Arbeitsplatz der Zukunft: So könnte er aussehen
Bereits jetzt befindet sich die Arbeitswelt in einem stetigen Wandel. Arbeitszeitmodelle werden neu überdacht oder gänzlich umgekrempelt, Arbeitsplätze dezentralisiert und Büros umgestaltet, um den sich ändernden Ansprüchen gerecht zu werden. Doch wenn jetzt schon viele Veränderungen stattfinden, wie wird dann der Arbeitsplatz der Zukunft aussehen? Darüber lässt sich zu diesem Zeitpunkt natürlich nur anhand der aktuellen Entwicklungen spekulieren, doch ein kleiner Ausblick in die Zukunft kann auch spannende Erkenntnisse oder Potenziale für das eigene Arbeitsumfeld ans Licht bringen. Wir zeigen, wie der Arbeitsplatz der Zukunft aussehen könnte und wie sich dies auf die Arbeit auswirken kann...

Arbeitsplatz der Zukunft: Weniger Sitzen, mehr Produktivität

Die Büros der Zukunft sollen nicht nur besseres Arbeiten ermöglichen, sondern auch die Gesundheit der Arbeitnehmer schonen. Erste Schritte in diese Richtung werden heute schon umgesetzt und dabei spielt ein Punkt immer wieder die zentrale Rolle: Das tägliche und stundenlange Sitzen. In vielen Berufen scheint es unvermeidbar, doch sind die meisten Sitzmöbel für die physische Gesundheit wahrlich nicht die beste Erfindung.

Sieben Stunden pro Tag verbringt der deutsche Durchschnittsarbeitnehmer im Sitzen. Gar nicht gut. Weder für unsere Gesundheit noch für unsere Produktivität. Trotzdem sind Stehpulte in den meisten Büros noch immer eher Ausnahme als Regel, Meetings im Stehen oder Gehen belächelte Kuriositäten. Obwohl die Folgen des dauerhaften Sitzen längst bekannt sind:

  • Sitzen erhöht das Krebsrisiko
  • Sitzen macht Meetings unproduktiv
  • Sitzen macht den Rücken kaputt
  • Sitzen verringert die Lebenserwartung

Architekten und Designer haben sich deshalb bereits jetzt auf die Fahnen geschrieben, bessere und vor allem gesündere Lösungen zu finden, die den Rücken entlasten und gleichzeitig die Arbeit produktiver machen sollen. Noch ist das sitzlose Büro natürlich eine Utopie, doch muss es auch nicht gleich ganz so drastisch sein.

Für den Anfang reicht es bereits, dass sich am Arbeitsplatz mehr im Stehen abspielt - und sollte es eines Tages gelingen, durch unterschiedliche Designkonzepte das ungesunde Sitzen im Job zu ersetzen, lässt sich eine solche Entwicklung nur wärmstens begrüßen.

Arbeitsplatz der Zukunft: Was wird sich verändern?

GaudiLab/shutterstock.comNicht nur das Design des Arbeitsplatzes wird sich in Zukunft verändern, auch die Arbeitsweise und die Unternehmenskultur eines jeden Arbeitgebers wird sich den Entwicklungen anpassen müssen, um weiterhin konkurrenzfähig zu bleiben - sowohl am Markt gegen andere Unternehmen, als auch im Wettbewerb um qualifizierte Arbeitnehmer. Zwar lässt sich nicht mit hundertprozentiger Sicherheit sagen, wann und wie genau sich Arbeitsplätze in Zukunft verändern werden, fest steht nur, dass sie es tun werden. Diese vier Anpassungen werden der Arbeitswelt früher oder später bevorstehen:

  1. Die Hierarchien werden flacher

    Einige Unternehmen haben bereits heutzutage verstanden, dass steile Hierarchien viele Nachteile mitbringen können. Es werden nicht nur viele bürokratische Hürden geschaffen, sondern gleichzeitig negative Einflüsse auf die Unternehmenskultur begünstigt. Viele Eingriffe von Vorgesetzten und das Gefühl, von oben herab kontrolliert zu werden, sind der Motivation und Leistungsbereitschaft alles andere als zuträglich.

    In Zukunft werden daher Entscheidungen immer häufiger in enger Zusammenarbeit mit den Arbeitnehmern getroffen und auch die Transparenz bei Vorgaben des Managements wird steigen, um Mitarbeiter in die Situation des gesamten Unternehmens einzubeziehen, eine langfristige Bindung aufzubauen und so die Leistungen zu steigern.

  2. Das Home Office wird eine noch größere Rolle spielen

    Konzepte zu dezentraler Arbeit gibt es bereits, doch in Zukunft wird dies noch deutlich zunehmen. Auslöser ist bereits jetzt die Erkenntnis, dass die Leistungen eines Mitarbeiters nicht davon abhängen, dass dieser im im Büro sitzt. Wo früher noch befürchtet wurde, dass Mitarbeiter zu Hause lieber faulenzen und sich ablenken, sehen Unternehmen in Zukunft die Potenziale und Vorteile des Home Office.

    Die technischen Voraussetzungen sind bereits heute ausreichend und werden sich in den nächsten Jahren und Jahrzehnten noch weiter entwickeln, so dass die Anwesenheit für die Zusammenarbeit immer weiter an Bedeutung verliert. Davon profitieren nicht nur Arbeitnehmer durch flexibleres Arbeiten, sondern auch Unternehmen, die weniger Geld in die Bereitstellung und Ausstattung von Büros investieren müssen.

  3. Die Technik wird einige Arbeitsplätze revolutionieren

    Nicht jeder Arbeitnehmer wird gleich durch einen Roboter ersetzt, doch die technischen Entwicklungen der Zukunft werden selbstverständlich eine große Rolle in der Arbeitswelt spielen. In Zukunft werden so immer mehr Arbeitsabläufe automatisiert oder durch computergesteuerte Systeme unterstützt.

    Diese Entwicklung wird besonders schnell und stark in den technischen Branchen ablaufen, doch wird es auch Bereiche geben, bei denen es schwierig ist, durch technische Errungenschaften den Menschen zu ersetzen.

  4. Der Lebenslauf wird häufigeren Wechseln unterworfen sein

    Der klassische geradlinige Lebenslauf, der mit der Ausbildung bei einem Arbeitgeber beginnt und bis zum Eintritt in die Rente bei diesem Unternehmen fortbesteht, ist bereits heute eine Seltenheit. In der zukünftigen Arbeitswelt werden die Wechsel des Arbeitgebers noch weiter zunehmen, da Arbeitnehmer sich immer bewusster werden, was sie von ihrem Beruf erwarten und auch dazu bereit sind, diese Vorstellungen umzusetzen - falls nötig bei einem anderen Unternehmen.

    Auf Arbeitgeberseite resultiert daraus die Notwendigkeit, gerade für Top-Talente attraktiv zu bleiben und andere Unternehmen auszustechen, was einen Arbeitgeberwechsel noch reizvoller machen kann, wenn um die Gunst des Mitarbeiters gebuhlt wird.

[Bildnachweis: GaudiLab by Shutterstock.com]