Zunächst die gute Nachricht: Vergessen Sie Geld! Funktioniert nicht. Allenfalls kurzfristig. Dann aber wirkt es wie eine Droge, deren Dosis stetig erhöht werden muss, damit sie überhaupt noch aufputscht. Jetzt die schlechte: Anerkennung und Lob können Sie genauso vergessen. Als Anreiz für mehr und bessere Leistungen funktionieren die wie Geld und Drogen. Also auch nicht. Ja, aber was bleibt denn da noch, um Mitarbeiter zu motivieren?

Gute Frage. Die hat sich Teresa Amabile, Professorin an der Harvard Business School, auch gestellt. Und fing an zu forschen. Lange. Sehr lange. Dabei sammelten sie und ihre Mitarbeiter Daten von Hunderten unterschiedlicher Mitarbeitern – was sie tagsüber fühlten, wie sie sich verhielten, wie motiviert sie waren. Und dabei zeigte sich schnell: Anerkennung und klassische Incentives wie Boni oder andere Dreingaben spornten kaum einen zusätzlich an. Was aber wirklich wie ein Motivationsturbo wirkte, war, wenn die Chefs ihre Mitarbeiter unterstützten, ihnen sinnvolle Ziele vorgaben und für entsprechende Ressoucen sorgten, kurz: Wenn sie ihnen dabei halfen, Fortschritte zu erzielen und die Arbeit leichter machten (ohne sie ihren Leuten freilich abzunehmen).

Das Ergebnis bestätigt zumal das, was viele Motivationsforscher schon lange betonen: Man kann Menschen nicht zu etwas (extrinsich) motivieren, wozu sie nicht schon von sich aus (intrinsisch) motiviert sind. Wer aber seinen Mitarbeitern und Kollegen hilft, dass die Arbeit, die sie gerne tun, getan werden kann, dass es immer wieder Erfolge gibt, sogar sinnvolle, und wer diese Ziele klar benennt, der sorgt nicht nur für bessere Leistungen, sondern auch für etwas viel Wichtigeres: Spaß am Job.