Sie variiert von Land zu Land, Unternehmen zu Unternehmen, lässt sich nur schwer messen und ist doch enorm wichtig. Die Rede ist von der viel gepriesenen Arbeitsmoral. Sie mach den Unterschied zwischen aktiver Mitarbeit und Dienst nach Vorschrift und ist nicht nur für die Zufriedenheit von Mitarbeitern im Job entscheidend, sondern beeinflusst auch maßgeblich deren Leistungen und Produktivität. So ist es nicht überraschend, dass viele Unternehmen nach Wegen suchen, um die Arbeitsmoral zu steigern. Nicht zuletzt, um sich durch eine gute Arbeitsmoral innerhalb der Belegschaft als attraktiver Arbeitgeber zu positionieren. Die gute Nachricht ist: Es ist durchaus möglich, die Arbeitsmoral zu steigern und positiv zu beeinflussen. Um das allerdings erfolgreich zu tun, müssen Arbeitgeber und Mitarbeiter an einem Strang ziehen und gleichermaßen in den Prozess einbezogen werden...

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Arbeitsmoral: Gibt es ein gemeinsames Verständnis?

Es klingt wie eine Binsenweisheit: Wer die Arbeitsmoral steigern möchte, sollte zunächst einmal wissen, was genau darunter eigentlich verstanden wird. So selbstverständlich, wie es scheint, ist das aber gar nicht. Je mehr Beteiligte es gibt, desto vielschichtiger und unterschiedlicher sind die Vorstellungen, was unter einer guten und positiven Arbeitsmoral zu verstehen ist.

Der eine wünscht sich Spaß bei der Arbeit, einen guten Draht zu Kollegen und einen kumpelhaften Chef, der unterstützend zur Seite steht. Andere verstehen unter Arbeitsmoral ein engagiertes Team, dass sich gegenseitig zu Höchstleistungen anspornt. Für den Chef bedeutet es vielleicht, dass alle Angestellten gemeinsam ein großes Ziel verfolgen, dabei engagiert und motiviert sind und sich durch Rückschläge nicht bremsen lassen.

Alles durchaus richtig, aber auch vollkommen verschiedene Ansichten. Doch wie soll bei solch unterschiedlichen Vorstellungen von Arbeitsmoral genau diese gesteigert werden?

Gibt es hier keinen Konsens, werden alle Maßnahmen und Aktionen im Sande verlaufen oder zumindest hinter den Erwartungen zurückbleiben. Einige fühlen sich verstanden, andere eher ausgegrenzt. Zu Beginn sollten Unternehmen daher ein gemeinsames Verständnis der Arbeitsmoral unter Mitarbeitern und Führungskräften etablieren. Dabei reicht es nicht, ein solches einfach vorzugeben. Besser ist ein gemeinsamer Prozess, in den Mitarbeiter aller Abteilungen und Hierarchiestufen eingebunden werden.

Gibt es bereits ein Verständnis von Arbeitsmoral ist es wichtig, dieses auch neuen Mitarbeitern zu kommunizieren - und zwar gezielt. Sicher werden sie im Lauf der Einarbeitung im Umgang mit den Kollegen merken, welche unausgesprochenen Erwartungen und Prinzipien es gibt. Doch wenn Unternehmen klar und offen benennen, worauf es ihnen in Sachen Arbeitsmoral ankommt, fühlen sich neue Mitarbeiter sicher und müssen nicht raten.

Um eine unternehmensinterne Vorstellung und Definition der Arbeitsmoral zu entwickeln, sind einige Aspekte essentiell. Gibt es noch keine klare Definition, können die folgenden Fragen auch für Umfragen und Gespräche unter und mit den Mitarbeitern dienen:

  • Welche Ziele verfolgt die individuelle Aufgabe und Arbeit?
  • Welche Rolle spielt die individuelle Arbeit für den Unternehmenserfolg?
  • Was motiviert Sie persönlich an Ihrer Arbeit?
  • Was macht für Sie das Unternehmen und Ihre Aufgabe aus?
  • Woher beziehen Sie Ihre Motivation und Ihren Antrieb?
  • Wie kommunizieren die Mitarbeiter untereinander / mit dem Chef?
  • Was wird bei der Zusammenarbeit groß geschrieben?
  • Welche Erwartungen hat das Unternehmen - oder die Führungskraft - an die Mitarbeiter?
  • Welche Maßstäbe werden im Unternehmen an die Arbeit angelegt?
  • Welche Werte und Prinzipien gelten im Unternehmen?
  • Wie sieht sich das Unternehmen / der Mitarbeiter selbst?
  • Welche Botschaft will das Unternehmen vermitteln?

Die Liste lässt sich im Einzelfall natürlich noch ausbauen und individuell verändern. Doch all diese Aspekte spielen eine Rolle wenn es darum geht, ein gemeinsames Verständnis von Arbeitsmoral zu entwickeln oder zu kommunizieren.

Spätestens nach diesen Ausführungen ist auch klar, dass eine gute Arbeitsmoral kein Zufallsprodukt, sondern das Ergebnis gezielter Arbeit und Gestaltung ist. Arbeit die nicht nur den Führungskräften zukommt.

Arbeitsmoral: Der Schein kann trügen!

Arbeitsmoral steigern Sprüche Bedeutung SynonymEs gibt sie in jedem Unternehmen: Teams in denen scheinbar alles perfekt läuft, deren Chefs ihre Mitarbeiter nur loben und die jedes Projekt motiviert angehen und stemmen. Echte Vorbilder in Sachen Arbeitsmoral, so scheint es. Dieser Schein kann jedoch trügen. Längst nicht jedes Team, das nach außen hervorragende Leistung zeigt und Chefs stolz macht, verfügt auch über eine gute Arbeitsmoral.

Was von außen hoch motiviert und positiv aussieht, kann im Zweifelsfall auch nur durch Druck, ständige Kontrolle und harte Vorgaben zustande kommen. Ein Chef, der seine Mitarbeiter zu täglichen Überstunden verdonnert und bei jedem kleinsten Fehler gleich mit der Peitsche schwingt, kann am Ende vielleicht gute Ergebnisse präsentieren, eine gute Arbeitsmoral herrscht dort jedoch auf keinen Fall.

Es st deshalb ein Trugschluss, dass hervorragende Ergebnisse und außergewöhnliche Leistungen auf die beste Arbeitsmoral zurückzuführen sind. Korrekter ist es zu sagen: Besondere Leistungen können ein Zeichen einer guten Arbeitsmoral sein, müssen es aber nicht unbedingt sein.

Vor allem Chefs und Führungskräfte aller Hierarchieebenen sollten sich dessen bewusst sein. Eine gute Arbeitsmoral führt dazu, dass...

  • Mitarbeiter motiviert und gerne arbeiten.
  • die Stimmung und der Zusammenhalt im Team gut sind.
  • Mitarbeiter dem Unternehmen und der Führungskraft gegenüber loyal sind.
  • Mitarbeiter von sich aus mehr Leistung.
  • neue Ideen und Ansätze entstehen und Arbeitsabläufe optimiert werden.

Gute Leistungen können auch extrinsisch durch Druck - und damit negativ - motiviert sein. Eine gute Arbeitsmoral führt dagegen zu einer intrinsischen Motivation und hohem Engagement der Mitarbeiter. Führungskräfte sollten bei hervorragenden Leistungen daher genau hinschauen und sich nicht vom schönen Schein täuschen lassen.

Arbeitsmoral steigern: Was Chefs und Mitarbeiter tun können

Zu wissen, was die Arbeitsmoral im Unternehmen ausmacht, ist nur der erste Schritt. Im Anschluss geht es darum, diese auch gezielt zu steigern, für gute Laune im Team zu sorgen und sicherzustellen, dass alle Mitarbeiter gerne zur Arbeit kommen und sich dort engagiert einbringen, um ihre persönlichen Ziele zu erreichen und auch die des Unternehmens gemeinsam zu verfolgen.

Ein erster Schritt dazu kann ein Umdenken sein. Viel zu oft werden Probleme am Arbeitsplatz ignoriert oder totgeschwiegen. Anstatt die Arbeitsmoral zu steigern, arrangiert man sich mehr schlecht als recht mit den Gegebenheiten und findet sich damit ab, das es eben ist wie es ist. Ein Todesurteil für eine gute Arbeitsmoral.

Dabei verfallen viele Unternehmen einem Trugschluss. Wer Probleme anspricht und thematisiert, sorgt für Unruhe und schadet der Arbeitsmoral. Falsch! Das genaue Gegenteil ist der Fall. Nur wenn Probleme offen diskutiert und gelöst werden, kann eine positive Atmosphäre mit guter Arbeitsmoral entstehen. Jeder andere Schluss wäre fatal.

Um die Arbeitsmoral zu steigern und hoch zu halten ist es entscheidend, Probleme und Optimierungsmöglichkeiten bereits bei ihrer Entstehung deutlich zu machen. Gemeinsam und mit Rücksicht auf alle Beteiligten. Macht ein Kollege beispielsweise nur selten Überstunden, obwohl der Arbeitsumfang aktuell hoch ist, kann das über kurz oder lang zu Missstimmung im Team führen.

Andere Kollegen fragen sich dann vielleicht, warum sie eigentlich Überstunden machen und sich einbringen. Konflikte entstehen und die Arbeitsmoral leidet. Nicht schlagartig, perspektivisch jedoch spürbar.

Wird in diesem Fall das Gespräch gesucht und das Thema angesprochen, lässt sich das Problem klären, bevor es zu einem Konflikt wird. Vielleicht hat der Kollege gute Gründe für sein Verhalten? Vielleicht fällt es ihm aber auch gar nicht auf. Was auch immer der Grund ist: Das Team kann ihn gemeinsam identifizieren und angehen.

Ist diese Haltung und Kultur etabliert, können Chefs und Mitarbeiter weitere Schritte angehen, um die Arbeitsmoral zu steigern. Dazu gehören...

  • ein regelmäßiger Austausch zu Arbeitsbedingungen und Optimierungsmöglichkeiten.
  • ein sinnvolles Anreizsystem, das über finanzielle Boni hinausgeht.
  • durch das Team getragene individuelle Gestaltungsmöglichkeiten von Arbeitszeiten.
  • das regelmäßige Feedback des Chefs zur Wirkung der Arbeit.
  • das gemeinsame Feiern von Erfolgen und Leistung.
  • die klare Übernahme von Verantwortung. Sowohl bei Fehlern als auch bei Erfolgen.
  • Anerkennung guter Leistungen durch Kollegen und Chef.
  • Zeit und Freiraum, um die eigene Arbeit zu reflektieren und schätzen.
  • ein gesunder Stolz auf die eigene Leistung.
  • die (regelmäßige) Reflexion der Arbeit und ihrer Bedeutung.

Die meisten dieser Maßnahmen und Strategien hängen direkt von der oben beschriebenen Kultur und Haltung ab. Gesunder Stolz auf die Leistung, gemeinsame Reflexion und klare Verantwortung sind nur in einem Umfeld realistisch, das Kritik und Feedback zulässt und schätzt. Wenn individuelle Bedürfnisse und Prioritäten soweit wie möglich im Team und der täglichen Arbeit berücksichtigt werden, vermittelt das auch die so oft beschworene Wertschätzung.

Neben den obigen Aspekten gibt es aber auch weitere Stellschrauben, um die Arbeitsmoral zu steigern. Allen voran geht es dabei darum, für die bestmögliche Arbeitsatmosphäre zu sorgen, in der sich alle Mitarbeiter gleichermaßen wohlfühlen. Die Idee ist simpel, aber effektiv: Die Arbeitsmoral steigt, wenn Arbeitnehmer sich wohlfühlen und den Job weniger als Zwang und Quelle des Geldverdienst sehen.

Abschließend haben wir daher noch einige Tipps für eine bessere Arbeitsmoral:

  • Zeigen Sie Wertschätzung und Dankbarkeit

    Der vielleicht größte Faktor für die Arbeitsmoral ist die Art und Weise, wie Führungskräfte und der Arbeitgeber seine Mitarbeiter behandeln. Niemand ist motiviert, wenn er das Gefühl hat, nur eine Personalnummer zu sein. Vorgesetzte sollten deshalb Wertschätzung gegenüber jedem einzelnen Mitarbeiter zeigen und Leistungen und Erfolge nicht als selbstverständlich betrachten. Es ist erstaunlich, wie sehr die Arbeitsmoral steigen kann, durch ein so einfaches Wort wie Danke.


  • Sorgen Sie für eine schöne Arbeitsumgebung

    Graue Wände, graue Schreibtische, graue Teppiche, keine Fenster. Was denken Sie, wie die Arbeitsmoral in einer solchen Umgebung ist? Das Arbeitsumfeld kann große Auswirkungen haben. Sorgen Sie deshalb für ausreichend helle Beleuchtung, buntere Farben, Pflanzen und Bildern. Wer einen Fuß in ein schön eingerichtetes Büro setzt, hat gleich eine ganz andere Arbeitsmoral.


  • Konzentrieren Sie sich nicht ausschließlich auf die Arbeit

    Ja, im Job geht es um Leistungen und Geld. Eine Einstellung, die der Arbeitsmoral alles andere als zuträglich ist. Vergessen Sie nie den sozialen Faktor. Je besser das Verhältnis der Mitarbeiter untereinander, desto mehr Spaß und Motivation bei der Arbeit. Teambuilding-Übungen sind hier eine gute Option. Mitarbeiter sollten sich nicht abschotten und mit gesenktem Blick ihrer Arbeit nachgehen, sondern wirklich gemeinsam agieren.


  • Geben Sie Verantwortung ab

    Es kann die Arbeitsmoral ungemein steigern, wenn Mitarbeiter merken, dass ihnen etwas zugetraut wird und sie die Chance bekommen, größere Aufgaben zu übernehmen. Anstatt immer nur selbst alle Verantwortung zu tragen, ist es deshalb eine gute Maßnahme zur Steigerung der Arbeitsmoral, dem Team nach und nach mehr Verantwortung zu übertragen, ohne ihnen ständig über die Schulter zu blicken.


  • Schaffen Sie ein gemeinsames Ritual

    Rituale schweißen zusammen und können die Arbeitsmoral des gesamten Teams steigern. Ihrer Kreativität sind dabei für die Gestaltung keine Grenzen gesetzt. Sie können jeden Freitag gemeinsam Essen gehen oder sich eine Flasche Wein (und nicht alkoholische Getränke) ins Büro mitbringen. Oder Sie bestellen am Ende eines erfolgreichen Projekts für die gesamte Truppe eine Pizza und feiern sich für den Erfolg.

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