Bernd Schmitz, Blogger und Leiter des Hochschulmarketings beim Pharmakonzern Bayer kam kürzlich auf die pfiffige Idee, die neuen Recruiter-Tools auf XING zu nutzen, um daraus die Wechselwilligkeit von Mitarbeitern in bestimmten Unternehmen abzuleiten.

Wie hat er das gemacht?

Während das bisher vielleicht einizige Indiz für eine potenzielle Bereitschaft zum Jobwechsel die Phrase “neue Herausforderungen” in der Rubrik “Ich suche” (und deshalb auch nicht ratsam für Mitarbeiter, die ihren Chef nicht misstrauisch machen wollen) war, können die Profile heute in der verbesserten Suchfunktion zugleich nach Indikatoren wie “offen für Karriere-Chancen” oder “an Karrierechancen interessiert” ausgefiltert werden. Kreuzt man diesen Suchauftrag mit der Suche nach Mitarbeitern eines bestimmten Unternehmens, ergibt sich automatisch ein prozentualer Wert von Mitarbeitern, die via XING (zumindest latent) bekunden, offen für Jobangebote zu sein. Man könnte daraus sogar eine Art Zufriedenheitsindex für den aktuellen Job ableiten.

Schmitz’ Ergebnis sah in diesem Fall so aus:

Unternehmen Wechselbereitschaft
Sevenload 20,69
Sanofi 16,57
RTL 15,16
Deutsche Telekom 14,45
Vodafone 12,99
Ford 12,54
Metro 12,37
Opel 12,35
Continental 12,28
Milch & Zucker 11,11
BMW 11,06
Scholz & Friends 10,90
BASF 10,87
Evonik 10,24
Bertelsmann 9,91
Siemens 9,84
Bayer 9,82
Daimler 9,71
T-Mobile 9,40
Microsoft 9,24
Lufthansa 8,87
EON 8,83
SAP 8,82
Deutsche Bahn 7,82
Roche 7,38
Ernst & Young 7,35
Google 7,20
Deloitte 7,12
Accenture 7,01
Adidas 6,04
McKinsey 5,85
KPMG 5,01

* der auf Xing gelisteten Mitarbeiter, in Prozent

fadenkreuzNatürlich ist dieses Zufriedenheits- oder Wechselwilligkeits-Ranking alles andere als repräsentativ. Es werden ja nur Aussagen von Mitarbeitern auf XING ausgewertet – und selbst diese sind interpretiert. So mancher, der offen für Karrierechancen ist, will vielleicht auch nur seinen Marktwert testen oder meint dies vor allem unternehmensintern. Trotzdem ist das Ergebnis enorm spannend, zeigt es doch einmal mehr, welche wachsende Transparenz Social Media, insbesondere Soziale Netzwerke mit sich bringen und wie gravierend sie das Recruiting der Zukunft verändern werden.

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