EMail-Bewerbung-Anschreiben-Brief
Bewerbungen via E-Mail gehören heute in fast allen Branchen zum Standard. Auch wenn manche Unternehmen postalische Bewerbungen oder Bewerbungen über ihr jeweiliges Online-Bewerbungssytem bevorzugen, machen E-Mails nach wie vor den größten Teil aller Bewerbungen aus. Dennoch hat der eine oder andere Bewerber bei der Gestaltung seiner E-Mail-Bewerbungen noch Potenzial. Vor allem das E-Mai-Anschreiben bereitet einigen Probleme...

Anschreiben E-Mail-Bewerbung: anhängen oder einfügen?

Eine Frage wird bei der E-Mail-Bewerbung wieder und wieder diskutiert: Kommt das Anschreiben in die E-Mail oder in den Anhang?

Die kurze Antwort: Wenn das Unternehmen keine Präferenz angibt, gibt es dabei keine eindeutig richtige oder falsche Lösung. Als Bewerber sollten Sie prüfen, was besser zu Ihren Unterlagen passt - und welche der folgenden Argumente Sie mehr überzeugen:

Für die Platzierung des Anschreibens im E-Mail-Text spricht:

    Daumenhoch_t

  • Das Anschreiben ist direkt lesbar - ein Klick weniger für den Empfänger.
  • Der Empfänger muss weniger Text lesen, es gibt weniger inhaltliche Doubletten.
  • Lebenslauf und Anschreiben können getrennt voneinander ausgedruckt werden.
  • Die Dateigröße des Anhangs schrumpft.

Für die Platzierung des Anschreibens im Anhang spricht:

    Daumenhoch_t

  • Der Empfänger wird beim Öffnen der E-Mail nicht gleich mit Text überflutet.
  • Mit dem Anschreiben im Anhang können Sie dieses besser gestalten.
  • Werden die Bewerbungsunterlagen weitergeleitet, bilden Anschreiben und Lebenslauf eine Einheit.

Beide Varianten haben ihre jeweiligen Vorteile. Für welche Sie sich entscheiden, ist letztlich eine Geschmacksfrage. Vor allem Sie müssen sich damit wohl fühlen - wir empfehlen allerdings fast immer Variante 1, Anschreiben in der Mail: Jedes gestrichene Wort, ist für den Leser eine Erleichterung...

Anschreiben im Anhang: Vernachlässigen Sie die E-Mail nicht

Falls Sie sich aber für Variante 2 entscheiden (Anschreiben im Anhang), sollte die E-Mail unbedingt kurz ausfallen. Die Kunst besteht darin, die richtige Balance zwischen knackiger Formulierung und Informationsgehalt zu finden. Das eigentliche Anschreiben sollten Sie in der E-Mail keinesfalls inhaltlich wiederholen - zu redundant.

Eher sollten Sie versuchen, mit einem ansprechenden Text das Interesse an Ihrer Bewerbung zu steigern und sich von der Masse abheben. Das Ergebnis könnte zum Beispiel so aussehen:

Sehr geehrte(r) Frau/Herr XY,

anbei erhalten Sie meine Bewerbung für Ihre ausgeschriebene Stelle als Key Account Manager. Warum ich die Stelle optimal ausfüllen kann und Ihrem Unternehmen durch meine Erfahrung im Vertrieb und der Kundenbetreuung zahlreiche Vorteile biete, entnehmen Sie bitte meinen ausführlichen und angehängten Bewerbungsunterlagen.

Ich freue mich auf ein persönliches Vorstellungsgespräch.

Mit besten Grüßen

Zugegeben, diese Variante ist selbstbewusst - und nur eine mögliche Option. Wer es lieber zurückhaltender mag, könnte das E-Mail-Anschreiben zum Beispiel auch so formulieren:

Sehr geehrte(r) Frau/Herr XY,

anbei finden Sie meine Bewerbung für Ihre ausgeschriebene Position als Key Account Manager. Die Stelle entspricht genau meinen Vorstellungen und reizt mich sehr. Da mein Profil und meine bisherigen Erfahrungen im Kundenmanagement gut zu Ihren Anforderungen passen, bin ich davon überzeugt, einen echten Mehrwert leisten zu können. Und das möchte ich!

Ich freue mich, wenn Sie meine Bewerbungsunterlagen im Anhang prüfen und ich mich Ihnen noch einmal persönlich vorstellen kann.

Mit besten Grüßen

Je nach Branche und Unternehmen können Sie Ihr Mail-Anschreiben auch etwas weniger formell formulieren. Emoticons, Abkürzungen und zu umgangssprachliche Formulierungen sind jedoch immer tabu. Es handelt sich nach wie vor um eine Bewerbung und damit um einen offiziell-professionellen Schriftverkehr.

Betreff und Empfänger

Egal wo Sie Ihr Anschreiben platzieren: Der Betreff der E-Mail sollte die ausgeschriebene Stelle eindeutig kenntlich machen. Auch das Wort "Bewerbung" sollte darin vorkommen.

Denken Sie bitte daran, dass der Empfänger Ihrer E-Mail täglich dutzende, wenn nicht gar hunderte E-Mails bekommt. Daher sollt die E-Mail schnell und problemlos zuzuordnen sein.

Idealerweise können Sie Ihre E-Mail direkt an den zuständigen Personaler adressieren. Je nach Größe des Unternehmens wird sie jedoch oft zuerst von Assistenten gesichtet. Trotzdem sollten Sie...

  • die E-Mail direkt an den zuständigen Personaler adressieren.
  • sich für den E-Mail-Text Zeit nehmen.
  • die Mail und Unterlagen gewissenhaft auf Tippfehler prüfen.

Anschreiben im E-Mail-Text: Richtig gestalten

Falls Sie das Anschreiben direkt in der E-Mail platzieren, kommt es vor allem auf die Gestaltung an. Lange Textblöcke oder gar Textwüsten wirken in E-Mails noch abschreckender als in schriftlichen Bewerbungen und lassen das Interesse an einer Bewerbung schnell gegen Null tendieren.

Die Faustregel lautet daher: Gliedern und strukturieren Sie das Anschreiben durch kurze Absätze und Aufzählungen - so wie dieser Artikel.

Beschränken Sie sich dabei aber bitte auf reine Text-E-Mails. HTML-E-Mails bieten Ihnen zwar mehr Formatierungsoptionen, werden jedoch längst nicht von allen Unternehmen akzeptiert und können sogar automatisch ausgefiltert werden.

Überdies gelten für das E-Mail-Anschreiben dieselben Optimierungs-Regeln wie für jedes Anschreiben:

  • Achten Sie in der Stellenausschreibung auf wichtige Schlagworte und integrieren Sie diese in Anschreiben und Lebenslauf.
  • Sorgen Sie dafür, dass Sie alle Muss-Qualifikationen erfüllen.
  • Nutzen Sie Fachbegriffe, die im Beruf oder in der Branche zum Standard gehören und dokumentieren Sie so subtil Zugehörigkeit.

Dieser Aufwand ist sinnvoll, weil einige Unternehmen Bewerbungs-E-Mails im ersten Durchlauf automatisiert scannen und vorsortieren lassen. Die passenden Schlagworte erhöhen die Chance, dass Ihre Bewerbung eine Runde weiterkommt und eben nicht aussortiert wird.

Checkliste E-Mail-Bewerbung: Darauf sollten Bewerber achten

Wie gewohnt können Sie unsere Checkliste auch gratis herunterladen. Zum PDF geht es HIER entlang.

  • Nutzen Sie unbedingt eine seriöse E-Mail-Adresse die aus Ihrem Namen und - wenn nötig - einem Zusatz besteht. Ausnahme: Sie betreiben ein eigenes Blog, das unter einem eigenen Markennamen läuft. Dann kann die E-Mail-Adresse auch damit verbunden sein, zum Beispiel: kontakt@meinblog.de.
  • Ermitteln Sie idealerweise den direkten Ansprechpartner für Ihre E-Mail-Bewerbung. Sie sollten diesen dann nicht nur in der E-Mail (und im Anschreiben) ansprechen, sondern so auch die allgemeine Bewerbungs-E-Mail-Adresse umgehen.
  • Formulieren Sie Ihren Betreff klar und präzise. Wenn Sie ihn selbstbewusst formulieren, muss sich dieser Stil durch die gesamte Bewerbung ziehen - und natürlich zu Ihnen passen.
  • Verzichten Sie auf komplizierte HTML-Formatierungen. Diese können zwar optisch ansprechend sein, werden jedoch nicht in allen Unternehmen zugelassen und können - je nach E-Mail-Client - zu Darstellungsproblemen führen.
  • Ein Detail kann den Gesamteindruck unterstützen: Verwenden Sie in der E-Mail idealerweise die gleiche Schriftart wie in Ihrer Bewerbung. Mancher Personaler achtet auch auf solche Kleinigkeiten.
  • Stellen Sie sicher, dass die Stellenbeschreibung im Betreff der E-Mail und im (angehängten) Anschreiben identisch sind. Abweichungen wirken schlampig und nähren den Verdacht einer Massenmail.
  • Die E-Mail sollte mit einer persönlichen Ansprache des Empfängers beginnen (recherchieren!) und mit einer persönlichen Grußformel und Ihrem vollen Namen enden.
  • Da manche Unternehmen E-Mail-Bewerbungen automatisch vorsortieren lassen, sollten Sie sicherstellen, dass Sie die wichtigsten Schlagworte und in Ihrem Betreff die exakte Stellenbeschreibung verwenden.
  • Sollte vom Unternehmen nichts anderes gewünscht werden, sollten Sie alle Bewerbungsunterlagen in eine einzige PDF-Datei packen, in der Sie dann Lebenslauf und Zeugnisse kombinieren.
  • Ihr Bewerbungsfoto findet bei der E-Mail-Bewerbung klassischerweise auf Ihrem Lebenslauf Platz. Ein gesondertes Deckblatt ist - im PDF-Anhang - zwar möglich, jedoch möglicherweise störend.
  • Sowohl in Ihrer E-Mail als auch in Anschreiben und Lebenslauf sind korrekte Rechtschreibung und die höfliche Sie-Form Pflicht. Ausnahme: In der Stellenausschreibung wird bereits geduzt. Dann können Sie auch zurückduzen.
  • Auch bei der E-Mail-Bewerbung sollten Sie die mitgeschickten Zeugnisse und Nachweise passend zur Stelle auswählen. Zu viele Dokumente erschweren Personalern die Arbeit und reduzieren Chancen.
  • Der Anhang sollte eine Dateigröße von fünf Megabyte nicht überschreiten. Die Größenbeschränkung mag antiquiert wirken, ist bei manchen E-Mail-Clients mittelständischer Unternehmen aber immer noch relevant. Warum hier etwas riskieren?
  • Falls vorhanden, können Sie Ihre Online-Auftritte und -Profile in Ihrer E-Mail-Signatur verlinken. Beschränken Sie sich dabei aber bitte auf die Profile, die Sie aktiv für die Jobsuche nutzen und vorher präpariert beziehungsweise darauf optimiert haben.
  • Eine Lese- und Empfangsbestätigung kann Ihnen zwar Sicherheit und ein erstes Feedback geben. Es könnte aber auch aufdringlich wirken. Überlegen Sie sich daher bitte, ob Sie auf diese nicht verzichten und sich stattdessen den Eingang zu einem späteren Zeitpunkt telefonisch bestätigen lassen.
  • Auch wenn E-Mails schneller zugestellt werden als postalische Bewerbungen sollten Sie mit den gleichen Wartezeiten für eine Reaktion rechnen: Zwei bis vier Wochen sind dabei leider normal.

Vertiefende Artikel

Wollen Sie sich noch umfassender mit der E-Mail- und Online-Bewerbung befassen, empfehlen wir Ihnen die folgenden Artikel:

[Bildnachweis: Jochen Mai]