Leider gibt es sie überall: Führungskräfte, die einen Zustand verwalten, statt visionär zu führen. Manager, die Meister darin sind, gegen neue und unkonventionelle Projekte Argumente zu finden. Chefs, die sich nie hinter beziehungsweise vor ihre Mitarbeiter stellen, wenn diese scheitern oder angegriffen werden, die Fehler zu inakpzeptablen Vergehen erklären – auch die einmaligen -, gleichzeitig aber den Mangel an Kreativität und Selbstständigkeit ihrer Subordinierten beklagen.

Führungskräfte, die ihre Mitarbeiter einzeln oder vor der Gruppe erniedrigen und so ein Klima der Angst und des Schweigens schaffen, sich aber völlig anders gegenüber ihren eigenen Vorgesetzten verhalten: nach unten herrisch, nach oben unterwürfig. Kurz: Es sind schwache, unsichere wenn nicht gar inkompetente Manager.

Zum Glück geben sie sich oft rechtzeitig zu erkennen. Etwa an den folgenden…

10 Dinge, die wirklich nur dumme Chefs sagen

Wenn Sie den Job nicht wollen, finde ich ganz schnell einen anderen dafür. Selbst wenn man es mit einem renitenten, faulen Mitarbeiter zu tun hat, ist der Satz dennoch dumm. Denn er ist in Wahrheit eine Kapitulation. Wer ihn ausspricht, gibt zu, seine Mitarbeiter entweder nicht motivieren oder ihnen nicht den Job geben zu können, in dem sie aufblühen und sich engagieren wollen. Und sollte der Mitarbeiter tatsächlich chronisch unfähig und unwillig sein, ist diese Drohgeste überdies feige. Denn sie umgeht den in diesem Fall einzig richtigen Schritt: “Hiermit kündige ich Ihnen zum…”
Sie werden hier nicht fürs Denken bezahlt! Bravo! Sie haben Menschen eingestellt, obwohl Sie eigentlich Maschinen wollten. Dumm gelaufen. Denn die werden auch noch krank, machen Vorschläge und haben vielleicht sogar noch bessere Ideen als Sie selbst. Immerhin: Sie bezahlen wenigstens noch was dafür. Das ist zumindest eine Evolutionsstufe weiter als Sklaverei.
Das war keine Bitte, sondern eine Anweisung. Diesen Satz hört man an keinem anderen Ort als im Job. Warum eigentlich? Nur dort traut sich jemand, eine solche Respektlosigkeit auszusprechen. Natürlich haben Hierarchien Sinn. Aber ein Chef, der zu diesem Mittel greift, muss sich fragen lassen, warum seine Autorität allein eine geliehene und keine natürliche ist. Smarte Chefs dagegen müssen in der Regel nicht einmal um etwas bitten – ihr Team sieht auch so, was zu tun ist, und löst das Problem. Wortlos.
Wer hat Ihnen das erlaubt? Wer seine Mitarbeiter wie Kinder behandelt, darf sich nicht wundern, wenn diese irgendwann das Denken ganz einstellen. Mehr noch: Solches Verhalten sorgt dafür, dass keiner mehr Verantwortung übernimmt. Gegenfrage: Wollen Sie Mitarbeiter, die eigenverantwortlich und unternehmerisch denken und handeln? Oder reine Befehlsempfänger? Ein Manager, der diese Frage stellt, verrät sich als Kontrollfreak, der seinem Team nur wenig bis gar kein Vertrauen schenkt. Da sollte man sich gleich noch eine weitere Frage stellen: Will ich wirklich für ein Unternehmen arbeiten, das eine solche Misstrauenskultur pflegt?
Lassen Sie alles stehen und liegen und machen Sie das – JETZT! Gewiss, manche Dinge vertragen keinen Aufschub. Wenn es igrendwo brennt, sollte man sich sofort in Sicherheit bringen und nicht erst einmal gemütlich darüber twittern. Problematisch wird es aber, wenn Chefs regelmäßig, oder gar täglich solchen Alarm machen. Das ist kein Management mehr, sondern planloser Reaktionismus. Obendrein verrät das einen Boss, der keine Prioritäten setzen kann.
Ich will von Problemen nichts wissen! Klasse, der erste Schritt ist gemacht, um eine veritable Katastrophe zu züchten. Sicher, manchmal steckt dahinter auch nur Frust, weil die betreffenden Mitarbeiter ihr Problem einfach nur delegieren wollen, statt selbst über eine Lösung nachzudenken. Dann aber wäre klüger, nach einem Lösungsvorschlag zu fragen, statt das Problem auf diese Weise wegzudrücken. Was tatsächlich beim Mitarbeiter ankommt, ist die Aussage: Sag mir nur noch Dinge, die ich hören will – ansonsten: troll dich!
Das klingt für mich eher nach einem persönlichen Problem… Kann sogar stimmen. Aber jetzt ist es auch Ihr Problem. Nicht umsonst haben Führungskräfte nicht nur Verfügungsgewalt, sondern auch Personalverantwortung. Das bedeutet, dass sie sich auch um private Probleme kümmern müssen, wenn diese auf das Betriebsklima wirken. Bei Alkoholproblemen etwa. Den Mitarbeiter damit alleine zu lassen, ist nicht nur verantwortungslos – es ist auch kaltherzig und beweist soziale Inkompetenz.
Sie können froh sein, überhaupt einen Job zu haben. Davon abgesehen, dass dieser Satz eine bodenlose Frechheit ist und man einem solchen Chef am liebsten zurückspiegeln würde: Und du kannst froh sein, dass du überhaupt noch einen Menschen führen darfst! – Er ist auch die Bankrotterklärung eines Managers, der von Führung so viel Ahnung hat wie Fische vom Meer. Denn Mitarbeiter, die in Angst leben, arbeiten weder produktiver, noch machen sie mutige Vorschläge und bringen Innovationen hervor.
…und jeder andere hier denkt dasselbe über Sie… Ein kluger Chef gibt seinen Mitarbeitern konstruktives, nachvollziehbares und individuelles Feedback. Vor allem aber sind seine Rückmeldungen persönlich und in der Ich-Perspektive formuliert. Das ist schließlich auch die Aufgabe eines Managers: Menschen führen – nicht gängeln, sondern anleiten, damit sie sich weiterentwickeln und wachsen können. Dieser Satz aber soll nur verletzen, erniedrigen, degradieren. Und er verrät: Der Chef zweifelt ganz offenbar selbst die Kraft seiner Worte an. Sonst bräuchte er nicht die Rückendeckung durch eine eilig herbeiformulierte Mehrheit.
Social Media haben im Job nichts verloren. Willkommen in den Achtzigerjahren! Auch wenn Retro immer noch schick ist – in der Unternehmenskultur ist das einfach nur dumm. Erstens, weil zahlreiche Mitarbeiter ohnehin längst ihre privaten Geräte wie Smartphones einsetzen, um Social Media zu nutzen. Zweitens, weil sich das Unternehmen selbst damit zahlreicher Chancen beraubt, Kunden zufriedener, Mitarbeiter produktiver und die Kommunikation effizienter zu machen. Obendrein lassen sich oft sogar noch Kosten sparen und die Produkte mit Hilfe von außen optimieren (crowd sourcing). Die Entwicklung aufzuhalten ist daher nicht nur töricht – sie isoliert auch zunehmend.
[via]