Es ist nicht leicht in schweren Zeiten zu führen. Die Gegenwart ist fargil, die Zukunft ungewiss. Sicher ist nur: Zaudern, Abwarten oder Aussitzen sind definitiv keine Handlungsoptionen (wenn man dabei überhaupt von Handeln sprechen kann). Was also sollten Manager jetzt unternehmen? Nun, mir fielen da ein paar Punkte ein:
- Bleiben Sie bei Ihrer Kernkompetenz. Viele Unternehmen haben in den vergangenen Jahren Speck angesetzt und in Felder investiert, die zwar interessant waren, aber wenig bringen. Fokussieren Sie sich wieder und konzentrieren Sie sich auf Ihre Kernmarke. Damit sind Sie einmal groß geworden. Und gerade die Stärke einer Marke kann in der Krise einige Schwächen woanders ausgleichen. Das heißt allerdings nicht, dass Sie Ihr Produkt nicht verbessern sollten (siehe weiter unten).
- Denken Sie langfristig, aber handeln Sie kurzfristig. Die Krise geht auch wieder vorbei. Vorher werden aber womöglich einige Ihrer Wettbewerber auf der Strecke bleiben oder aber zumindest Tempo verlieren. Das ist Ihre Chance, Marktanteile zu erobern (vorausgesetzt freilich, Sie haben die Puste dafür). Handeln Sie also strategisch auf lange Sicht – vergessen Sie darüber aber nicht, die eigenen Hausaufgaben.
- Justieren Sie neu. Zeiten ändern sich – und mit ihnen meist auch die Marktbedingungen. Zehn, 15, 20 Prozent Umsatzrendite – das schaffen heute nur wenige. Hängen Sie also keinen unrealistischen Erwartungen nach, sondern justieren Sie Ihr Geschäft neu.
- Packen Sie aus. Und zwar mit der ganzen, ungeschönten Wahrheit. Nennen Sie die Probleme beim Namen. Insbesondere gegenüber Mitarbeitern sollten Sie jetzt Klartext reden. Wer sich hinter Beraterphrasen und hohler Managementsprache verschanzt, wirkt weder authentisch noch überzeugend. Außerdem können Sie andere in der schweren Situation nur so gut unterstützen, wie sie die Situation erkennen.
Kommunizieren Sie. Wenn es eine gute Zeit dafür gibt, Präsenz im Unternehmen zu zeigen, mit Mitarbeitern persönlich zu sprechen, sie in ihren Büros oder an der Werkbank zu besuchen und nicht im Chefsessel zu verweilen – dann jetzt. Die Menschen sind verunsichert, nervös, ängstlich. Überall werden Angestellte entlassen. Die Angst, die derzeit umgeht, lähmt aber Kreativität und Produktivität. Zeigen Sie Ihren Leuten also, wie wichtig sie Ihnen sind, wie sehr Sie sie schätzen und vor allem: wie sehr Sie auf sie bauen. Meinen Sie es aber auch so – sonst geht der Schuss nach hinten los!
- Suchen Sie den Kontakt zu Ihren Kunden. Wofür machen Sie den Job überhaupt? Für mehr Gewinn? Für ein gutes Image? Für Geld? Fatal, wer so denkt. In erster Linie geht es um Ihre Kunden. Ohne diesen sind Sie nichts – und haben auch kein Geschäftsmodell. Nehmen Sie also verstärkt Kontakt zu Ihren Kunden auf, untersuchen Sie deren Bedürfnisse und verbessern Sie Ihr Produkt oder Ihre Dienstleistung. Langfristig zahlt sich das meist mehr aus als kurzfristige Kosteneinsparungen.
- Setzen Sie (sich) klare Ziele. Und noch wichtiger: Priorisieren Sie diese. Wenn der Druck innen wie außen steigt, ist es wichtig seine Zeit und Aufmerksamkeit effektiv zu organisieren. Sonst geraten Sie schnell in die Defensive – und stopfen nur noch Löcher. Jede Krise ist auch eine Bewährungsprobe – sie bringt ebenso bessere und stärkere Unternehmen wie Manager hervor. Mittelmaß dagegen geht unter.


