Die Zahlen sind ein wenig einschüchternd: Trotz Aufschwung suchen fast zwei Drittel aller Jobsuchenden in Deutschland länger als sechs Monate nach einem neuen Job. Entsprechend hoch ist die Bereitschaft sich durch längere, unbezahlte Praktika Berufspraxis anzueignen – oder sich in der Hoffnung auf eine Festanstellung ausbeuten zu lassen. Rund drei Viertel (73,5 Prozent) der dazu jetzt Befragten waren bereit, mehr als drei Monate als Praktikant oder unbezahlte Arbeitskraft zu jobben.

Befragt hatte der Personaldienstleister SHL rund 1000 Jobsuchende in Deutschland. Doch nicht nur das: Die Interviewer wollten ebenfalls wissen, was Bewerber alles tun würden, um einen guten Job zu bekommen. Einige Resultate:

  • 44,5 Prozent würden ins Ausland gehen, um die Jobchancen zu verbessern.
  • 36,1 Prozent würden psychologische Beratung in Anspruch nehmen, um ihre Softskills zu optimieren.
  • Jeder Dritte (34,5 Prozent) würde sich per Social Media selbst vermarkten, um Arbeitgeber auf sich aufmerksam zu machen.
  • Rund jeder fünfte Arbeitssuchende (22,2 Prozent) würde bei seinen Bewerbungsunterlagen flunkern, um seine Chancen zu verbessern.
  • Jeder Sechste (17,2 Prozent) würde sogar einen Tag als Hotdog verkleidet durch die Fußgängerzone laufen.

Interessant aber auch welche Kriterien die Bewerber umgekehrt an Kandidaten anlegen würden, wären sie selbst in der Rolle des Arbeitgebers. Demnach würden sie Stellensuchende nach diesen Kriterien aussuchen:

  • 54,1 Prozent würden einen Blick auf die Bewerbungsunterlagen werfen, um innerhalb von fünf Minuten über die Eignung zu entscheiden.
  • 50,1 Prozent würden die bisherigen Arbeits- und Praktikumszeugnisse heranziehen.
  • Knapp die Hälfte würde die Bewerber googlen (43,4 Prozent).
  • Aber nur jeder Zehnte (9,9 Prozent) würde Noten als wichtigstes Kriterium sehen.