Antriebslos: 5 klassische Auslöser
Wer antriebslos ist, fühlt sich häufig abgeschlagen, lustlos, und ständig müde, hat Schwierigkeiten, sich zu motivieren. Natürlich kann niemand jeden Tag vor Energie sprühen und andere mit seiner positiven Energie anstecken. Wird die Antriebslosigkeit jedoch zu einem dauerhaften Zustand, muss man die Auslöser und Gründe ausfindig machen, um etwas dagegen zu unternehmen. Je länger man dies aufschiebt, desto negativer und nachhaltiger werden auch die damit verbundenen Auswirkungen - sowohl in der Arbeit als auch im Privatleben. Damit Sie etwas dagegen tun können, stellen wir Ihnen die häufigsten Auslöser der Antriebslosigkeit vor und geben Tipps, wie Sie diese überwinden können...

Antriebslos Definition: Was bedeutet Antriebslosigkeit?

Antriebslosigkeit Definition Ursachen MedikamenteAntriebslosigkeit ist ein umgangssprachlicher Begriff für eine Antriebsstörung. Unter Antrieb verstehen wir die Fähigkeit und den Willen, zielgerichtet und aktiv Dinge anzugehen. Demnach fehlt antriebslosen Menschen genau das - stattdessen sind sie lethargisch, passiv, schlapp, müde und vergesslich.

Es beginnt schon morgens, wenn man kaum aus dem Bett kommt und zieht sich wie ein roter Faden durch den gesamten Tag. Es mangelt an jeglicher Motivation, jede Aktivität gleicht einer Herausforderung und am liebsten würde man einfach mal nichts tun.

In besonders ausgeprägten Fällen kann die Antriebslosigkeit so weit gehen, dass tatsächliche die Lust und Energie für jede noch so kleine und alltägliche Aufgabe fehlt. Dies kann soweit gehen, dass Betroffene wichtige Dinge und auch sich selbst vernachlässigen.

Antriebslos: Ursachen und Symptome

Gerade in der dunklen Jahreszeit ist es völlig normal, wenn Sie ein wenig antriebsloser sind als bei strahlendem Sonnenschein. Vielen Menschen macht das kalte, ungemütliche Wetter zu schaffen und im Dunkeln aufzustehen und nach Hause zu kommen schätzen ebenfalls die wenigsten. Solange eine positive Grundeinstellung überwiegt und die antriebslosen Tage in der Minderheit sind, ist alles im Lot.

Wenn aus der Ausnahme allerdings mehr die Regel wird, sollten Sie genauer hinschauen. Mit 56,1 Prozent sind Frauen im Vergleich zu Männern (43,9 Prozent) deutlich häufiger betroffen. Ein Grund dafür ist, dass ihr Eisenhaushalt häufig durch die Menstruation und Geburten durcheinander gebracht wird. Ebenfalls häufiger betroffen sind ältere Menschen.

Zunächst einmal ist Antriebslosigkeit ein Symptom und keine Krankheit. Die Ursachen dafür, dass Sie sich vielleicht antriebslos fühlen, können sehr vielfältig sein. Die drei Hauptgründe für Antriebslosigkeit sind:

  1. Depressive Erkrankungen

    Antriebslosigkeit ist das Leitsymptom einer Depression. Das kann sich derart äußern, dass antriebslose, depressive Menschen kaum in der Lage sind, alltägliche Handlungen zu verrichten. Selbst Hygiene und Nahrungsaufnahme überfordern sie und können in Extremfällen dazu führen, dass Erkrankte rapide an Gewicht verlieren und verwahrlosen.


  2. Unzureichende Ernährung

    Gerade in den kalten Wintermonaten greifen viele auf fettreiche, süße Nahrungsmittel zurück - die Weihnachtszeit lädt gewissermaßen dazu ein. Eine einseitige Ernährung - wie bei Veganern - kann leider zu Mangelerscheinungen führen und so sind ein Mangel an Eisen, Folsäure oder auch Vitamin B 12 häufig Gründe dafür, warum Menschen antriebslos sind. Die Mangelernährung führt zur Blutarmut, so dass nicht ausreichend Sauerstoff transportiert wird und infolgedessen die Leistungsfähigkeit sinkt.


  3. Andere Ursachen

    Allen voran führen Stoffwechselerkrankungen wie beispielsweise eine Schilddrüsenunterfunktion oder auch eine Hashimoto-Schilddrüse häufig dazu, dass Menschen antriebslos sind. Auch Erkrankungen des Gehirns wie etwa Demenz, Schlaganfälle oder eine Hirnhautentzündung können ursächlich für Antriebslosigkeit sein. Neben dem sind einige Medikamente dafür verantwortlich, dass man sich antriebslos und abgeschlagen fühlt.

Antriebslosigkeit: Was tun, wenn die obigen Ursachen nicht zutreffen?

Antriebslos Antriebslosigkeit Ursachen Medikamente überwinden bekämpfenWas aber, wenn Sie antriebslos sind und keiner der genannten Ursachen auf Sie zutrifft? Antriebslosigkeit kann seine Ursache auch im psychosozialen Bereich haben. Das wird vor allem dann deutlich, wenn Menschen ein Trauma erlitten haben, etwa weil sie Opfer einer Gewalttat wurden.

Wer einen schweren Unfall hatte oder einen geliebten Menschen verloren hat, fühlt sich ebenfalls häufig antriebslos. Auch bestimmte Faktoren im Arbeitsleben wirken sich ungünstig auf den Antrieb aus:

  • Falsches Umfeld

    Wir alle umgeben uns gerne mit Menschen, die unsere Interessen und Ansichten teilen, mit denen wir Spaß haben und auf andere Gedanken kommen können. Leider gibt es im Umfeld meist aber auch toxische Zeitgenossen.

    Der Pessimist, der sich dauerhaft und über alles bei Ihnen beschwert, der Choleriker, dessen Wutausbrüche Sie ertragen müssen oder der Nörgler, der an jeder Idee etwas auszusetzen hat. In einem solchen Umfeld kann man fast spüren, wie mit jeder Minute die eigene Motivation nachlässt und der Antrieb schwindet.


  • Großer Stress

    Bis zu einem gewissen Maß kann Stress zu großen Leistungen anspornen und auch motivierend wirken. Ist dieser Punkt überschritten, wird er zum Problem.

    Immer unter Zeitdruck zu stehen, zig Aufgaben gleichzeitig zu managen und das Gefühl zu haben, es niemals allen Anforderungen recht machen zu können, kann zu großer Frustration führen. Plötzlich fühlt man sich nicht mehr in der Lage, überhaupt etwas zu schaffen.


  • Wenig Erholung

    Sind die Akkus leer, braucht jeder die Zeit, um sich zu erholen, wieder zu Kräften zu kommen und einfach mal abzuschalten. Auch chronischer Schlafmangel fällt in diese Kategorie. Fehlt diese Erholung - oder findet nicht ausreichend statt - ist es nur eine Frage der Zeit, bis die Antriebslosigkeit zuschlägt.

    Zwar kann man alle Reserven mobilisieren, doch irgendwann ist die Erschöpfung zu groß und es fehlt die Kraft, sich noch weiter aufzuraffen. Dies kann in Überforderung und Burnout münden.


  • Ständige Sorgen

    Was passiert, wenn ich meinen Job verliere oder krank werde? Wie sieht es mit der Altersvorsorge aus? Es gibt unendlich viele Dinge in der Zukunft, über die man sich sorgen kann und die einem so schwer im Magen liegen, dass sie auch in der Gegenwart ausreichen, um die Kraft zu rauben.

    Die gesamte Energie wird verbraucht, um sich Worst-Case-Szenarien auszumalen und in Gedanken durchzuspielen - was bleibt ist ein ungutes Gefühl und keine Lust, bei diesen Aussichten irgendetwas zu tun.

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Antriebslosigkeit überwinden: So klappt's

Ständig müde schlapp vergesslich Antriebslosigkeit überwindenWer sich dabei ertappt, dass er ständig müde und schlapp, lustlos oder gar vergesslich - kurz: antriebslos - ist, sollte gezielt etwas dagegen unternehmen, um diese Antriebslosigkeit überwinden zu können.

Langes Abwarten führt meist nur dazu, dass es schlimmer wird oder man sich selbst zusätzlich unter Druck setzt, nachdem eine Menge Zeit ungenutzt verstrichen ist.

Um der Antriebslosigkeit den Kampf anzusagen, gibt es verschiedene Wege. Denn so vielfältig wie die Ursachen sind, sind auch die Möglichkeiten, die zu Ihrer individuellen Situation passen müssen. Klären Sie also die Gründe dafür ab, warum Sie sich antriebslos fühlen.

Sind die Ursachen in einer organischen Erkrankung oder einer Depression begründet, ist ein Gang zum Arzt beziehungsweise Psychologen unumgänglich. Hier kann eine Behandlung und Therapie auch mit Medikamenten möglich sein, um beispielsweise den Hormonhaushalt zu korrigieren.

Kennen Sie sich hingegen gut genug um zu wissen, dass es sich eher um eine Lustlosigkeit infolge äußerer Gegebenheiten handelt, haben wir einige Tipps gesammelt, die Ihnen helfen können, die Antriebslosigkeit zu überwinden:

  1. Bewegen Sie sich

    Versuchen Sie, mehr Bewegung in Ihren Alltag zu integrieren. Der Klassiker ist natürlich das Joggen. Nicht jeder ist zum Hochleistungssportler geboren, aber manchmal greifen wir aus Bequemlichkeit auf Dinge zurück, die sich nachteilig auswirken können.

    Nehmen Sie das Fahrrad statt des Autos oder benutzen Sie die Treppe statt der Rolltreppe oder des Aufzugs. Vielleicht reicht die Mittagspause auch für einen kleinen Spaziergang? Der Vorteil ist hier, dass Sie auch ans Licht kommen, was stimmungsaufhellend wirkt. Wenn es in Strömen gießt, können auch ein paar Yogaübungen im Büro helfen.


  2. Entwickeln Sie eine positive Denkweise

    Das ist natürlich viel leichter gesagt, als getan. Die eigenen Gedanken lassen sich nicht auf Knopfdruck ins Positive wandeln. Trotzdem lässt sich daran arbeiten, indem Sie beispielsweise ganz bewusst Ihre Ängste hinterfragen und sich dann dem Guten zuwenden.

    Fokussieren Sie sich auf die Dinge, die Sie gut können, die Ihnen Spaß machen und für die Sie dankbar sind. So können Sie selbst die eigenen Energiereserven wieder auffüllen.


  3. Nutzen Sie Entspannungstechniken

    Es gibt viele verschiedene Entspannungsübungen, zwischen denen Sie wählen können. Entscheidend ist, dass Sie sich wirklich regelmäßig die Zeit einräumen, um Pausen zu machen. Dies hilft nicht nur dabei, die Antriebslosigkeit zu überwinden, sondern schärft auch Ihre Wahrnehmung der eigenen Bedürfnisse.

    Wenn Sie sich Zeit für sich nehmen, lernen Sie die Signale Ihres Körpers kennen und wissen, wann Sie Abstand zu Stress und Druck brauchen.


  4. Suchen Sie nach einem Motiv

    Antriebslosigkeit schlägt meist dann mit voller Wucht zu, wenn es keine zufriedenstellende Antwort auf die Frage nach dem Warum gibt. Warum soll ich meine Energie für diese Aufgabe aufwenden? Mit einem konkreten Motiv und einem Ziel vor Augen, haben Sie immer einen Plan, an dem Sie arbeiten können. Machen Sie sich bewusst, wofür Sie etwas tun und was es Ihnen bringt und Sie werden deutlich mehr Energie verspüren.


  5. Achten Sie auf gesunde Ernährung

    Fettreiche Ernährung macht antriebslos - Vitamine und Mineralien können den nötigen Schwung zurückgeben. Ebenso wichtig ist es, dass Sie auf genügend Flüssigkeit achten. Vermeiden Sie zuckerhaltige Getränke, auch Smoothies sind mehr Kalorienbombe als Vitaminkick.

    Besser sind Kräutertees oder Wasser. Da sollte für jeden Geschmack etwas dabei sein und gerade bei Tee können Sie kreativ werden und sich Ihr Getränk so zusammenstellen, wie es beliebt.

Diese Tipps sind als Anregung gemeint, um kurzzeitige Phasen, in denen Sie sich lust- und antriebslos fühlen zu überwinden. Sollten Sie sich über einen längeren Zeitraum antriebslos fühlen, dann sollten Sie unbedingt einen Arzt aufsuchen, um medizinische Gründe abklären zu lassen.

Antriebslosigkeit vorbeugen: Kann das funktionieren?

Antriebslosigkeit vorbeugen überwinden Ursachen MedikamenteIm besten Fall kommt es erst gar nicht zu einer ausgeprägten Antriebslosigkeit, weil Sie entsprechend vorgebeugt haben. Aber geht das überhaupt?

Eine Garantie, dass Sie sich vollkommen vor dem Gefühl der Antriebslosigkeit schützen können, gibt es nicht. Doch Sie können in jedem Fall das Risiko minimieren und vorbeugend handeln. In erster Linie hilft es bereits, wenn Sie bewusst darauf achten, die Ursachen nicht zu fördern.

Heißt konkret: Wenn Sie wissen, dass Sie auf die dunkle Jahreszeit empfindlich reagieren und zu Antriebslosigkeit neigen, suchen Sie gezielt den Weg in die Sonne, verbringen Sie so viel Zeit wie möglich draußen oder investieren Sie in eine Tageslichtlampe.

Gleiches gilt für eine gesunde und ausgewogene Ernährung und ausreichend Schlaf. Achten Sie auf diese Aspekte, ist Antriebslosigkeit zwar nicht ausgeschlossen, Sie können ihr aber vorbeugen.

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