Es gibt in Deutschland nach wie vor ein weit verbreitetes Instrument zur Ermittlung von Produktivität: die Stechuhr. Man könnte auch sagen: Anwesenheit ist zahlreichen Chefs wichtiger als effzientes Arbeiten. Doch das ist nicht nur dumm, es bewirkt auch das Gegenteil, wie etwa Studien (PDF) der Soziologinnen Erin Kelly und Phyllis Moen von der Universität von Minnesota zeigen. Sie fanden heraus: Je mehr Freiheiten und Flexibilität Arbeitgeber ihren Mitarbeitern in puncto Arbeitszeit zugestanden, desto produktiver wurden diese, deren Schlaf verbesserte sich und sogar die Krankheitsausfälle wurden weniger.

An der Studie nahmen insgesamt 608 Angestellte teil. Am Ende berichteten diese, dass sie durch die flexibleren Arbeitszeiten im Schnitt 52 Minuten nachts länger schlafen konnten; dass sie tagsüber mehr Energie hätten; dass sie sich nicht mehr schlecht fühlten, wenn sie wegen Krankheit mal zuhause blieben und dort arbeiteten; dass sie überdies mehr auf ihre Gesundheit achteten; dass sich die Familienkonflikte daheim reduzierten und dass sie insgesamt am Tag mehr schafften – ohne dafür länger arbeiten zu müssen. Und das ganz ohne Stress.