Ausbildung Erzieher: Worauf Sie achten sollten
Die Arbeit als Erzieher ist erfüllend, sinnvoll und zukunftssicher - sagen die einen. Die anderen verbinden mit dem Beruf lange Arbeitszeiten, hohe Belastung und schlechte Bezahlung. Doch trotz mancher Nachteile überwiegen für viele jungen Menschen die positiven Aspekte des Berufs. Wer sich für die Arbeit als Erzieher interessiert, steht schnell vor einer Frage: Worauf kommt es bei der Ausbildung zum Erzieher an?

Ausbildung Erzieher: Ein Beruf mit Zukunft?

Auf den verschiedenen Informationsseiten zur Erzieher Ausbildung wird vor allem der Aspekt der Zukunftssicherheit betont. Erzieher, so die Botschaft, werden immer gebracht und nie überflüssig. Bis zu einem gewissen Grad ist das auch korrekt. Die Betreuung von Kindern lässt sich - zumindest mit den heutigen Ansprüchen und Werten - nur schwer automatisieren, Menschen werden hier noch sehr lange gebraucht.

Doch das bedeutet nicht, dass Erzieher deshalb automatisch hervorragende Entwicklungsmöglichkeiten haben. Fortbildungen und Aufbaustudiengänge sind zwar möglich, Plätze jedoch nicht immer einfach zu bekommen.

Angehende Erzieher sollten sich daher darüber im Klaren sein, dass ein Aufstieg oder eine berufliche Weiterentwicklung mit Arbeit verbunden ist und Engagement benötigt.

Männer Fraue Erzieher

Der eine oder andere Leser und so manche Leserin ist vielleicht an unserem Artikelbild hängen geblieben. Um das vorweg zu nehmen: Nein, wir wollen damit keine Klischees bedienen. Doch die Zahlen des statistischen Bundesamtes zeigen, dass der Beruf des Erziehers nach wie vor von Frauen dominiert wird.

Das Interesse junger Männer nimmt jedoch zu, auch wenn der Frauenanteil in Kitas aller Bundesländer bei über 90 Prozent liegt. Männliche Erzieher werden in vielen Fällen händeringend gesucht, da reine Frauenteams nicht immer optimal und männliche Ansprechpartner für die Kinder durchaus wichtig sind. Als junger Mann stehen Ihre Chancen in der Erzieher Ausbildung und bei der anschließenden Jobsuche daher sehr gut.

Unabhängig vom Geschlecht sind die Jobaussichten für Erzieher jedoch hervorragend. Dafür gibt es drei wichtige Gründe:

  1. Der Personalschlüssel in Kitas - einem der Haupteinsatzbereichen von Erziehern - wurde deutlich erhöht. Dadurch ist auch der Bedarf an Erziehern spürbar gestiegen. Fast alle Arbeitgeber in diesem Bereich klagen über Personal- und Fachkräftemangel.
  2. Der gestiegene Bedarf führt bei vielen - nicht allen - Trägern zu besseren finanziellen und organisatorischen Voraussetzungen und Rahmenbedingungen. Der Job ist zwar nach wie vor anstrengend und kann stressig sein, doch die Arbeitsbedingungen werden insgesamt besser.
  3. Der Bedarf an Erziehern wird eher noch wachsen. Dafür sind viele Gründe - unter anderem längere Arbeitszeiten der Eltern - mit verantwortlich. Je mehr Eltern aus finanziellen Gründen in Vollzeit arbeiten müssen, desto wichtiger - und häufiger - werden Ganztagesangebote. Wer als Elternteil schon einmal nach einem Kita Platz gesucht hat weiß, wie schwer die Suche sein kann.

Insgesamt ist der Beruf des Erziehers daher sehr attraktiv - wenn Sie als angehender Azubi mit der finanziellen Seite leben können.

Test: Ist Erzieher der richtige Job?

Sie interessieren sich für den Beruf des Erziehers, wissen jedoch nicht, ob er wirklich passt? Grundsätzlich können Sie sich die Arbeit zwar vorstellen, doch Sie wollen ein wenig mehr Sicherheit?

In diesem Fall kann Ihnen der Onlinetest von Ausbildung.de weiterhelfen. Zwar sollten Sie Ihre Entscheidung keinesfalls nur von diesem Ergebnis abhängig machen, doch er kann Ihnen bei der Orientierung helfen.

Ausbildung Erzieher: Voraussetzungen und Eigenschaften

Robert Kneschke/ShutterstockBevor wir auf die Voraussetzungen zu sprechen kommen, widmen wir uns dem Elefanten im Raum: der Bezahlung. Erzieher werden in der Regel nach dem Tarifvertrag für den öffentlichen Dienst (TVöD) Sozial- und Erziehungsdienst bezahlt. Dieser ist in Tarifstufen gegliedert, in denen Erzieher meist in Stufe 6 eingeordnet werden. Konkret mündet das in einem Brutto-Monatsgehalt von circa 2.300 Euro in der ersten Stufe. Im Lauf der Zeit werden Erzieher höheren Stufen zugeordnet und der Verdienst steigt.

Reich werden Sie als Erzieher also nicht, dennoch kann die Bezahlung für Sie völlig in Ordnung sein. Für die Berufswahl sollten Sie jedoch nicht nur auf die finanzielle Seite, sondern auch auf die Eigenschaften und Anforderungen des Berufs achten. Die folgende Grafik des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend zeigt, worauf bei männlichen Erziehern von Eltern und Arbeitgebern geachtet wird. Die genannten Eigenschaften gelten jedoch für alle angehende Erzieher, unabhängig vom Geschlecht. Lediglich die Gewichtung kann unterschiedlich sein.

Eigenschaften_männliche_Erzieher

Es mag abgedroschen klingen, doch in erster Linie sollten Sie Freude an der Arbeit mit Kinder und Jugendlichen mitbringen - und natürlich gute Nerven. Denn auch die Arbeit mit Eltern ist Teil des Jobs und nicht immer ganz einfach.

Die Ausbildung zum Erzieher ist bundesweit leider nicht einheitlich geregelt, sondern obliegt den Bundesländern. Sie findet an Fachschulen für Sozialpädagogik, Berufskollegs und Berufsakademien statt. Im Zuge der fortschreitenden Akademisierung gibt es inzwischen auch duale Studiengänge und Fachhochschulstudiengänge in diesem Bereich.

In der Regel dauert die Ausbildung drei Jahre, an die sich dann ein Anerkennungsjahr oder Anerkennungspraktikum anschließt. Die ersten drei Ausbildungsjahre sind meist - von vereinzelten Ausnahmen abgesehen - unbezahlt. Als Zugangsvoraussetzung gilt in den meisten Bundesländern...

  • ... eine Realschulabschluss.
  • ... eine (Berufs)Praktikum in diesem Bereich.
  • ... eine Hauptschulabschluss in Kombination mit einer Berufsausbildung.

Das Anerkennungspraktikum und die Ausbildung können in verschiedenen Bundesländern verkürzt werden, wenn bereits eine Berufsausbildung im Sozialbereich absolviert wurde und/oder Berufserfahrung vorhanden ist.

Das folgende Video der Diakonie beleuchtet naturgemäß nur die positiven Seiten, zeigt jedoch, was den Beruf für viele jungen Menschen attraktiv macht.

Die Bewerbung um einen Ausbildungsplatz verläuft wie bei fast jedem anderen Ausbildungsberuf. Als angehender Azubi setzen Sie sich mit der Ausbildungseinrichtung Ihrer Wahl in Verbindung und bewerben sich dort mit einem Bewerbungs- oder Motivationsschreiben, Ihrem Lebenslauf und den relevanten Zeugnissen.

Öffentliche Träger bieten oft zahlreiche Möglichkeiten und gut Zukunftsperspektiven, doch gut finanzierte private Träger können hier ebenfalls in Frage kommen. Idealerweise können Sie während der Bewerbungsgespräche - es kann durchaus mehrere geben - einen Blick in Ihr künftige Ausbildungseinrichtung werfen.

Gleich in unserer Jobbörse aktuelle Ausbildungsangebote finden oder Lebenslauf schreiben...

Lebenslauf-gestalten-Karrieresprung-de


[Bildnachweis: Robert Kneschke by Shutterstock.com]