Es ist hinlänglich bekannt, dass motivierte Mitarbeiter stark zum Erfolg eines Unternehmens beitragen - Dienst nach Vorschrift kann daher nie im Sinne des Arbeitgebers sein. Ein wesentlicher Faktor dafür, dass Mitarbeiter sich wohlfühlen, ist ein gutes Arbeitsklima. Wovon das abhängt und was die Mitarbeiter dazu beitragen können, damit am Arbeitsplatz ideale Bedingungen für eine gute Zusammenarbeit herrschen...

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Arbeitsklima Definition: Das Gleiche wie Betriebsklima?

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durch ein bestimmtes gemeinschaftliches Verhalten bei der Arbeit geprägte Stimmung, Atmosphäre.

Dadurch, dass die Atmosphäre am eigenen Arbeitsplatz dazu gerechnet wird, empfindet der Mitarbeiter es noch unmittelbarer, es bietet ihm aber auch die Möglichkeit der Einflussnahme. Unter den äußeren Rahmenbedingungen sind Arbeitszeit und die Entlohnung wichtige Bestandteile des Arbeitsklimas.

Dennoch sollte die positive Einflussnahme durch Führungskräfte nicht unterschätzt werden: Ihre Wertschätzung, Anerkennung und Lob tragen entscheidend dazu bei, dass Mitarbeiter sich auf der Arbeit wohl fühlen.

Weitere wichtige Faktoren des Arbeitsklimas sind die freundliche Zusammenarbeit mit Arbeitskollegen, eine als sinnvoll empfundene Tätigkeit und Förderungsmöglichkeiten durch den Arbeitgeber.

Dabei geht es nicht darum, dass es keinerlei Meinungsverschiedenheiten oder gar Konflikte mit dem Chef gäbe, aber insgesamt ist das Arbeitsklima von einem wohlwollenden Umgang miteinander geprägt.

Begriffe wie Corporate Identity, Betriebsklima, Unternehmenskultur, aber auch Arbeitsatmosphäre und eben Arbeitsklima (englisch = employee attitude, working atmosphere) weisen große Überschneidungen auf und unterscheiden sich häufig nur im jeweiligen Kontext.

Werte leben: Was zur guten Arbeitsatmosphäre beiträgt

Wie lässt sich nun ein gutes Arbeitsklima beschreiben? Der Mensch ist ein soziales Wesen. Das heißt, auch wenn der Arbeitsplatz nicht in erster Linie der Herausbildung von Freundschaften dient, so ist ein Mindestmaß an Harmonie, Akzeptanz und Respekt notwendig, damit die Arbeit nicht von Problemen und Konflikten überschattet wird.

Unternehmen, in denen das nicht gegeben ist, haben mit Mobbingfällen, einem hohen Krankenstand und einer hohen Fluktuationsrate zu kämpfen. Das haben auch die Unternehmen erkannt - schließlich geht es nicht nur um die Fürsorgepflicht seitens der Vorgesetzten, sondern konkret um finanzielle Einbußen, die weh tun:

Der renommierte Gallup Engagement Index fand in seiner Studie 2016 heraus, dass der deutschen Wirtschaft durch unzufriedene Mitarbeiter jährlich bis zu 105 Milliarden Euro fehlen.

Die Brisanz leuchtet ein, allerdings reicht es für einen Wechsel nicht, ab sofort Fröhlichkeit und super Stimmung zu verordnen. Betriebsfeiern und tolle Kalendersprüche sind gut gemeint, aber solange das Proklamierte nicht gelebt wird, kann das Arbeitsklima nicht davon profitieren. Es muss das ganze Unternehmen erfassen und im Kontakt nicht nur mit den Mitarbeitern, sondern auch mit Geschäftspartnern und Kunden praktiziert werden.

Gelebt werden heißt: Wer Transparenz fordert, muss auch selbst transparent sein. Wer feststellt, dass Innovationen zurückgehen und daher mehr Mut und Ausprobieren fordert, muss auch für eine entsprechende Fehlerkultur sorgen: Dass die Angestellten nicht um ihren Arbeitsplatz fürchten müssen, sobald etwas nicht nach Plan funktioniert.

Wenn aber bereits ihre Vorgesetzten im mittleren Management Angst haben, Fehler einzugestehen, weil sie wiederum ständigem Druck ausgesetzt sind, kann es keine konstruktive Kritik- und Feedbackkultur geben. So werden Fehler vertuscht, Verantwortung auf andere geschoben.

Faktoren, die das Arbeitsklima beeinflussen

Es ist wichtig zu wissen, dass solche Maßnahmen nicht über Nacht wirken. Es verlangt eine mentale Veränderung und vor allem auch Veränderungswillen aller Beteiligten. Arbeitgeber, die jahrelang streng hierarchisch geführt haben und mit einer "Der Mitarbeiter ist der Feind"-Attitüde an die Sache herangehen, werden nur schwerlich zu einem besseren Arbeitsklima beitragen.

Ebenso wie Mitarbeiter, die innerlich längst gekündigt haben und lediglich physisch präsent sind, sich aber kaum einbringen und keinerlei Zukunft mehr in dem Unternehmen sehen.

  • Tätigkeit

    Für die Angestellten ist eine ausgewogene Mischung zwischen Sinnstiftung, Routine und Herausforderung von Bedeutung. Kein Job macht acht Stunden jeden Tag Spaß, aber grundsätzlich sollte er spannend und sinnvoll empfunden werden. Keinesfalls sollte Überforderung die Grundstimmung charakterisieren.

  • Kontrolle

    Wer sich fremdbestimmt fühlt, wird nie so motiviert arbeiten wie wenn er innerhalb gewisser Möglichkeiten kontrollieren kann. Auch Mikromanagement ist eher schädlich. Dieses Gängeln ist typisch für sehr hierarchische beziehungsweise autoritäre Führungsstile und entspricht nicht mehr den heutigen Vorstellungen von Selbstbestimmtheit.

  • Wertschätzung

    Lob und Anerkennung gehören auf jeden Fall zum guten Arbeitsklima. Nur ein Mitarbeiter, der sich wertgeschätzt fühlt, ist auch willens, sich über das normale Maß hinaus zu engagieren - denn er weiß ja wofür. Ihm wird die Möglichkeit gegeben, sich mit dem Unternehmen zu identifizieren.

  • Transparenz

    Der Chef sollte Kontakt zu seinen Mitarbeitern halten, Ziele und Veränderungen klar kommunizieren. Wenn verständlich ist, warum bestimmte Entscheidungen so und nicht anders getroffen werden, erhöht das das Vertrauen in die Führungskraft.

  • Aufstiegschancen

    Das Unternehmen sollte seinen Mitarbeitern berufliche Perspektiven bieten und Weiterentwicklung ermöglichen. Wer Angst hat, dass seine Mitarbeiter anschließend das Unternehmen verlassen, vermeidet nicht nur eine Investition in den Führungsnachwuchs, sondern hat seine Mitarbeiter im Prinzip schon verloren.

  • Kommunikation

    Regelmäßige Feedbackgespräche sollten fester Bestandteil sein - nicht nur, wenn Fehler passiert sind, sondern auch, um Stimmungen einzufangen und Probleme vorzubeugen. Dabei sollten Vorgesetzte vor allem die persönliche Kommunikation bevorzugen. Im Gegensatz zu Mails können Gesprächspartner direkt die Mimik ihres Gegenübers wahrnehmen. Außerdem ermöglicht ein persönliches Gespräch direkte Rückfragen bei Unklarheiten.

  • Arbeitsschutz

    Zu den äußeren Rahmenbedingungen, die das Arbeitsklima klar beeinflussen zählt auch eine Gestaltung des Arbeitsplatzes, an dem die Gesundheit des Mitarbeiters geschützt wird. Lärm- und Hitzeschutz tragen zur Stressvermeidung bei, ergonomische Büromöbel beugen Haltungsschäden und Rückenschmerzen vor.

  • Betriebsfeiern

    Für Vorgesetzte und Kollegen eine gute Möglichkeit, den anderen von einer etwas persönlicheren Seite kennenzulernen und Gespräche über die üblichen Arbeitsinhalte hinaus zu führen. So erfährt jeder, wie der andere "tickt" und dass er oder sie vielleicht ganz sympathisch wirkt, wenn nicht gerade der größte Stress herrscht. Das weckt dann auch mehr Verständnis für Situationen im Arbeitsalltag.

Was Sie als Arbeitnehmer tun können

Die Analysen dazu, was Unternehmen alles ändern und verbessern können, wenn es um das Arbeitsklima geht, ähneln sich häufig. Das ist einerseits erschreckend, denn offenbar sind die Knackpunkte hinlänglich bekannt und werden dennoch lediglich halbherzig umgesetzt.

Aber das ist auch nur die halbe Wahrheit. Denn es gehören immer zwei dazu, in diesem Fall die Mitarbeiter. Wie oben bereits angesprochen, muss dafür natürlich ein grundsätzlicher Wille vorhanden sein: Nur jammern, aber nichts ändern ist zwar leichter, aber auch unbefriedigend.

Daher hier einige Punkte, was Sie als Arbeitnehmer tun können:

  • Respekt

    Sie wünschen sich einen respektvollen Umgang mit sich, dann erweisen Sie anderen denselben Respekt. Dazu gehört, nicht schlecht über andere zu reden. Vermeiden Sie Klatsch und Tratsch, ziehen Sie sich lieber zurück, wenn andere Sie einspannen und gegen andere Kollegen aufwiegeln wollen. Statt sofort ins selbe Horn zu blasen, fragen Sie sich lieber, welchen Vorteil vielleicht eine Person haben könnte, indem sie über eine andere lästert?

  • Toleranz

    Bemühen Sie sich, andere Meinungen, aber auch andere Werte und Denkweisen zu akzeptieren. Oftmals nimmt man sich selbst als Maßstab und glaubt, alle Menschen müssten doch ähnlich denken. Versuchen Sie stattdessen, sich in andere hineinzuversetzen und nicht sofort abzuwerten.

  • Gemeinschaft

    Vermeiden Sie sich abzukapseln. Gehen Sie lieber gemeinsam mit Kollegen in die Mittagspause. Oder treffen Sie sich zu einer After-Work-Party gemeinsam vor der Tür wieder. Nutzen Sie auch Firmenfeiern und Betriebsausflüge, um einmal eine andere Seite an Ihren Kollegen zu entdecken. So tragen Sie zu einem stärkeren Wir-Gefühl und damit Identifikation mit dem Unternehmen bei.

  • Hilfsbereitschaft

    Seien Sie kollegial, bieten Sie Unterstützung an. Natürlich dürfen Sie sich dabei nicht ausnutzen lassen. Aber wenn Sie klar erkennen können, dass ein Kollege Hilfe brauchen könnte, können Sie großzügig sein.

  • Lob

    Kleine Geschenke erhalten die Freundschaft, heißt es. Und so wirkt auch ein Lob. Jeder freut sich über nette Worte - warum nicht mal den Teamkollegen loben? Sagen Sie, dass Sie mit ihr oder ihm gerne zusammenarbeiten, dass Sie die Hilfe/den Rat schätzen, sich auf die gemeinsamen Pausen freuen oder ähnliches. Auch ein nettes Wort zur Reinigungskraft, die täglich die Räume säubert, kann Wunder wirken. Es trägt insgesamt zu einem freundlicherem Miteinander bei.

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