Ausgetretene Bahnen verlassen, sich neu beweisen, etwas ganz anderes machen – den Wunsch, seiner Karriere durch einen Jobwechsel neuen Schwung zu verleihen, hegen viele. Vor allem viele Manager. Rund 42 Prozent von ihnen denken immer wieder über eine Kündigung nach, so etwa das Ergebnis einer Umfrage der Jobbörse Stepstone unter rund 20 000 Fach- und Führungskräften. Danach waren nur 18 Prozent mir ihrer aktuellen Stelle zufrieden.

Natürlich spiegeln solche Zahlen nur bedingt die Realität wider. Viele Angestellte sind zwar unzufrieden dort wo sie gerade sind, den mutigen Schritt nach vorn wagen sie allerdings nicht – aus ganz unterschiedlichen Gründen. Manche davon sind klug, manche klingen nur so. Und um letztere geht es heute: klassische Begründungen, um im Job zu verharren. Viele dieser Erklärungen haben Sie vielleicht schon gehört oder gar gedacht, auf den ersten Blick klingen sie ja auch plausibel. Auf den zweiten Blick aber bleiben es Ausreden. Das soll zwar kein Appell zum Ausstieg werden, dafür ein Aufruf zwei Augenblicke zu riskieren, um seine Motivation zu hinterfragen:

  • „Irgendwann geht es auch wieder bergauf.“ – Vielleicht, vielleicht aber auch nicht.
  • „Ich bin loyal.“ – Eine gute Eigenschaft. Aber ist das Ihr Arbeitgeber auch – vor allem, wenn die Umsätze einbrechen oder Sie eine berechtigte Gehaltserhöhung einfordern?
  • „Woanders ist das Gras auch nicht grüner.“ – Stimmt. Jedes Unternehmen hat seine Probleme. Aber jedes seine eigenen. Womöglich kommen Sie mit den Defiziten der anderen besser klar.
  • „Wenn ich kündige, hat mein Chef erreicht, was er wollte (der Mistkerl)!“ – Na und?! Wenn Sie bleiben, kann er Sie noch länger mobben. Was ist mehr Wert: Ihre Gesundheit und Karriere oder Ihr Stolz?
  • „Ich finde so schnell keinen neuen Job.“ – Haben Sie es denn schon versucht? Und haben Sie es richtig versucht? Womöglich suchen Sie an der falschen Stelle oder stellen unmögliche Anforderungen.
  • „Wenn ich kündige, verliere ich mein Abfindung, mein Einkommen, meinen Dienstwagen, meinen Status.“ – Warum arbeiten Sie dort: für das Geld oder aus Leidenschaft? Verwechseln Sie nicht Ursache mit Wirkung: Das Geld ist Ergebnis Ihrer Leidenschaft und Leistung. Wenn Sie in Ihrem jetzigen Zustand verharren, verlieren Sie womöglich noch Ihre Reputation. Nur nicht Ihre Motivation, die sind Sie schon quit.
  • „Der Job ist einfach zu gut bezahlt.“ – Das nennt man Schmerzzulage. Offenbar haben Sie aber bereits Ihre Schmerzgrenze erreicht, sonst würden Sie nicht über einen Jobwechsel nachdenken.
  • „Ich habe bis jetzt einfach zu viel in dieses Projekt investiert.“ – Aber wird das auch honoriert?
  • „Jetzt schon zu kündigen sieht schlecht im Lebenslauf aus.“ – Zu bleiben und zu scheitern oder gar gekündigt zu werden, sieht noch schlechter aus.