Die gute Nachricht zuerst: Rund 50 Prozent der Beschäftigten verfügen inzwischen über ein Arbeitszeitkonto. Vor 20 Jahren galt das erst für 25 Prozent der Arbeitnehmer in Westdeutschland und für vier Prozent in Ostdeutschland. Heute ist selbst dieser Ost-West-Unterschied verschwunden. Das berichtet das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung in seinem jüngsten Forschungsbericht (PDF). Die Arbeitnehmer bekommen so beispielsweise mehr Flexibilität, um Familie und Beruf leichter zu vereinbaren. Die Arbeitgeber wiederum profitieren, indem sie geleistete Überstunden nicht etwa extra bezahlen müssen, sondern durch Freizeit ausgleichen können. Die Lohnkosten orientieren sich also besser am aktuellen Bedarf. Jetzt die schlechte Nachricht…
Die Zahl der bezahlten Überstunden ist in den vergangenen Jahren deutlich zurückgegangen. Während im Jahr 1991 noch durchschnittlich 1,2 bezahlte Überstunden pro Arbeitnehmer und Woche verzeichnet wurden, sank der Wert mittlerweile auf weniger als eine Stunde pro Woche. Das heißt aber nicht, dass weniger gearbeitet würde – es wird hierfür nur weniger bezahlt. Und manchmal auch gar nichts. Das zeigen etwa die folgenden Abbildungen aus der Studie:









Stephan Tchen
Die Tabelle ist nicht so aussagekräftig, wenn die Jahre bevor 2001 nicht angezeigt sind. Aus der Grafik liest man lediglich, dass die bezahlten Überstunden von 15,7h auf 10,3h gesunken sind.
Ausserdem: Bei der 2. Grafik fängt die y-Achse bei 3,00 an statt 0,00. So sieht alles viel volatiler aus :)
Jochen Mai
Ja Mensch, dann schau dir halt die ganze Studie an, wenn du das jetzt nicht so aussagekräftig findest. Dafür ist sie ja verlinkt.
Aber das Gemeckere wegen irgendwelcher Grafik-Kleinigkeiten, das nervt. Setzt sich eigentlich noch irgendjemand mit den Inhalten auseinander, z.B. mit der Tatsache, dass zahlreiche Arbeitnehmer unbezahlte Überstunden leisten? Oder gucken alle immer nur Bilder unter dem Aspekt: Finde den Fehler?!
So, musste mal gesagt werden…
Stephan Tchen
Natürlich setze ich mich mit den Tatsachen auseinander. Bei meiner Aussage geht es nur darum, dass gewisse Statistiker uns einfach manipulieren (natürlich weiss ich, dass die Grafik nicht von dir ist). Wenn man etwas behauptet, wird einfach deftig nachgeholfen, um sein Argument zu stärken.
Und ja, natürlich schaue ich mir die Statistiken genauer an. Ich will mich ja nicht belügen lassen :) Und hier ist doch auf den ersten Blick ersichtlich, dass die y-Achse gekürzt wurde.