PodiumTja, Florian, das frage ich mich inzwischen auch. Mir scheint, unsere kleine Diskussion verliert allmählich an Kontur. Vom eigentlichen Thema – der Frage, ob wir Dank Twitter & co. nur noch reden und senden, statt zuzuhören und miteinander zu reden – jedenfalls sind wir weit entfernt.

Sicher ist das alles auch eine Frage der Medienkompetenz, des Trainings und der Gewöhnung. Ich erinnere mich noch als vor ein paar Jahren die ersten Leute mit Handys rumliefen fanden das alle ganz schrecklich angeberisch und lästig. Heute hat ein Großteil der Leute bereits ein Zweithandy – und wer damit nicht mindestens noch simst oder im Internet surft, sieht schon ziemlich alt aus.

SMSWandUnd ich stimme auch Klaus zu, dass zum Beispiel Twitter, das gerade aus mir unverständlichen und übertriebenen Gründen glorifiziert wird, ein praktisches Begleitmedium auf Konferenzen sein kann. Die SMS-Wand auf der re:publica fand ich übrigens wesentlich besser. Nur – und an der Stelle kehre ich zu unserer Ausgangsfrage zurück – das alles ändert nichts an dem derzeit zu beobachtenden Verhalten: Die Leute senden, simsen und bloggen, aber das meiste davon ist eine Einbahnstraßenkommunikation, eine Art öffentliches Selbstgespräch. Und das finde ich bedenklich.

All diesen technischen Sprechwerkzeugen kann ich jeweilige Vorteile abgewinnen. Als Journlist fand und finde ich etwa Blogs großartig, weil sie mir die Chance geben, meine Leser kennenzulernen, mit ihnen zu diskutieren, Wissen (und Meinungsverschiedenheiten) zu teilen, zu lernen. Das dabei auch mal hitzige Debatten entstehen… pfffff. Ich streite mich auch mit meinen Freunden ab und an über den Zustand der Demokratie oder die Moral der Manager in unserem Land. Deswegen trinken wir trotzdem danach noch ein Bier zusammen. Nur: Wir reden miteinander, hören zu, gehen auf den anderen ein.

Mag sein, dass Zwischdurchtools wie Twitter derzeit nur so stark genutzt werden, weil sie neu sind, faszinieren und die Netz-Avantgarde süchtig nach Spielereien ist. Nur (ich weiß, ich wiederhole mich) fragmentieren diese Spielereien das Denken und Durchdenken in immer kleinere Splitter, so dass am Ende kein großes Ganzes entsteht, sondern ein Haufen Späne. Mal ehrlich, Klaus, wenn du dich bei Twitter einloggst, liest du dann noch die vorherigen Einträge deiner 238 Follower?

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Dieser Beitrag ist Teil einer virtuellen Podiumsdiskussion zwischen Jochen Mai (Karrierebibel), Thomas Knüwer (Indiskretion Ehrensache), Klaus Eck (PR-Blogger) und Florian Steglich (imgriff.com). Und so funktioniert der Blog-Talk: Am Ende jedes Beitrags stehen zwei Links. Der Erste führt zum vorherigen Beitrag, der Zweite zum nächsten. Sie selbst, liebe Leser, können die einzelnen Beiträge jederzeit kommentieren, wobei wir auf den ein oder anderen Kommentar im Verlauf der Debatte gerne eingehen. Auch die Kommentierung durch einen eigenen Beitrag (inkl. Trackback) ist natürlich möglich. Bitte haben Sie aber Verständnis dafür, dass wir die virtuelle Talkrunde nicht erweitern können, da der Verlauf der Debatte sonst völlig chaotisch und kaum noch verfolgbar werden könnte.