Wer Ausbildung Bundeswehr hört, verbindet das wohl häufig mit Soldaten. Tatsächlich ist die Bundeswehr jedoch in einen militärischen und einen zivilen Bereich aufgeteilt. Als einer der größten Arbeitgeber Deutschlands haben Schulabgänger in über 70 zivilen Ausbildungsberufen die Chance, Karriere bei der Bundeswehr zumachen. Eine Ausbildung bei der Bundeswehr als Frau ist übrigens ebenso möglich: Vorbei die Zeiten, da bestenfalls als Bürokauffrau oder Sanitäterin in der Bundeswehr gearbeitet werden konnte. Welche Möglichkeiten Sie noch haben und welche Voraussetzungen Interessierte mitbringen müssen...

Bundeswehr Ausbildung Voraussetzungen 2017 2018 Frau

Die Bundeswehr als Ausbilder und Arbeitgeber

Die Bundeswehr ist maßgeblich für Sicherheits- und Verteidigungsaufgaben der Bundesrepublik Deutschland verantwortlich. Dazu gehört der Schutz der Bevölkerung, aber auch die Unterstützung von Bündnispartnern. Die Bundeswehr unterliegt den Entscheidungen des Deutschen Bundestages und wird in ihrem Handeln durch das deutsche Grundgesetz und das Völkerrecht bestimmt.

Da Deutschland Mitglied der Europäischen Union (EU), der Organisation des Nordatlantikvertrags (NATO) und der Vereinten Nationen (UN) somit Bündnispartner von vielen Ländern ist, gehören auch Auslandseinsätze zu den Aufgaben der Bundeswehr. Neben militärischen Aufgaben kann das auch die humanitäre Hilfe im Ausland, Geiselbefreiung oder Unterstützung bei Naturkatastrophen beinhalten.

Unterteilt ist die Bundeswehr in zwei Bereiche: Einen militärischen Bereich mit den Streitkräften, zu denen Heer, Luftwaffe, Marine, Sanitätsdienst, Streitkräftebasis und undder Cyber- und Informationsraum zählen. Zum zivilen Bereich gehören Verwaltung, Personalbereich, Militärseelsorge, Entwicklung von Wehrmaterial, Infrastrukturbereich und Rechtspflege.

Mehrere tausend zivile Arbeitnehmer stellen die Versorgung der Streitkräfte sicher, allein die Bundeswehrverwaltung bietet über 40 Berufe. Darunter fallen Klassiker wie der Kaufmann für Büromanagement, Tierpfleger oder Krankenpfleger, aber ebenso auch Fluggerätelektroniker und Berufe im mittleren Dienst, für die mindestens der Realschulabschluss notwendig ist.

In ganz Deutschland gibt es verschiedene Karriereberatungsstellen für eine Ausbildung bei der Bundeswehr. Die zuständige beziehungsweise nächstgelegene Beratungsstelle ist auf der Website der Bundeswehr per Postleitzahlsuche herauszufinden. Eine Kontaktaufnahme ist über E-Mail, genauso gut aber auch über Facebook oder über die kostenfreie Hotline 0800 9800880 möglich.

Ausbildung Bundeswehr: Voraussetzungen für eine Berufsausbildung

Für eine berufliche Laufbahn bei der Bundeswehr gibt es verschiedene Einstiegsmöglichkeiten. Abhängig ist dies von den persönlichen Qualifizierungen des Bewerbers und den jeweiligen Zielen. So besteht grundsätzlich die Möglichkeit, eine militärische oder zivile Ausbildung zu machen, zu studieren oder als Berufserfahrener im Quereinstieg bei der Bundeswehr zu arbeiten.

Neben einem entsprechenden Schulabschluss werden für technische Berufe technisches Geschick, räumliches Vorstellungsvermögen und handwerkliches Geschick erwartet. Bei medizinischen Berufen sind Empathie und der Wunsch, mit Menschen umzugehen notwendig. Bewerber sollten bei der Berufswahl auch Allergien und Gesundheitsvorschriften beachten.

Großer Wert wird auf die fachliche, persönliche und charakterliche Eignung gelegt. Grundsätzlich werden Lernbereitschaft und Engagement erwartet, aber auch Teamgeist, Zuverlässigkeit und Verantwortungsbewusstsein sind wichtig für die Ausbildung bei der Bundeswehr.

Wer über eine schnelle Auffassungsgabe, gute Computerkenntnisse und Sprachkenntnisse in Englisch und/oder Französisch verfügt, erhöht seine Chancen um einen Ausbildungsplatz.

  • Militärische Laufbahn

    Die militärische Laufbahn steht Bewerbern aller Schulabschlüsse offen. Voraussetzung für diese Bundeswehrausbildung als Soldat ist, dass Sie mindestens 17 Jahre alt sind, die deutsche Staatsbürgerschaft besitzen, die Vollzeitschulpflicht erfüllt haben und sich zwischen zwei und vier Jahren verpflichten.

    Interessenten sollten bereit sein, sich bundesweit versetzen zu lassen und an Auslandseinsätzen der Bundeswehr teilzunehmen. Als Soldat sind Sie von der Sozialversicherungspflicht befreit, das heißt, Sie zahlen keine Arbeitslosen-, Renten- oder Krankenversicherung.

    Sofern eine erneute Verpflichtung nicht möglich oder erwünscht ist, erhalten Soldaten mit dem Berufsförderungsdienst eine Unterstützung bei der Rückkehr ins zivile Berufsleben.

  • Zivile Laufbahn

    Wer sich für eine Ausbildung bei der Bundeswehr im Zivilbereich interessiert, sollte wenigstens einen guten Hauptschulabschluss mitbringen, beispielsweise für die Ausbildung zum pharmazeutisch-kaufmännischen Angestellten.

    Eine Grundausbildung bei der Bundeswehr ist nicht notwendig, auch eine Verpflichtung als Soldat ist nicht vorgesehen, allerdings bietet die Bundeswehr eine Weiterbeschäftigung im Rahmen einer militärischen oder zivilen Laufbahn nach der Ausbildung an. Für die Ausbildungsberufe werden in der Regel gute Leistungen in den Hauptfächern Deutsch und Mathematik verlangt.

    Je nach Ausrichtung können weitere gute Leistungen erforderlich sein, für das oben genannten Beispiel kämen noch Chemie und Physik hinzu. Im Gegensatz zur militärischen Laufbahn tragen zivile Auszubildende keine Uniform, lediglich bei der Bundeswehr-Feuerwehr sind Dienst- oder Schutzkleidung Pflicht.

Bundeswehr Ausbildung 2018: Rechtzeitig bewerben

Bundeswehr Ausbildung 2017 2018Wie bei anderen zivilen Ausbildungsplätzen müssen Sie Bewerbungsfristen beachten, so dass Sie am Ende des vorletzten Schuljahres Ihre Bewerbung absenden, um so den jährlichen Bewerbungsschluss am 31. Oktober einzuhalten. Dieser gilt für eine Einstellung im darauffolgenden Jahr.

Bei der Bundeswehr schwanken die Fristen für einige Ausbildungsberufe teilweise um mehrere Monate. Abhängig ist dies vom jeweiligen Ausbildungsberuf und vom Bundesland, grob sollten Sie ein Jahr vor Ausbildungsbeginn kalkulieren. In jedem Fall ist frühzeitiges Informieren wichtig.

Beispiel Holzmechaniker

Eine zivile Ausbildung im Handwerk, beispielsweise zum Holzmechaniker, können Sie zu zwei Terminen anstreben:

  • Interessenten bewerben sich bis zum 30. September 2017 für eine Ausbildung ab August 2018 oder
  • bis zum 31. Oktober 2017 für eine Ausbildung ab September 2018.

Beispiel im mittleren nichttechnischen Dienst

  • Wer eine zivile Laufbahn in der Bundeswehrverwaltung anstrebt, muss sich bis zum 30. November 2017 für die Ausbildung Anfang September 2018 beworben haben.
  • Der nächste Bewerbungsschluss liegt bereits am 31. Mai 2018 für die Ausbildung Anfang März 2019.

Benötigt wird für eine vollständige Bewerbung:

  • Bewerbungsschreiben
  • Lebenslauf
  • Schulabschlusszeugnisse (in Kopie)
  • Praktikumszeugnisse (sofern vorhanden, in Kopie)
  • Einverständniserklärung der Eltern (bei Minderjährigen)
  • Nachweis über Schwerbehinderung (in Kopie)

Auswahlverfahren für Bundeswehr Ausbildung

Grundsätzlich können die Bewerbungen per Post, als E-Mail oder als Online-Bewerbung erfolgen. Wer sich für eine zivile Laufbahn bei der Bundeswehr entscheidet, bewirbt sich...

  • bei einem Dienstleistungszentrum um eine Ausbildungsstelle. Darunter findet sich von A wie Aachen bis Z wie Zweibrücken ein Dienstleistungszentrum in der Nähe.
  • bei einem Karrierecenter auf eine Laufbahn im mittleren Dienst. Diese befinden sich in Berlin, Düsseldorf, Hannover, Mainz oder Stuttgart.
  • beim Assessment Center um eine Laufbahn im gehobenen und höheren Dienst. Das befindet sich in Köln und richtet sich an Führungskräfte.

Für das Auswahlverfahren müssen schriftliche, mündliche und ein praktische Tests, sowie ein Sport- und Computertest absolviert werden. Beim schriftlichen Text können unter anderem Fragen aus dem Wirtschafts- und Sozialbereich, zum technischen Verständnis oder ein Konzentrationstest auf den Bewerber zukommen.

Außerdem gehören zum Auswahlverfahren eine ärztliche Untersuchung, ein Kurzvortrag und ein Auswahlgespräch dazu. Um sich auf das Auswahlverfahren vorzubereiten, können Bewerber sowohl für die militärische als auch für die zivile Laufbahn mit dem Assessment-Trainer üben.

Hier werden folgende sechs Bereiche geprüft:

  • Rechtschreibung
  • Wortanalogien
  • Allgemeinwissen
  • Fragen zur persönlichen Einstellung
  • Matrizen
  • Mathematik

Nach den erfolgreichen Tests erwartet die Bewerber als Abschluss des Bewerbungsverfahrens ein Vorstellungsgespräch. Hier sollten Interessenten sich zuvor gut mit dem anvisierten Job und der Bundeswehr als Arbeitgeber auseinandergesetzt haben.

Frauen und Bewerber mit Migrationshintergrund werden besonders gern gesehen, um den Anteil dort zu steigern, wo bisher nur ein geringer Anteil an weiblichen Beschäftigten beziehungsweise Menschen mit Migrationshintergrund arbeitet. Ob die Bewerbung erfolgreich war, erfahren die Bewerber am Ende des Auswahlverfahrens in einer schriftlichen Mitteilung.

Studium bei der Bundeswehr

Bewerber mit Abitur stehen gleich mehrere Möglichkeiten offen, eine Ausbildung bei der Bundeswehr zu machen. Wer eine militärische Karriere verfolgt, wird eine Offizierslaufbahn anstreben.

Diese Führungsposition ist mit einem Studium an einer Bundeswehr-Universität verbunden und wird in Hamburg oder München angeboten. Insgesamt 38 Studienfächer können belegt werden; Hamburg ist mehr geisteswissenschaftlich orientiert, während München einen technischen Schwerpunkt bei den Studienfächern hat.

Der Vorteil der eigenen Universitäten sind kleine Seminargruppen, das Wohnen auf dem Campus und eine verkürzte Studiendauer durch eine Einteilung der Lehrpläne in Trimester: Das Bachelorstudium ist so in drei, das Masterstudium in vier Jahren möglich.

Für Studienfächer wie beispielsweise Medizin, Zahn- und Veterinärsmedizin, aber auch Nautik und Hafenwirtschaft wird auf Studienplätze an einer zivilen Hochschule zurückgegriffen. Wer sich für eine Offizierslaufbahn interessiert, verpflichtet sich zu mindestens 13 Jahren Bundeswehr.

Die Universitäten der Bundeswehr bieten auch zivile Studiengänge, vor allem in der Beamtenausbildung für den gehobenen Dienst. Hier können Studierende beispielsweise den Diplom-Verwaltungsfachwirt oder den Diplom-Meteorologen absolvieren. Voraussetzung hierfür ist, dass das 50. Lebensjahr noch nicht vollendet wurde und der Bewerber mindestens die Fachhochschulreife besitzt.

Interessenten für dieses Studium verpflichten sich nach Bestehen der Laufbahnprüfung mindestens fünf Jahre als Beamtin oder Beamter des gehobenen naturwissenschaftlichen Dienstes tätig zu sein. Bewerbungsschluss ist hier der 30. November 2017 für den Ausbildungsbeginn im Oktober 2018.

Ausbildung Bundeswehr: Das sind Ihre Verdienstmöglichkeiten

Das Einstiegsgehalt für Soldatinnen und Soldaten auf Zeit beträgt hier monatlich etwa 1.800 Euro netto. Auszubildende starten mit dem niedrigsten Dienstgrad als Schütze, Matrose oder Flieger, werden üblicherweise nach drei Monaten bereits zum Gefreiten befördert und erhalten eine erste Steigerung der Bezüge.

Wer eine Ausbildung bei der Bundeswehr macht, erhält ein nach Ausbildungsjahren gestaffeltes Ausbildungsentgelt gemäß des öffentlichen Dienstes. Zusätzlich kommen noch eine Jahressonderzahlung und vermögenswirksame Leistungen hinzu. Auch Studierende der Bundeswehr erhalten bereits während des Studiums das volle Gehalt.

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