Das neue Semester wirft seine Schatten voraus. Was für die einen ein Grund zur Freude ist – da sie ihr erstes Studium angehen können – treibt anderen Sorgenfalten auf die Stirn. Denn so mancher potentielle Student hat keinen Studienplatz gefunden und ist nach wie vor auf der Suche. Dass diese so kurz vor dem Semesterbeginn nicht einfach ist, leuchtet wohl jedem ein. Wir haben jedoch einige Tipps für Sie, mit denen Sie Ihren Studienplatz auch in letzter Minute noch finden können.
Gleich zu Beginn sei gesagt: Eine Studienplatz-Garantie sind unsere Strategien nicht und Sie müssen sich darüber im Klaren sein, dass ein Studienplatz in letzter Minute mit dem einen oder anderen Kompromiss verbunden sein kann. Eine Grundregel sollten Sie immer beachten: Auch wenn Sie es noch so eilig haben, müssen Sie genau wissen, welchen Studiengang Sie studieren wollen. Es bringt Ihnen gar nichts, einfach irgendeinen Studienplatz zu nehmen. Wenn sich abzeichnet, dass Sie nichts mehr in Ihrem angepeilten Fachbereich finden werden, sollten Sie sich mit Alternativen auseinandersetzen. Diese können darin bestehen, die Zeit bis zur nächsten Einstiegsmöglichkeit beispielsweise mit Praktika oder zeitlich befristeten Job zu überbrücken und so etwas Geld für das Studium zu sparen.
Doch diese Überlegungen sind der zweite Schritt, der erste besteht darin, sich aktiv auf die Suche nach den verblieben Studienplätzen zu machen. Und dafür haben Sie einige Möglichkeiten.
![]() | Wartelisten – Das klassische Vorgehen: Schreiben Sie sich bei allen Hochschulen, die Ihren Studiengang der Wahl im Programm haben, auf den entsprechenden Wartelisten ein. Der eine oder andere Student wird sicher noch abspringen, das ist dann Ihre Chance. |
![]() | Nachrück-Programme – Manche Universitäten und Fachhochschulen bieten – wenn in einem Jahr zu wenig Anmeldungen eingegangen sind – auch spezielle Nachrück-Programme an. Dabei müssen Sie sich ganz normal bewerben und oft auch einen Eignungstest bestehen. Dann haben Sie jedoch gute Aussichten auf einen Studienplatz. |
![]() | Mobilität – Wenn Sie kurz vor dem Semesterbeginn noch einen Studienplatz suchen, müssen Sie mobil sein. Konkret bedeutet das: Suchen Sie nicht nur im näheren Umkreis Ihres Wohnortes, sondern dehnen Sie Ihre Suche auf das gesamte Bundesgebiet aus. Das Wohnung und Lebenshaltungskosten vor Ort dann zusätzlichen finanziellen Aufwand bedeuten können, müssen Sie einkalkulieren. |
![]() | Flexibilität – Nicht nur räumlich, sondern auch im Hinblick auf die Art des Studiums sollten Sie flexibel sein. Ihrem gewählten Studiengang sollten Sie zwar treu bleiben, doch die meisten Studienfächer werden sowohl an Fachhochschulen als auch an Universitäten oder Dualen Hochschulen angeboten. Beziehen Sie alle Möglichkeiten in Ihre Suche ein. |
![]() | Duales Studium – Ein duales Studium mag zwar ein wenig anstrengender sein – keine Semesterferien, Praxis- und Theorieaufgaben gleichzeitig und ähnliches – doch Sie haben bis kurz vor Semesterbeginn noch realistische Chancen auf einen Studienplatz. Der Grund: Beim dualen Studium brauchen Sie in der Regel nur den Platz beim Ausbildungsbetrieb, der Studienplatz ist dann gesichert. Und es gibt durchaus Unternehmen, die auch in den letzten Wochen noch Bewerber als duale Studenten nehmen – wenn Ihre Bewerbung überzeugend ist, versteht sich. |
![]() | Suchkriterien – Sie wissen welchen Studiengang Sie belegen wollen? Gut. Doch wissen Sie auch, wie dieser Studiengang an den verschiedenen Hochschulen heißt? Die Frage mag komisch klingen, doch längst nicht alle Bezeichnungen der Studiengänge sind normiert. Ein Beispiel aus dem Sozialbereich: Das Studium der Sozialpädagogik heißt an der einen Hochschule eben Sozialpädagogik, an der anderen allerdings Soziale Arbeit und an der nächsten Sozialarbeit. Das können verschiedene Studiengänge sein – oder eben verschiedene Bezeichnungen für den gleichen. Lesen Sie sich daher auch Studiengänge durch, die anders heißen, als Ihre Wunschrichtung. |
![]() | Punktzahl erhöhen – Sie hatten sich beworben, wurden jedoch im ersten Anlauf nicht angenommen? Dann prüfen Sie Ihre Bewerbung noch mal. Ist inzwischen vielleicht ein Praktikum dazu gekommen, dass Ihre Punktzahl erhöhen kann? Haben Sie wirklich alle wichtigen Zeugnisse und Bescheinigungen beigelegt? Falls Sie etwas ergänzen können, teilen Sie das der Hochschule unverzüglich mit. |
![]() | Ausland – Auch ein Studium im Ausland kann eine Option sein, wenn Sie in Deutschland nichts mehr finden. In einigen Ländern sind deutsche Studenten herzlich willkommen und haben oft auch noch kurz vor Semesterbeginn gute Chancen. Dass Sie sich hier wieder mit steigenden Kosten und möglicherweise einer Sprachbarriere auseinandersetzen müssen, gehört dazu. |
![]() | Fernstudium – Wenn es mit einem Präsenzstudium nicht klappt, könnte ein Fernstudium eine Alternative sein. Wichtig ist dabei jedoch, dass Sie ein Institut wählen, das einerseits staatlich anerkannt ist und andererseits bei Unternehmen einen guten Ruf genießt. Die Recherche dazu mag aufwändig sein, bewahrt Sie aber davor, Geld in den Sand zu setzen. |
![]() | Private Träger – Noch eine Alternative: Sollten staatliche Hochschulen voll sein, könnten private Anbieter noch freie Plätze haben. Auch hier ist es wichtig, dass Ihr Abschluss später anerkannt ist. Aus finanzieller Perspektive ist das Studium an einer privaten Hochschule natürlich keine gute Option. Ob es für Sie eine realistische Möglichkeit ist, müssen Sie selbst entscheiden. |










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Jus Sen
Dieser Beitrag ist eine schöne Idee, jedoch sind hier Aspekte, die genauer zu beleuchten sind oder sogar so pauschal nicht stimmen:
Die meisten Hochschulen führen i.d.R. keine Wartelisten (nicht zu verwechseln mit den Wartesemestern, aber auch hierfür gibt es keine Listen, in die man sich eintragen (lassen) kann!). Es gibt jedoch die Möglichkeit, sich für ein Losverfahren zu melden. Dies ist die einzige Möglichkeit, ggf. noch an einen zulassungsbeschränkten Studienplatz zu gelangen. Das Duale Studium ist i.d.R. auch keine Last Minute Idee, denn die Bewerbungsverfahren sind umfassend, finden lange im Voraus statt und die Plätze sind sehr begehrt. Es gilt: wer sich nicht bis zum Bewerbungsschluss (31.5. bzw. 15.7.) beworben hat, kommt auch nicht in ein Nachrückverfahren rein. Einzig Losverfahren oder zulassungsfreie Plätze können dann noch eine Option sein. Ansonsten sollte man lieber auf individuelle Alternativen zurückgreifen, als irgendetwas zu wählen. Es geht nicht ums “Hauptsache einen Studienplatz” sondern um den richtigen Studiengang. Immer wieder kursieren in www-Foren Fragen, wo Studieninteressierte unsicher sind, weil es Gerüchte gibt (ein hartnäckiger Fall ist z.B. auch, dass Wartezeit das Abi verbessert – das stimmt so nicht!) Also ruhig mal die Studienberatungen der Hochschulen ansprechen.
Christian Mueller
Hallo,
erst mal danke für deinen Kommentar und nette Werbung für euer Portal. Mit wem habe ich denn das Vergnügen?
Zu deinen Punkten:
1. Viele Hochschulen führen durchaus Warte- oder Nachrücker-Listen. Ich berate einige Studenten und angehende Studenten die teilweise ihren Studienplatz über solche Listen erhalten haben.
2. Das duale Studium ist grundsätzlich natürlich keine Last-Minute-Idee – das habe ich auch nirgends geschrieben – doch in einzelnen Branchen gibt es durchaus auch wenige Tage vor Semesterbeginn noch freie Plätze die manchmal auch erst in letzter Minute besetzt werden. Das ist nicht die Regel, doch die Studienplatzsuche auf den letzten Drücker ist das ja auch nicht.
3. Bei einigen Hochschulen habe ich bereits Nachrückverfahren erlebt, die erst nach der offiziellen Bewerbungsfrist begonnen haben. Der Grund war in allen Fällen der gleiche: Einige Studiengänge waren zu schlecht belegt. Auch hier gilt: Nicht die Regel, aber durchaus möglich.
Das sich Studenten oder Studieninteressierte an die Studentenberatung wenden, setze ich voraus. Wobei auch die Qualität dieser Beratung – das wirst du aus eigener Erfahrung wissen – sehr unterschiedlich sein kann.
Fazit: Die Maßnahmen, die ich im Artikel beschreibe, stellen nicht die Regel eines Bewerbungsverfahrens um einen Studienplatz dar, da gebe ich dir Recht. Doch die Suche kurz vor Semesterbeginn ist auch eine Ausnahmesituation. Dass diese am besten vermieden wird, ist klar.
Das Portal der HHU kann ich unseren Lesern dennoch empfehlen, die Informationen dort lohnen sich.
Gruß,
Christian