Wer hätte das nicht gerne: Kollegen, die sich gegenseitig unterstützen und helfen, wo gerade Not am Mann (oder Frau) ist. Keine Frage, das macht das Leben um vieles angenehmer. Aber glaubt man einer Studie (pdf) von Arie Shirom, Sharon Toker und Yasmin Akkaly von der Tel Aviv Universität, dann hat die gute Zusammenarbeit unter Kollegen sogar lebensverlängernde Wirkung.

Die Forscher werteten dazu die Krankenakten von mehr als 820 Arbeitnehmern aus – über einen Zeitraum von 20 Jahren (1988 bis 2008). Die Beschäftigten kamen dabei aus unterschiedlichen Branchen und Positionen und arbeiteten im Schnitt 8,8 Stunden täglich. Ein Drittel von ihnen waren Frauen; 80 Prozent waren verheiratet und hatten Kinder und rund 45 Prozent besaßen einen höheren Bildungsabschluss. Gleichzeitig wurden die Probanden regelmäßig nach ihrem Verhältnis zu Kollegen und Vorgesetzten befragt. Wobei die Wissenschaftler besonderes Augenmerk darauf legten, ob die Kollegen etwa beim Lösen von Problemen halfen oder freundlich miteinander umgingen. Ebenfalls wurde untersucht, wie groß der Autonomiegrad der Beschäftigten war – also, ob sie das Gefühl hatten, Kontrolle über ihren Job zu besitzen sowie einige Entscheidungsfreiheiten.

Zudem untersuchten die Forscher im Verlauf immer wieder den physischen und psychischen Zustand der Versuchteilnehmer, nahmen Blutproben, registrierten, ob diese rauchten oder übermäßig Alkohol tranken oder sonstige, das Ergebnis potenziell verfälschende Dinge taten. Und leider passierte auch das: 53 Probanden starben während des Untersuchungszeitraums.

Das eigentlich verblüffende Ergebnis war das: Wer sich mit seinen Kollegen verstand und auf deren Unterstützung zählen konnte, lebte im Schnitt gesünder – und länger. Vor allem im Alter zwischen 38 und 43 Jahren war dieser physische Effekt besonders deutlich zu messen. Bemerkenswert: Die Unterstützung durch den Chef hatte diesen Effekt nicht. Dafür aber sehr wohl das Gefühl von Kontrolle und Entscheidungsfreiheit – jedoch nur bei Männern. Auf die Frauen in der Studie hatte letzteres einen eher negativen Effekt.