Halt! Stopp! Auch wenn Sie der Meinung sind, dass Burnout für Sie kein Thema ist, sollten Sie diesen Artikel lesen. Denn es geht heute nicht um Workaholics, die jede freie Minute in der Arbeit verbringen und sonst kein Leben haben. Dass ein solcher Lebenswandel früher oder später in den Burnout führt, ist logisch. Doch dieser Artikel richtet sich an Arbeitnehmer, die ihre Freizeit aktiv nutzen und neben dem Beruf ein erfülltes Privatleben haben. Eigentlich der perfekte Burnout-Schutz, oder? Leider nicht, denn Burnout entwickelt sich langsam und kaum spürbar. Er kann daher jeden treffen – es sei denn, Sie erkennen die Zeichen rechtzeitig.
Verstehen Sie mich bitte nicht falsch, ein erfülltes Privatleben ist wichtig, um Burnout auf Dauer zu vermeiden. Doch eine Garantie ist es nicht. Der Weg in den Burnout beginnt oft mit Kleinigkeiten, die – jede für sich genommen – völlig harmlos und irrelevant sind. Nach und nach kommen weitere Kleinigkeiten dazu, Verhalten und Gewohnheiten ändern sich. Zunächst fallen diese Veränderungen weder Ihnen selbst noch Ihrem Umfeld auf. Wenn die neuen Verhaltensmuster sicht- und spürbar werden, kann es zwar immer noch Wochen und Monate dauern, bis der Burnout tatsächlich eintritt, doch eine bewusste Umkehr ist dann bereits sehr schwer und nur unter großen Anstrengungen möglich.
Es beginnt positiv
Darf ich vorstellen? Kathrin W., 32 Jahre alt und Sachbearbeiterin bei einem großen Unternehmen. Sie ist vor kurzem zur Assistentin der Geschäftsleitung aufgestiegen und tut Ihr Bestes, um den Anforderungen gerecht zu werden. Das fällt ihr auch nicht schwer, denn sie liebt die Herausforderung und geht in ihrem Job auf. Dabei vernachlässigt sie ihren Partner und ihre Freunde jedoch nicht. Kathrin W. ist aktive Turnerin und seit vier Jahren mit ihrem Freund liiert. Ihre Freunde sieht sie regelmäßig. Kurz gesagt: Kathrin W. ist glücklich und zufrieden.
Kleine Veränderungen
Ein Jahr ist Kathrin W. jetzt Assistentin der Geschäftsführung, und es läuft nach wie vor gut. Sie macht zwar ab und zu Überstunden, diese sind jedoch Ausnahmen und stellen kein Problem dar. Mit der Arbeitsbelastung kommt Sie gut klar und mit ihrem Freund hat sie sich inzwischen verlobt. Im Turnverein trainiert sie gerade auf einen Wettkampf hin, der in sechs Monaten stattfinden wird. Kathrin W. hat sich dafür hohe Ziele gesteckt.
Neue Gewohnheiten
Beruflich läuft weiterhin alles gut, das Training hat Kathrin W. intensiviert, immerhin wird der Wettkampf in zwei Monaten über die Bühne gehen. Für ihre Freunde hat sie – wegen des intensiven Trainings und der Arbeit – nur noch wenig Zeit. Sie tröstet sich damit, dass es sich ja nur um eine Phase handelt, die nach dem Wettkampf vorbei sein wird.
Zeichen werden ignoriert
Der Wettkampf liegt bereits einige Wochen zurück, Kathrin W. hat in ihrer Altersgruppe den zweiten Platz belegt und ist damit zufrieden. Seitdem fühlt sie sich jedoch schlapp und antriebslos, doch das schiebt sie auf die Anstrengungen des Wettkampfes und auf das gestiegene Arbeitspensum. Ihr Verlobter hat volles Verständnis für ihre Situation und setzt sie nicht unter Druck. Kathrin W. zwingt sich dazu, regelmäßig ins Training zu gehen und sich mit ihren Freunden zu treffen. Doch nichts davon macht ihr aktuell wirklich Spaß.
Der Burnout naht
Zwei Jahre sind vergangenen, Kathrin W. geht nach wie vor ins Training und sieht ihre Freunde, doch Spaß hat sie dabei immer noch nicht. Da sie schlecht schläft, nimmt sie seit einem halben Jahr Schlafmittel, die ihr jedoch nur wenig Linderung bringen. Immer öfter liegt sie nachts wach und fragt sich, wie sie all die Erwartungen – beruflich und privat – erfüllen soll. Nach außen hin lässt sich Kathrin W. – auch ihrem Verlobten gegenüber – nichts anmerken und mimt die Powerfrau. Alle sind daher völlig überrascht, als ein Arzt einige Monate später bei Kathrin W. einen Burnout diagnostiziert und sie sich in Behandlung begibt.
So erkennen Sie die Zeichen
Kathrin W. ist natürlich eine fiktive Person, doch solche oder ähnliche Entwicklungen gibt es leider bei vielen Burnout-Patienten. Dabei müssen es – wie bei Kathrin W. – nicht einmal hohe berufliche Anforderungen sein. Doch wenn Sie sowohl beruflich als auch privat immer Höchstleistungen bringen, können Sie irgendwann nicht mehr abschalten. Damit Ihnen das nicht passiert, sollten Sie die folgenden Punkte beherzigen:
- Achten Sie bewusst auf Ruhe- und Ausgleichszeiten.
- Wenn in einem Bereich – Beruf, Familie oder Verein – die Belastung steigt, müssen Sie in den anderen Bereichen etwas zurückstecken.
- Ziehen Sie immer wieder Bilanz und blicken Sie kritisch auf die letzten Wochen und Monate zurück. Achten Sie dabei vor allem auch auf kleine Verhaltensänderungen.
- Suchen Sie regelmäßig das Gespräch mit Ihren Freunden und lassen Sie sich Feedback geben, ob und wie Sie sich verändert haben.
- Ziehen Sie klare Grenzen.
Und wie schützen Sie sich vor dem Burnout?
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Steff
Ganz tief ein- und ausatmen: Das bewirkt Wunder!
Verwirrt
Hmm, der Artikel gibt mir zu denken. Bei meinem Freund war ich mir 100% sicher, das er einen Burnout hat, aber kein bisschen auf mich hört. Ärzte sind ein Fremdwort. Aber das da kenn ich persönlich sehr gut. Bei mir kommt dazu noch die Migräneattacken, die sich in den letzten 2 Jahren verstärkt haben. Jetzt bin ich unsicher…