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23 von Jochen Mai am 10. November 2009 → Artikel in Büro
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Ansteckungsgefahr – Meide Glücklose!

AbsturzGlücklose sind wie Ertrinkende. Man kann sie retten, aber man riskiert immer, selbst dabei umzukommen. Das klingt herzlos, ist aber die Wahrheit: Unglück zieht Unglück an. Es gibt Menschen, die haben einen infektiösen Charakter. Ihr zerstörerisches Handeln und ihre destabilisierende Wirkung überträgt sich auf alle in ihrer Umgebung und erst recht auf jene, die ihnen helfen wollen. Wer solche Menschen nicht meidet, wird von ihnen unweigerlich in den Abgrund gerissen.

Der Grund dafür ist, dass die meisten Menschen Anpasser sind. Wenn sie längere Zeit mit anderen verbringen, übertragen sich irgendwann deren Sprache, Emotionen und sogar Denkweisen auf sie. Im Business nennt man das Unternehmenskultur. Deswegen sagen Berater häufig Sätze wie: „Vereinfacht ausgedrückt, können wir durch Streamlining der Synergieeffekte im Total Quality Management erhebliche Produktivitätsbarriers downsizen.“ Wer darauf hört, ist selber schuld.

Wer sich dem Einfluss emotional Instabiler und unheilbar Unzufriedener aussetzt, ist jedoch noch übler dran. Sie verstärken, was einen niederhält und bringen jeden, der sich auf sie einlässt, aus dem Gleichgewicht. Sie sind Karrierekannibalen. So wie Cassius, über den William Shakespeare seinen Julius Cäsar sagen lässt: „Ich kenne niemand, den ich eher miede, als diesen hageren Cassius … Solche Männer haben nimmer Ruh, so lang sie jemand größer sehn als sich. Das ist es, was sie so gefährlich macht.“

Wer es zu Glück und Größe bringen will, sollte die Gesellschaft von Menschen suchen, deren positive Eigenschaften andere anzieht, die andere bewundern – und die auf sie selbst abfärben. Wer geizig ist, sucht besser die Nähe von Großzügigen; wer zum Einzelkämpfer neigt, freundet sich mit Geselligen an.

Langzeitleser dieser Seite kennen die Erfolgsregel schon: A-Leute ziehen A-Leute, B-Leute ziehen C-Leute. Heißt: Exzellente Leute suchen sich immer auch ein exzellentes Umfeld. Nicht nur, weil das auf sie abfärbt, sondern auch, weil es sie inspiriert und antreibt – im positiven Sinne. Für Mittelmäßige dagegen bedeutet jeder erstklassige Mitarbeiter eine latente Bedrohung, der entweder an ihnen vorbei zieht (und sie so relativ deklassiert) oder sie beerbt. Schon deshalb sollten Sie stets die Nähe zu A-Leuten suchen – oder wie der Volksmund sagt: Zeig mir deine Freunde, und ich sag dir, wer du bist – oder gar sein wirst.

Es ist eine Lebensregel, dass negative, aber auch positive Qualitäten ansteckend wirken. Und wer die beherzigt, profitiert mehr davon als von allen Therapien dieser Welt.



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1. Kommentar

Daniela Hinrichs
10.11.09 um 09:12 Uhr

Jetzt muss jeder nur noch die Hürde der korrekten Kategorisierung nehmen.

2. Kommentar

Jochen Mai
10.11.09 um 09:14 Uhr

@Daniela: So schwer ist das aber nicht. Um ein biblisches Zitat zu bemühen: An den Früchten werdet ihr sie erkennen…

3. Kommentar

Bernd von ZWS
10.11.09 um 09:16 Uhr

Auch wenn es irgendwie bitter ist: Ich muss hier einfach zustimmen. Gerade im Vertrieb funktioniert dieses Prinzip!

4. Kommentar

Daniela Hinrichs
10.11.09 um 09:26 Uhr

Meine Erfahrung hat gezeigt, dass insbesondere B-Leute gerne einen prall gefüllten Obstkorb vor sich hertragen. Ernten können sie also gut.

PS…so lange es nicht das Früchtchen ist…

5. Kommentar

Stefan Beig
10.11.09 um 10:57 Uhr

Bisher habe ich Ihre Tipps und Artikel immer als sehr inspirierend empfunden. Aber diesen Artikel finde ich dann doch etwas zweifelhaft.
Ich frage mich, für wen Sie dann all Ihre Tipps schreiben? Denn die absolut Glücklichen und Erfolgreichen werden sich sicherlich nicht hierhin verirren, oder?
Und was bedeutet Ihr Fazit? Soll man die Glücklosen lieber isolieren, wenn sie so “ansteckend” sind? Wohin? (Und all die armen Psychologen, Coaches und Berater, die sich mit den Unglücklichen abgeben – die sind ja dem Untergang geweiht!)

Und wie definiert man (Sie) “glücklos”? Nach Einkommen? Nach Egoismus? Und wer gehört zu den A-Leuten? Ich schätze auf jeden Fall Bankmanager, oder?

Zum Glück (!) denken nicht alle so! Zum Glück gibt es eine Vielzahl an Ehrenamtlichen, Organisationen, Berufen, usw. die sich nicht von den Glücklosen abwenden, sondern darin ihr Glück finden, den Glücklosen zu helfen.

Klingt jetzt etwas pathetisch, okay – aber ich denke Sie verstehen worauf ich hinauswill.
Ich weiß nicht, ob Sie das wirklich so meinen, aber ich finde solch eine Denke nicht nur zweifelhaft, sondern gefährlich.

6. Kommentar

Andre J. Aberer
10.11.09 um 11:32 Uhr

Das mit dem Adaptieren fiel mir auch schon massiv auf. Wenn mir etwas bei jemand anders gut gefällt, dann übernehm ich das auch gerne bewusst. Meist flaut es mit der Zeit dann aber auch wieder ab oder es integriert sich nach Modifikation in die eigene Persönlichkeit.

Nebst dessen, dass man sich von Jammerern fern halten sollte, gilt natürlich auch umgekehrt, dass man selbst mit dem Jammern gut haushalten sollte. Jammern ist ja menschlich und nicht grundverkehrt. Aber es gibt echt Leute, die setzten das permanent ein, weil aufrichtiges Jammern ja eine super gemeinsame Gesprächsgrundlage böte. Der eine jammert, der andere hört zu und bemitleidet – gelitten haben wir ja alle schon einmal. Mit solchen Leuten sollte man in Small-Talk-Gelegenheiten dann besser übers Wetter sprechen…auch eine hervorragende Gesprächsgrundlage.

7. Kommentar

Jochen Mai
10.11.09 um 11:38 Uhr

@Stefan Beig: Es zeugt in der Regel nicht von großem rhetorischem Geschick, Kritik mit Fragen zu verbinden und diese zugleich zynisch zu beantworten. Jedenfalls erhöht das weder den Eindruck der Ernsthaftigkeit eines solchen Kommentars, noch die Lust, darauf seriös zu antworten. Ich will es trotzdem versuchen:

Offenbar wissen Sie mehr über meine Leser als ich. Jedenfalls scheinen Sie genau zu wissen, wer sich hierher “verirrt” und wer gezielt hierher klickt. Vielleicht darf ich Ihre Wahrnehmung dahingehend korrigieren und Ihnen sagen, dass Sie damit gewaltig irren. Zumal Ihren ein Denkfehler unterliegt: Glück, Erfolg, Karriere – das sind keine absoluten Werte, die es nur einmal zu erreichen gilt und dann bleiben sie. Absolut Erfolgreiche, absolut Glückliche kann es nicht geben – das ist definitorischer Unsinn. Folglich schreibe ich für jeden, der sich für diese Themen interessiert – unabhängig von dessen persönlichen Zielen.

Auch Ihr Rückschluss, Glücklose wie Kranke zu isolieren geht leider völlig am Thema vorbei. Es geht nicht darum, andere auszusondern, sondern darum, sich sein eigenes Umfeld bewusst zu wählen. Und das ist überhaupt nichts Unanständiges – Sie tun das (hoffentlich) auch bei Ihrem engeren Freundeskreis, bei Ihrem Arbeitgeber, bei Geschäftspartnern. Vermutlich gefällt Ihnen die Deutlichkeit meiner These nur nicht, dennoch wage ich zu behaupten, dass Sie intuitiv nicht anders handeln. Bewusst wäre nur eben besser.

Zu einer anderen Frage: Wie Sie Glück oder Erfolg definieren, ist Ihre ganz persönliche Entscheidung. Entsprechend klug ist es, sich ein Umfeld mit Menschen zu suchen, die diese Werte und Ziele teilen.

Was Sie dabei leider verwechseln: Es gibt Menschen, die im Leben tatsächlich wenig Glück hatten, schlechtere Startbedingungen, Nachteile überall. Dafür können sie nichts, setzen aber alles daran, ihr Leben besser zu machen. An diese Menschen denken Sie – nur ist von denen gar nicht die Rede. Vermutlich haben Sie in der spontanen moralinsauren Wut nur den Eingangssatz überlesen, dass es hier um Menschen mit einem infektiösen, zerstörerisches und destabilisierenden Charakter geht. Es sind jene, die etwa notorisch alles schlecht reden, die nichts wagen, aber zerstören was andere riskieren und die stets Dritte, das Schicksal, die Umstände für ihr “Pech” verantwortlich machen. Und solche Menschen – solange sie sich nicht ernsthaft umdenken – ziehen selbst notorische Gutmenschen mit in den Abgrund. Darum geht es. So zu denken, ist nicht gefährlich, das Gegenteil ist es.

8. Kommentar

Stefan Beig
10.11.09 um 14:01 Uhr

“Es zeugt in der Regel nicht von großem rhetorischem Geschick, Kritik mit Fragen zu verbinden …”

Eine Antwort so zu beginnen, ist dahingegen rhetorisch aber wirklich brillant, Herr Mai!
Ich hoffe, Sie nehmen mein konstruktiv gemeintes Feedback nicht so persönlich, wie es scheint. Mir geht es jedenfalls um den Inhalt und die Konsequenzen Ihrer Aussage – nicht um die Form (da ist dies auch meiner Meinung nach nicht das richtige Medium/Forum).

“Es gibt Menschen, die haben einen infektiösen Charakter. Ihr zerstörerisches Handeln und ihre destabilisierende Wirkung überträgt sich auf alle in ihrer Umgebung und erst recht auf jene, die ihnen helfen wollen. Wer solche Menschen nicht meidet, wird von ihnen unweigerlich in den Abgrund gerissen.”

Tut mir leid, aber auf solche Aussagen kann ich nur zynisch reagieren.
“infektiösen Charakter” – das lassen Sie sich einmal auf der Zunge zergehen …
Meinen Sie das WIRKLICH ernst?

“Auch Ihr Rückschluss, Glücklose wie Kranke zu isolieren geht leider völlig am Thema vorbei. Es geht nicht darum, andere auszusondern, sondern darum, sich sein eigenes Umfeld bewusst zu wählen. Und das ist überhaupt nichts Unanständiges – Sie tun das (hoffentlich) auch bei Ihrem engeren Freundeskreis, bei Ihrem Arbeitgeber, bei Geschäftspartnern.”

So würde ich das ja auch noch verstehen. Aber Sie sagen genau das: “Wer solche Menschen nicht meidet, wird von ihnen unweigerlich in den Abgrund gerissen.” Wenn nun also alle Ihrem Rat folgen würden und solche Menschen “isolieren”, was ist das dann wenn nicht auszusondern?

Ich meine zu verstehen, was Sie meinen. Natürlich gibt es Menschen für das Glas immer halbleer ist, die immer Andere oder die Umstände verantwortlich machen. Dies ist sicherlich keine förderliche Einstellung. Aber für den Menschen als soziales Wesen (immerhin leben wir in sozialen Gemeinschaften) war wegschauen, meiden oder aussondern noch nie eine Eigenschaft, die einen wirklich weiterbringt (von allen historischen und moralischen Implikationen einmal ganz abgesehen …).

9. Kommentar

Jochen Mai
10.11.09 um 14:20 Uhr

@Stefan Beil: Also wenn Sie nicht anders als mit Zynismus reagieren können, kann und will ich mit Ihnen auch nicht weiterdiskutieren. Tut mir auch leid, aber dafür ist mir meine Zeit zu kostbar.

Ja, ich meine das ernst (auch ohne Versalien), die ansteckende Wirkung des sozialen Umfeldes ist hinlänglich bewiesen. Überdies reicht die Lektüre der hiesigen Kommentare dazu. Dabei begehen Sie übrigens denselben Denkfehler zum zweiten Mal: Wenn Menschen sich gezielt ihr berufliches (oder privates) Umfeld suchen, heißt das noch lange nicht, dass die anderen dadurch gesellschaftlich isoliert sind. Würde man Ihrer Logik folgen, dürften Sie sich Ihre Freunde nicht mehr aussuchen, weil Sie dann ja alle anderen “isolieren”…

Und mit Verlaub: Dem Thema nun auch noch historische Dimensionen zu geben, ist völlig daneben. Ihre Argumentation oszilliert zwischen schwammigen Vergleichen und unzulässigen Verallgemeinerungen:
- Ja, der Mensch ist ein soziales Wesen – er wird aber nicht asozial dadurch, dass er sich sein Umfeld wählt. Oder lassen Sie beispielsweise jeden jederzeit in Ihr Haus? Das wäre dann ja ein barbarischer Akt des Aussonderns und Isolierens! Vielleicht aber auch nicht.
- Bestimmte Menschen meiden, heißt nicht wegschauen – kann es schon gar nicht sein, weil das Abwenden als bewusster Akt vorheriges Hinschauen und Auswählen voraussetzt.
- Und wie gesagt: Persönliches Auswählen ist nicht mit gesellschaftlichem Aussondern gleichzusetzen. Der Vergleich hinkt – auf beiden Beinen.

Darüber hinaus würde mich natürlich freuen, wenn Sie mir kurz erklären könnten, wie sich Zynismus und appellativ-rhetorische Fragen vom Typ “meinen Sie das WIRKLICH ernst?” als konstruktive Form der Diskussion besser einsetzen lassen… (Ich kann übrigens auch Sarkasmus)

10. Kommentar

Heidi Assmann
10.11.09 um 14:54 Uhr

Jeder, der einmal – völlig egal wo – gearbeitet hat erkennt sie: die über den Flur huschenden Geister, die notorisch Unzufriedenen, die ihr eigenes Gewicht nicht ziehen. Wer sich mit ihnen einlassen muss, da im gleichen Projekt “gefangen”, tut gut daran, sich zu distanzieren. Ich habe schon erlebt, dass Personalverantwortliche beide MA abgemahnt haben, da sie nicht ermitteln wollten, wer denn was (nicht) getan hat.

11. Kommentar

Simone Janson
10.11.09 um 21:29 Uhr

Hallo zusammen,
mal eine interessante, abwechslungsreiche Diskussion mit guten Argumenten, danke!
Der Beitrag berücksichtig m.E. nicht, dass sich die Einordnung in Kategorien ja auch ändern kann – durch Schicksalsschläge, mit denen vielleicht auch so mancher A nicht grundsätzlich gleich fertig wird (Jobverlust, Insolvenz, Krankheit, Todesfälle…) oder auch einfach durch Veränderungen im persönlichen oder beruflichen Umfeld. Umgekehrt steckt auch in so manchem C oder B durch entsprechende äußere Einflüsse durchaus auch A-Potential – alles schon erlebt. Nur hat man mit seiner Kategorisierung dann dummerweise aufs falsche Pferd gesetzt – wie blöd…

12. Kommentar

Jochen Mai
10.11.09 um 22:26 Uhr

@Simone: Das ist – mit Verlaub – ein Totschlagargument. Hätte, könnte, was nicht alles möglich wäre… so kann man sich freilich leicht aus der Verantwortung stehlen, eine Entscheidung zu treffen. Man selbst “könnte” sich ja auch von einem A zum B entwickeln oder vom C zum A aufsteigen. Es “könnte” auch sein, dass sich die eigenen Werte und Ziele im Lauf der Zeit verschieben und deshalb auch die Kategorien andere Parameter bekommen… Ja, letztlich ist alles denkbar und Fehler nie ausgeschlosssen. Aber wo soll dieser Einwand hinführen? Nirgendwo hin – er führt direkt ins Entscheidungs-Nirwana. Denn wer ausschließen will, auch mal aufs falsche Pferd zu setzen, der darf keine Entscheidungen für oder gegen jemanden oder etwas treffen (was im Grunde trotzdem eine Entscheidung ist) – und kann selbst dabei völlig falsch liegen und enttäuscht werden.

Kurzum: Worauf willst du eigentlich hinaus? Ich stehe noch immer zu der These, dass man eine Entscheidung für sein soziales Umfeld treffen muss. Die meisten Menschen tun das ohnehin – im Privaten ganz oft und auch ohne Probleme. Allein die exklusive Entscheidung für EINEN Lebenspartner schließt 100.000 andere mögliche Partnerschaften aus. Kein Mensch ist mit 1000 Menschen befreundet – und ich meine jetzt nicht die Facebook-Freunde! Wir alle pflegen unseren exklusiven Aller-beste-Freunde-der-Welt-Zirkel – und grenzen damit andere ganz gewissenlos aus (was im Übrigen völlig okay ist). Natürlich können sich Kategorien ändern, das heißt aber nicht, dass die damaligen Entscheidungen automatisch falsch gewesen sein müssen. Zum damaligen Stand waren sie womöglich absolut richtig. Entscheidungen lassen sich korrigieren, umentscheiden eben. Nur umgehen lassen sie sich deshalb nicht.

13. Kommentar

Simone Janson
10.11.09 um 22:53 Uhr

Du sagst es ja sehr schön: Man entscheidet sich für einen Lebenspartner. Oder für Freunde. Und dann verändert sich die Situation. Aus As werden plötzlich Bs oder Cs (ich sträube mich immer noch gegen die Kategorisierung) oder umgekehrt. Und dann? Ende der Beziehung? Ganz krasss, weil der oder diejenigen nicht mehr in die Kategorie passen?
Ehrlicherweise läuft es vermutlich öfter so als die meisten Leute zugeben wollen. Insofern ein sehr ehrlicher Beitrag. Nur: Ob man das so als Allzwecklösung propagieren sollte, wie der Beitrag für mich den Anschein erweckt?

14. Kommentar

Jochen Mai
10.11.09 um 23:06 Uhr

@Simone: Auch wenn sich zunächst viele gegen das A, B, C der Kategorisierung moralisch motiviert wehren – letztlich macht das jeder so. Wir alle entscheiden uns, ob unbewusst oder bewusst, für Menschen, die wir für Spitze halten – und entscheiden uns gegen Leute, die wir für zweit- oder drittklassig halten: Wir wollen Geschäfte machen mit dem besten Anbieter, achten auf beste Qualität, nehmen am liebsten den Rat vom kompetentesten Ratgeber an, lesen Bestseller… Frauen finden Männer mit Status attraktiver; Männer lieben Models, usw. Das sind nichts anderes als ABC-Kategorien. Nur sagt es keiner so deutlich, weil das irgendwie nicht pc klingt.

Von einer Allzwecklösung war indes nicht die Rede, sondern allein vom Umgang mit zerstörerischen Persönlichkeiten. Sicher, man kann versuchen, sie zu retten, sie zu therapieren. Aber das halte ich eben für selbstzerstörerisch.

15. Kommentar

Simone Janson
11.11.09 um 13:21 Uhr

Allerdings geschieht die Einordnung in die Kategorien dann doch nach völlig subjektiven Kriterien, oder? Interessant dabei ist dann nur, dass, fragt man die Leute nach ihrer persönlichen Selbsteinschätzung, viel mehr As dabei herauskommen, als es geben kann… :-)

16. Kommentar

Jochen Mai
11.11.09 um 13:29 Uhr

@Simone: Deswegen geht es in dem Artikel ja auch nicht um Eigenwahrnehmung, sondern um Fremdwahrnehmung – also die Eingruppierung anderer. Dass dies ein rein subjektiver Akt ist, steht außer Frage (das Gegenteil wurde auch nicht behauptet).

17. Kommentar

Nicole
12.11.09 um 18:51 Uhr

Das ist genau der Grund, warum so viele Menschen alles daran setzen, die Fassade des A-Typus aufrecht zu erhalten. Wie diese Woche gesehen, kann das dann unter einem Zug enden!

18. Kommentar

Henning
04.12.09 um 02:36 Uhr

Da hat Nicole nicht Unrecht.

Zumal man – wenn man mal diese Kategorisierung übernimmt – sich als B ja durchaus mit As abgeben kann, um sich selbst zu “verbessern” und gleichzeitig mit Cs, um denen einen “Aufstieg” leichter zu machen.

19. Kommentar

Jill Cameron
13.12.09 um 07:07 Uhr

Na so einen Schwachsinn habe ich ja schon lange nicht mehr gelesen! Den Kern eines sogenannten “Unglücks” trägt jeder in sich selbst. Aber hier in der “karriere bibel” Ist es natürlich schön bequem zu sagen, eine sogenannte B-Kategorie-Mensch sei “schlecht” für A-Menschen. Es sind Deine eigenen Gedanken, die schlecht sind. Das hier hört sich an wie Karriere-Darwinismus, Karriere-Rassen, Karriere-Menschenklassen. Na? Bimmelts?

20. Kommentar

Jochen Mai
13.12.09 um 07:53 Uhr

@Jill: Klassischer Fall von Godwins Gesetz: Im Verlaufe von Online-Diskussionen dauert es nicht lange, bis irgend jemand einen Nazivergleich einbringt. Danke, das war überfällig. Und bewahrt vor einer wirklichen Auseinandersetzung mit dem Text, den du leider nicht verstanden hast. Es geht nicht darum B-Leute zu meiden oder als “schlecht” zu kategorisieren, sondern solche, die einen zerstörerischen Charakter haben. Du darfst den Artikel aber gerne noch mal lesen.

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