Ausreden: 10 falsche Ausflüchte gegen Networking
Wer beruflich erfolgreich sein will, braucht Beziehungen und ein aktives Netzwerk. Im beruflichen Umfeld sind diese Beziehungen sehr wertvoll, denn sie ermöglichen es einem, sich weiterzuentwickeln, Ideen und Neuigkeiten auszutauschen und von den Erfahrungen der anderen zu profitieren. In manchen Fällen helfen sie sogar dabei, sich selbstständig zu machen, einen neuen Job zu finden oder befördert zu werden. Den meisten sind die Vorteile eines beruflichen Netzwerkes sehr wohl bekannt, doch wirklich genutzt werden diese kaum. Warum? Grund dafür sind zahlreiche Ausreden, die einen daran hindern. Zehn Ausflüchte, die Sie vom Netzwerken abhalten...

Warum wir uns Ausreden und Ausflüchte suchen

Der Mensch ist in seiner Natur harmoniebedürftig. Wenn möglich, meidet er Konflikte, weil diese anstrengend sind. Ausreden sind in unangenehmen Situationen eine Art Notausgang. Sie schützen auch das Selbstvertrauen und verhindern, dass man in Selbstzweifeln ertrinkt. Ausreden spielen negative Handlungen herunter, um das positive Bild von einem selbst zu erhalten. Menschen denken sich Ausreden aus, um das eigene Image als beispielsweise fleißige oder pünktliche Person zu wahren.

10 falsche Ausflüchte, die Sie davon abhalten zu netzwerken

  1. "Ich habe keine Zeit."

    Eine Ausrede, die sich universal auf alles anwenden lässt. "Ich habe keine Zeit, um regelmäßig Sport zu treiben" oder "Ich habe keine Zeit mich fortzubilden" sind weitere Klassiker. Was eigentlich damit gemeint ist: "Ich nehme mir dafür keine Zeit". Wer so denkt, bei dem steht netzwerken nicht oben auf der Prioritätenliste. Diese Einstellung zeigt, dass der Wert eines guten beruflichen Netzwerkes noch nicht erkannt wurde. Dabei wird unterschätzt, wie wichtig es ist, informiert zu sein und zu wissen, was sich gerade im eigenen Unternehmen und in der Branche tut. Zum einen geht es darum, die "richtigen" Leute zu kennen und selbst bekannt zu sein. Das bedeutet nicht jede Netzwerkveranstaltung zu besuchen, doch wer sich völlig davor verschließt, lässt Chancen ungenutzt.

  2. "Ich weiß nicht, wie ich ein Gespräch beginnen soll."

    Zerbrechen Sie sich darüber nicht den Kopf. Lernen Sie auf einem Networking-Event jemanden kennen, betreiben Sie erst einmal ungezwungenen Small Talk. Hierfür eignet sich fast jedes Thema, beispielsweise die Vorträge auf der Veranstaltung, das Buch, das Sie gerade lesen oder das Essen. Wer sich sicherer fühlt, kann sich im Voraus eine Einstiegsfrage zurecht legen.

  3. "Ich traue mich nicht, auf andere zuzugehen."

    Insbesondere schüchterne und zurückhaltende Persönlichkeiten haben Schwierigkeiten damit, fremde Menschen anzusprechen. Dahinter steckt die Angst vor Ablehnung. "Was mag der andere über mich denken?" - diese Frage wird zu einem unüberwindbaren Hindernis. Diese Menschen verkriechen sich dann in der hintersten Ecke des Raumes und warten darauf angesprochen zu werden. Doch genau das ist die falsche Strategie. Zeigen Sie stattdessen mit einem Lächeln sowie einer offenen und entspannten Körperhaltung, dass Sie an einer Interaktion interessiert sind. Ein Lächeln macht Sie sofort sympathisch und lädt die anderen Veranstaltungsteilnehmer dazu ein, Sie anzusprechen. Wer sich dann noch an belebten Plätzen aufhält, wird garantiert angesprochen.

  4. "Ich bin doch bloß Trainee."

    Netzwerken ist nur etwas für Führungskräfte? Das ist ein Irrtum. Auch als Berufseinsteiger ist es wichtig für Sie, Kontakte zu knüpfen. Denken Sie dabei auch langfristig: Wer trifft die Entscheidungen und hat Einfluss auf Ihre Zukunft? Mit wem werden Sie künftig zusammenarbeiten? Auf diese Weise ebnen Sie sich bereits während des Trainee-Programms den Weg für Ihre weitere Laufbahn.

  5. "Ich habe es nicht nötig zu netzwerken."

    So kann nur jemand argumentieren, der davon überzeugt ist, dass seine Leistungen im Job für sich sprechen. Schwer enttäuscht wird man jedoch, wenn man feststellen muss, dass Leistung allein in den wenigsten Fällen ausreicht. Klar, muss man gute Arbeit leisten, um erfolgreich zu sein, jedoch sollte den anderen, ihrem Chef und ihren Kollegen, bewusst sein, wie gut Sie sind. In diesem Punkt bringt Sie der Austausch mit anderen weiter.

  6. "Daraus entstehen sowie keine wertvollen Kontakte."

    Wer mit so einer pessimistischen Grundhaltung an die Sache heran geht, wird auch nicht den richtigen Leuten begegnen und selbst wenn er ihnen begegnet, wird er es nicht erkennen. Hinter dieser Einstellung steckt meistens eine Person, die sich vom Networking mehr erhofft hat. Doch ein funktionierendes Netzwerk entsteht nicht von heute auf morgen, sondern bedarf Zeit und Mühe, die Sie investieren. Halten Sie sich vor Augen, dass Sie es in der Hand haben aus losen Kontakten eine fruchtbare Beziehung zu machen. Damit jemandem auf einer Veranstaltung zu begegnen und sich kurz zu unterhalten ist es nicht getan. Beziehungspflege lautet das Stichwort in diesem Zusammenhang.

  7. "Ich möchte es selbst schaffen."

    Sie sind ehrgeizig und wollen sich durch Ihre Leistung und nicht durch Ihre Beziehungen hervortun. Hinter dieser Einstellung steckt die Ansicht, dass Netzwerken etwas Schmutziges oder gar Unmoralisches sei. Diese Ansicht entsteht jedoch nur, wenn Sie davon ausgehen, dass nur Sie von der Beziehung profitieren. Vertreten Sie jedoch die Meinung, eine Bereicherung zu sein und auch für den Gegenüber einen Mehrwert bieten zu können, verschwindet dieses Gefühl.

  8. "Mir ist es unangenehm, um einen Gefallen zu bitten."

    Gerade Bewerbern geht es oftmals so. Sie wissen, dass Kontakte und Beziehungen die Jobsuche erleichtern können. Dabei begehen viele den Fehler, sich verzweifelt an ihre Netzwerkpartner zu wenden. Doch die Grundhaltung ist in diesem Fall entscheidend. Zu keinem Zeitpunkt sollten Sie zu erkennen geben, dass Sie möglicherweise unter Zeitdruck stehen, am Verzweifeln sind oder am Erfolg Ihrer Jobsuche zweifeln. Zweifel und Ängste sollten Sie nur in Ihrem Freundes- und Familienkreis äußern. Ihren Netzwerkpartnern gegenüber sollten Sie selbstbewusst auftreten und zeigen, dass Sie auch etwas zu bieten haben. Gehen Sie dabei behutsam vor. Niemand mag überrumpelt werden. Es verhindert auch, dass Sie für arrogant gehalten werden.

  9. "Ich weiß nicht, wo ich neue Kontakte knüpfen kann."

    Halten Sie die Augen offen. Gelegenheiten warten praktisch hinter jeder Ecke auf Sie. Das kann ein Mittagessen unter Kollegen, eine Firmenveranstaltung, aber auch ein Kongress oder eine Messe sein. Brancheneigene Stammtische bieten auch die Chance, Menschen zu begegnen, die ähnliche Ziele verfolgen wie Sie.

  10. "Beim Networking ist niemand authentisch."

    Jeder ist darauf bedacht, sich bestmöglich zu präsentieren. Das verleitet einige dazu, sich größer und wichtiger zu machen, als sie sind. Ja, auf Netzwerkveranstaltungen begegnet man immer wieder Selbstdarstellern und Sprücheklopfern. Aber eben nicht nur. Wer selbst freundlich, erfrischend und authentisch ist, trifft Menschen, die genau nach so jemandem suchen.

Und was ist Ihre ganz persönliche Ausrede?

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