich) einmal analytisch-kritisch aus einer Art Metaperspektive betrachtet, so lässt sich feststellen, dass gerade bei den intensiven Nutzern des Mikronachrichtendienstes die Inhaltsschwerpunkte in typischer Weise wechseln – genauer: Es sind die

7 Zyklen eines Twitterlebens

  • Phase 1: Was tust du gerade?

    Es beginnt harmlos – und mit der Ursprungsidee des Zwitscherdienstes: seinen Freunden mitteilen, was man gerade so macht, denkt, fühlt, wo man ist oder demnächst sein wird.
    Typischer Tweet: „Sitze gerade im Starbucks und trinke einen Kaffee.“

  • Phase 2: Eigenwerbung

    Allmählich steigen die Followerzahlen und mit ihnen das Bewusstsein dafür, dass sich über den Kanal eigentlich ja auch prima etwas Marketing in eigener Sache versenden lässt.
    Typischer Tweet: „Bitte lest mein neues Blog unter http://bit.ly/8lEajc“

  • Phase 3: Konversation

    Hatte Phase 2 Erfolg, folgen die ersten Rückmeldungen auf eigene Tweets, sogenannte @Replies, und damit eine Zeit der Kurzgespräche und -debatten. Was je nach Kürze der Antworten für die Mitleser allerdings nicht immer erhellend sein muss…
    Typischer Tweet: „@Leser “ROFL” Klasse Kommentar dazu!!! ;)“

  • Phase 4: Verlinkung

    Sicher, Twitter erlaubt einem nur maximal 140 Zeichen pro Tweet. Aber das lässt sich leicht umgehen, indem man auf längere Beiträge verlinkt – und dank TinyURL oder Bit.ly bleibt sogar noch Platz für eine Anmoderation.
    Typischer Tweet: „917$ Und was ist Dein Twitter-Accound so wert? http://tweetervalue.com/.“

  • Phase 5: Hashhash

    Spätestens ab hier entwickelt sich der Twitter-Account zum Marketing-Tool. Mit sogenannten #Hashtags lassen sich die Kurzmitteilungen verschlagworten – und damit für Suchmaschinen optimieren. Hauptsache, man wird gefunden!
    Typischer Tweet: „Mache gleich #Feierabend! #Wochenende #Samstag #Sonntag #Ausschlafen #Freunde #Kino #Sex“

  • Phase 6: ReReRetweeten

    Es hat ein bisschen was von Geben und Nehmen, wenn man die Tweets anderer wiederholt, weil diese das dann vielleicht auch mit dem eigenen Gezwitscher machen. Es könnte aber auch eine Form sein, sich mit dem Witz und der Cleverness anderer zu schmücken.
    Typischer Tweet: „RT @SupaDupaTwitterer Warum wir jede Erkenntnis sofort retweeten http://bit.ly/8lEajc“

  • Phase 7: Was tust du gerade?

    kaffeebecher
    Irgendwann, wenn man mit allem durch ist, alles ausprobiert und sich genug verlinkt, verschlagwortet und verzwitschert hat, geht es zurück zu den Anfängen (was vermutlich auch den aktuellen Hype um Foursquare erklärt) und damit zu simplen Mitteilungen, was man gerade so macht.
    Typischer Tweet: „Sitze schon wieder im Starbucks und trinke – einen Caffè Latte. Ha!“

Na, und in welchem Zyklus befinden Sie sich gerade?

[via]