Bewerbungsmappe mit oder ohne Deckblatt? An dieser schlichten Seite scheiden sich die Geister: Der eine Personaler liebt die Seite, der andere hasst sie und der Dritte sagt: “Wir akzeptieren nur noch Online-Bewerbungen, da braucht es kein Deckblatt!” Was also tun? Denn einen Zwang zum Bewerbungsmappen-Deckel gibt es nun mal nicht, wohl aber einige Vor- und Nachteile. Die sollten Sie in jedem Fall sorgfältig abwägen…
Zunächst einmal: Was ist überhaupt ein Deckblatt? Diese viel umschriebene Seite ist eine Art Bewerbungsmappen-Dreingabe und liegt dem Lebenslauf oben auf. Einige empfehlen sogar, es den gesamten Bewerbungsunterlagen voran zu stellen. Also auch dem Bewerbungsanschreiben. Davon raten wir aber ab, weil das Bewerbungs- oder Motivationsschreiben die eigentliche Krönung der Bewerbung ist: Hier begründet der Bewerber sein Interesse für den Job, stellt seine schillernsten Fähigkeiten dar und hält ein Plädoyer dafür, warum er die Bestbesetzung ist. Das Deckblatt ist eher die Kür. Schmuck mit Funktion, aber zweitrangig. Es überzeugt nicht, sondern rundet allenfalls ab. Daher: Ab in die zweite Reihe!
Alles auf einen Blick
Was also steht auf so einem Deckblatt drauf?
Was Sie alles auf Ihre Seite packen, ist natürlich individuell verschieden und hängt von der angestrebten Position ab. Wesentliche Elemente eines Deckblatts aber sind:
Das steht auf dem Deckblatt:
- Eine Überschrift: Meist schlicht “Bewerbungsunterlagen” oder “Bewerbung”.
- Das Bewerbungsfoto: Ob links, rechts oder mittig ist eine Frage des Layouts. Sie sollten dabei aber immer in die Seite “rein” schauen, nie raus! Blicken Sie auf dem Foto leicht nach links, gehört das Foto also nach rechts.
- Ihre Kontaktdaten: Name, Anschrift, Telefonnummer, E-Mail-Adresse
- Die angestrebte Position: Als was oder auf welche Stelle bewerben Sie sich?
- Eine Inhaltsangabe: Was steckt alles in der Bewerbungsmappe – Lebenslauf, Anlagen, Zeugnisse…
Sie erkennen an dieser Liste bereits den Sinn und Zweck eines solchen Deckblatts: Es soll dem Leser und Personaler eine schnelle Übersicht geben, sodass er die wichtigsten Informationen auf einen Blick erfassen kann. Das hilft ihm später vor allem bei der berüchtigten Stapelauswahl: Wer ist raus, wer kommt eine Runde weiter? Liegt die Seite oben auf, erinnert sich der Personaler (hoffentlich) wieder sofort an Sie und kann Sie leichter zuordnen. Kurz: Das Deckblatt macht seine Arbeit einfacher und bietet ihm daher einen Mehrwert.
Vor- und Nachteile des Deckblatts
Noch mal: Die Seite ist kein Muss, sie bietet aber spezifische Vorteile. Allerdings auch ein paar Nachteile, die es abzuwägen gilt. Die Vorteile zuerst:
Vorteile
- Sie schaffen Übersicht: Der Empfänger kann sofort erkennen, wer sich für welche Position bewirbt.
- Sie fallen auf. Ein gut und originell gestaltetes Deckblatt (das natürlich zum Rest passen muss) ist ein starkes Stilelement der Bewerbung, mit dem Sie sich gut von anderen Bewerbern abheben können.
- Je klarer das Design, desto strukturierter und durchdachter wirkt Ihre Bewerbung.
- Sie gewinnen Platz. Vor allem im Lebenslauf, der sich nun voll und ganz um Ihre bisherigen beruflichen Stationen und Erfolge drehen kann. Idealerweise im amerikanischen Stil: mit der aktuellen Position beginnend.
Nachteile
- Ist Ihre Bewerbung gut strukturiert, übersichtlich layoutet und kompakt, ist das Deckblatt im Grunde unnützer Ballast. Es macht die Bewerbung nur dicker, der Personaler muss mehr blättern.
- Ist der Lebenslauf eher kurz, wie zum Beispiel bei Berufseinsteigern, passen die Informationen des Deckblatts locker auf den Lebenslauf. Eine zusätzliche Seite wirkt dann nur noch aufgebläht – und lässt direkt Zweifel an der Qualifikation aufkommen.
- Unterschätzen Sie nie die Wirkung des Bewerbungsfotos. Gerade auf dem Deckblatt kommt es besonders prominent zur Geltung. So können aber auch vorschnell Stereotype oder Antipathie entstehen, die die Bewerbungschancen torpedieren.
- Doublettengefahr. Falls Sie mit einem Deckblatt arbeiten, sollten Sie darauf achten, dessen Informationen nicht zu wiederholen: Das Bewerbungsfoto noch mal im Lebenslauf? Wirkt eitel. Name und Adresse erneut auflisten? Halten Sie den Personaler für vergesslich? Kurzum: Es kann zu einer überflüssigen Wiederholung von Zahlen und Fakten kommen. Und damit zu Nervpotenzial.
Mustervorlage eines Deckblatts
Jetzt haben Sie viel über diese zusätzliche Bewerbungsseite gelesen, haben aber vielleicht immer noch kein genaues Bild davon. Kein Problem. Wir haben auch ein Beispiel für Sie, wie die Gestaltung des Deckblatts im Fall einer Bewerbung aussehen könnte:
Und falls Sie sich gerade nach einem neuen Job umsehen: Besuchen Sie doch unsere Jobbörse mit vielen Tipps und Tricks rund um die Jobsuche und Bewerbung.
Bewerbungstipps, die Sie auch noch lesen sollten:
- Bewerbungsmappen-Check: Das muss in die Bewerbung
- Bewerbungsanschreiben: Die besten Tipps & Vorlagen
- Einleitungssätze: Bessere Anschreiben formulieren
- Schlusssatz im Anschreiben: Jetzt bitte noch einen Höhepunkt!
- Normbrief: Was ist eine Bewerbung nach DIN 5008?
- Bewerbungsfoto: So rücken Sie sich ins beste Licht
- Lebenslauf: Vorlagen & Tipps zum Formulieren
- Tabellarischer Lebenslauf: Gratis-Vordruck zum Ausfüllen
- Deckblatt: Bewerbung mit oder ohne?
- Handgeschriebener Lebenslauf: Ein Musterbeispiel
- Hobbys: Welche sollten Sie angeben?
- Kurzbewerbung: Beispiele & Checklisten
- Arbeitszeugnis: Beispiele, Urteile, Formulierungen, Muster
- Zeugnissprache: Kennen Sie alle Geheimcodes?
- Zwischenzeugnis: Ihr Anspruch und gute Gründe dafür
- Lebenslauf-Quiz: Finden Sie mindestens 10 Fehler?
- Online-Bewerbung: Die besten Tipps zur E-Mail-Bewerbung
- Gehaltsvorstellung formulieren: Tipps und Beispiele

Bewerbungstipps: Die perfekte Bewerbung
Bewerbungsvorlagen: 16 kostenlose Muster zum Download
Denksport: 50 Brainteaser für Jobinterviews
Smalltalk-Tipps:



Bewerbungs-Dossiers zu Mappe, Anschreiben, Lebenslauf, Bewerbungsfoto und Zeugnissen.
Die besten Tipps und Dossiers für das Vorstellungsgespräch: So überzeugen Sie jeden Personaler.

Jan Brinkmann
Hallo. Ich finde, aus persönlicher Erfahrung, dass eine Bewerbung die ein Deckblatt außen zeigt, in einem Stapel von 20-30 Bewerbungen viel mehr heraussticht. Wenn knapp 75% einfach gekaufte Bewerbungsmappen (oft diese blauen oder schwarzen Teile) sind, und dann nur einige wenige direkt den Bewerber zeigen, lese ich persönlich erstmal die Bewerbungen die irgendwie nach Abwechslung aussehen.
Allerdings muss man sagen, dass ein Deckblatt in der Tat dann richtig wirkt, wenn man es auch außen sieht (z.B. bei gebundenen Bewerbungen).
Günter
der großteil der bewerbungen wird doch heute schon elektronisch abgeliefert. also per mail oder online-formulare.
ein deckblatt gehört mM nach als erste blatt zum erregen der aufmerksameit, aber das kann man auch mit einer gut überlegten grafischen gestaltung des lebenslaufes und/oder des anschreiben (ohen dass die lesbarkeit und strukturierung leidet).
ich bin eher für ein weglassen des deckblattes und einer individuellen gestaltung von anschreben und lebenslauf als pdf im anhang der mailbewerbung bzw als anlage einer online-bewerbung.
Jochen Mai
Das ist ja dann eher eine definitorische Frage: wenn der lebenslauf so gut gestaltet ist, dass er die aufgaben eines deckblatts erfüllt – ist es dann nicht de facto doch vorhanden?
Günter
meine definition von deckblatt: eine eigene seite und zwar die erste seite mit ein paar wesentlichen daten (wer bewirbt sich wofür mit bild). im prinzip wie die mustervorlage im artikel, nur für mich ist es immer die erste seite, daher DECKblatt, es bedeckt die anderen seiten ;-)
Jochen Mai
Es kann genauso gut den Lebenslauf bedecken mit dem Anschreiben obenauf. Dann ist es immer noch Deckblatt.
Günter
Sinn macht das deckblatt, wenn es eine art “management summary” oder “steckbrief” ist. also das wichtigste, warum man der/die richtige ist für die stelle, kurz zusammengefasst mit den schlüsselargumenten in wenigen worten (+ adresse und foto)
Jochen Mai
Warum so eng in der Definition? Und nein, das Deckblatt ist kein Management Summery, denn dann wird es zur Doublette des Lebenslaufs und die Frage drängt sich auf, warum der Lebenslauf nicht gleich so übersichtlich gestaltet wurde, dass die wichtigsten Schlüsselargumente und Fähigkeiten sofort ersichtlich sind.
Das Deckblatt nimmt vielmehr auf die Arbeitsweise von Personalern mit vielen Bewerbungen Rücksicht: Schnelles Erfassen der Person (Foto), der Kontaktdaten (falls Interesse) und dem Bezug zur ausgeschriebenen Stelle. Die Schlüsselargumente gehören wie die Motivations ins Anschreiben (das auch nicht die Fähigkeiten des Lebenslaufs wiederholt) und der Lebenslauf ist listet die relvanten Stationen auf, lückenlos. Sinn hat das Deckblatt daher nicht als Exzerpt der gesamten Bewerbung (redundant), sondern als Auslagerung wichtiger Informationen, die aber sonst die anderen Bewerbungselemente im Layout belasten.