wavebreakmedia/Shutterstock.comIn den Siebzigern behauptete der damalige Arbeitsminister Norbert Blüm: Die Rente ist sicher. Heute wissen wir, dass nichts wirklich sicher ist, schon gar nicht die Rente. Bankenkrise, Staatsverschuldung und eine Gesellschaft, in der die Zahl der Rentner steigt, nicht jedoch die Zahl der Arbeitnehmer. Machen wir uns nichts vor, die Generation der heute 20- bis 30-Jährigen wird kaum noch etwas aus dem gesetzlichen Rentenpott rausbekommen. Sparen ist angesagt. Das wissen auch Berufsanfänger. Aber wie?

Altersvorsorge: Ausgangssituation

Als Berufsanfänger stehen Sie am Anfang Ihres Arbeitslebens. Vor Ihnen liegen noch über 40 Jahre Berufstätigkeit. Sie beginnen gerade damit sich mit Haftpflicht-, Kranken- und Berufsunfähigkeitsversicherungen auseinanderzusetzen. Ihr Einstiegsgehalt ist nicht besonders üppig. Im Vordergrund stehen erst einmal größere Anschaffung, wie beispielsweise ein eigenes Auto oder der Erwerb von Eigentum. Vielleicht müssen Sie noch Ihr Bafög oder Ihren Studienkredit zurückzahlen. Wo soll da noch Geld für die Altersvorsorge übrig bleiben?

Vorsorgen? Ein Problem

Auch, wenn zu Beginn die Priorität nicht bei der Altersvorsorge liegt, ist es gefährlich die Thematik einfach unter den Tisch fallen zu lassen. Es ist die viel diskutierte Versorgungslücke in der gesetzlichen Rentenversicherung, die wie ein Damoklesschwert über den Köpfen junger Arbeitnehmer schwebt.

Tatsache ist, dass Deutschland ein demografisches Problem hat, denn die Lebenserwartung und damit die Rentendauer steigt, jedoch gibt es nicht genügend Arbeitnehmer, die die Rentenkasse füllen. Wie eine große Ungerechtigkeit fühlt es sich an, dass man viele Jahre Vollzeit arbeitet, immer schön fleißig Rentenbeiträge zahlt und dennoch bei Renteneintritt einen Hungerlohn erhält.

Altersarmut - der von allen gefürchtete Begriff.

Wer möchte schon Einbußen im eigenen Lebensstandard hinnehmen müssen? An privater Altersvorsorge führt offensichtlich kein Weg vorbei.

Was tun, um auch im Alter finanziell abgesichert zu sein? Fragen, die Sie sich in diesem Zusammenhang stellen:

  • Wann sollte ich mit der Vorsorge beginnen?
  • Wie viel Geld sollte ich monatlich ansparen?
  • Welche Art der Altersvorsorge ist die Richtige für mich?

Um Antworten auf diese Fragen zu finden, muss zunächst ein Blick auf das Konzept Altersvorsorge geworfen werden.

Grundsätzliches zur Altersvorsorge

sparschwein_sparen_GeldZiel einer Altersvorsorge sollte es sein, so viel Geld anzusparen, dass Sie auch im Alter Ihren gewohnten Lebensstandard halten können. Es wird davon ausgegangen, dass ein Mensch im Rentenalter mit rund 70 Prozent seines bisherigen Gehalts auskommen kann.

Und in der Regel gilt: Je früher Sie mit dem Sparen beginnen, desto besser.

Bereits kleine Beträge können einen Unterschied machen. Eine gute Altersvorsorge besteht aus mehreren Bausteinen, wie beispielsweise einer eigenen Immobilie, einer Rentenversicherung und einer Riester-Rente.

Empfehlung für Berufseinsteiger:

Vor allem bei jungen Sparer ist es eine Herausforderung die passende Altersvorsorge zu finden. Hier ein paar grundsätzliche Empfehlungen:

  • Heute haben sich die Beschäftigungsverhältnisse sowie die Karrierewege verändert. Häufige Jobwechsel, längere Auslandsaufenthalte und Sabbaticals sind keine Seltenheit mehr. Achten Sie darauf, dass die Altersvorsorge sich Ihrer Lebensplanung anpasst und binden Sie sich nicht an unflexible Verträge, die Sie für 40 Jahre verpflichten.
  • Kümmern Sie sich zuerst um die notwendigen Versicherungen.
  • Wenn Sie im Berufsleben Fuß gefasst haben, sollten Sie zwischen Anfang und Mitte 30 anfangen sich ernsthaft über das Alter Gedanken zu machen.

Bleibt noch zu klären, was es für unterschiedliche Arten der Altersvorsorge gibt.

Altersvorsorge: Unterschiedliche Modelle

Glossar

Diese Begriffen sollten Sie kennen, wenn Sie sich mit der Altersvorsorge beschäftigen:

  • Garantierte Beitragsrendite: Ist der Gewinn, den Sie erhalten nach Abzug der Kosten für Abschluss, Verwaltung und Versicherungsschutz.
  • Zinseszinseffekt: Zinsen erhöhen Ihr Kapital. Dieses wird im Folgejahr wieder verzinst. Auf diese Weise wächst Ihr Kapital jedes Jahr ein bisschen mehr. Dabei gilt: Je größer der Zeitraum, in dem Sie investieren, und je höher die Verzinsung, desto größer Ihr Nutzen aus dem Zinseszins. Zur Verdeutlichung hier ein Beispiel:

    Sie legen einmalig eine Summe von 10.000 Euro über 10 Jahre an. Die Verzinsung liegt bei 5 Prozent. Im ersten Jahr betragen Ihre Zinsen 500 Euro. Im zweiten Jahr wird ein Betrag von 10.500 Euro weiterverzinst. Im dritten Jahr wäre somit Ihr Kapital auf 11.025 Euro angewachsen. Und so weiter für die nächsten sieben Jahre. Nach 10 Jahren wäre Ihr Kapital auf rund 16.289 Euro angewachsen.

Wir stellen Ihnen drei verschiedene Arten fürs Alter vorzusorgen vor:

Lebensversicherung:

Hierbei werden die Laufzeit und Versicherungssumme bei Vertragsabschluss bestimmt. Dabei ist eine Gesundheitsprüfung verpflichtend. Es gibt zwei Arten:

Arten der Lebensversicherung

  1. Kapital-Lebensversicherung: Einmalige Auszahlung der Versicherungssumme
  2. Renten-Lebensversicherung: Monatliche Auszahlung der Versicherungsumme

Nachteile:
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  • Versicherungsbeiträge dürfen nicht von der Steuer abgesetzt werden.
  • Die Zinsen liegen bei vielen Anbieter aktuell nur bei dem staatlich festgelegten Garantiezins von 1,75 Prozent.
  • Vorzeitige Kündigung oder die Aussetzung der Zahlung bringen dem Sparer Verluste ein. Bei einer vorzeitigen Kündigung erhalten Sie nur den Rückkaufwert, der besonders am Anfang deutlich niedriger ist als die Beiträge.

Riester-Rente:

Bei der Riester-Rente handelt es sich um ein staatlich gefördertes Modell der Altersvorsorge. Das ist im ersten Moment ein riesen Vorteil den anderen Modellen gegenüber. Jedoch kommt es darauf an, den Anspruch für die staatlichen Zulagen zu erfüllen. Die Voraussetzung für eine Riester-Rente ist, dass der Sparer selbst oder sein Ehepartner Mitglied der gesetzlichen Rentenversicherung ist.

  • Bis zu 154 Euro erhalten Sie jährlich als Grundzulage.
  • Zusätzlich gibt es die Möglichkeit 300 Euro für jedes Kind, das ab 2008 geboren ist und 185 Euro für jedes Kind, das vorher geboren ist, zu erhalten.

Nachteile:
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  • Jedes Jahr müssen mindestens 4 Prozent des jährlichen Bruttoeinkommens angespart werden, um die Zulagen zu erhalten.
  • Es gibt eine Förderhöchstgrenze, die bei 2.100 Euro im Jahr liegt.
  • Die staatliche Förderung ist verloren, wenn Sie Ihren Riester-Vertrag vorzeitig kündigen
  • Die staatliche Förderung ist auch verloren, wenn Sie Ihren Wohnsitz ins Ausland verlegen

Betriebliche Altersvorsorge

Hierbei wird das Geld direkt vom Bruttogehalt des Arbeitnehmers abgezogen. Es gibt verschiedene Durchführungswege, wie beispielsweise die Pensionskasse, welcher gewählt wird, entscheidet der Arbeitgeber. Zwar kann der Arbeitnehmer nicht entscheiden, wie die Altersvorsorge durchgeführt wird, aber es entstehen für Ihn keine Kosten beim Abschluss der Altersvorsorge.

Nachteile:
Daumenrunter_r_t

  • Die betriebliche Altersvorsorge ist vorteilhaft, wenn der Arbeitnehmer viele Jahre für das selbe Unternehmen tätig ist, schwierig wird es, wenn der Job gewechselt oder gekündigt wird. Eine Übertragung der Ansprüche ist nicht immer leicht.
  • Erst nach Ablauf einer 5-Jahresfrist können die Ansprüche des Arbeitnehmers nicht mehr verfallen.

Zugegeben, sich mit der Altersvorsorge zu beschäftigen ist ein trockenes Unterfangen und macht keinen Spaß, jedoch sollten Sie das Thema nicht auf die lange Bank schieben. Sie möchten Ihr Alter doch genießen.

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