Ausstand geben: Das müssen Sie beachten
Ich bin dann mal weg: Irgendwann kommt bei jedem die Zeit, den Job zu beenden. Sei es, weil man in den Ruhestand oder in einen anderen Job wechselt. Nicht wenige zelebrieren diesen Abschied von Chef und Kollegen mit einem Ausstand - einer kleinen Goodbye-Feier zum Schluss. Eine Verpflichtung dazu besteht aber nicht. So ein Ausstand bleibt letztlich eine Stilfrage - bei der Sie allerdings ein paar Fallstricke beachten sollten...

Tipps für den Ausstand: Die Grundregeln

Ein kleiner Ausstand oder eine Abschlussfeier gehören heute zum guten Ton. Strenge Knigge-Regeln für den Ausstand gibt es aber nicht. Jedem Mitarbeiter steht es im Kern frei, ob und wen er oder sie zu seiner Abschiedsfeier einlädt. Allerdings gibt es dabei ein paar grundsätzliche Spielregeln, die man beachten sollte:

  • Wer seinen Einstand gefeiert hat - meist nach Ende der Probezeit und bei einem unbefristeten Arbeitsvertrag -, der sollte auch einen Ausstand geben. Das wirkt wie eine stilvolle Klammer. Fehlt indes des Ausstand, sieht es immer so aus, als würde man im Groll und mit Bitterkeit gehen - oder sich gar davon schleichen wollen. Außerdem: Wer sang- und klanglos verschwindet, nimmt sich auch die Chance für einen bleibenden letzten guten Eindruck.
  • Wenn Sie Ihren Abschied zelebrieren, bleiben Sie stets positiv und haben Sie nur freundliche Worte für die Kollegen und Chefs. Idealerweise ziehen Sie ein kurzes Resümee über die vergangene Zeit. Versteckte Sticheleien und offene Abrechnungen sind hier definitiv fehl am Platz. Das löst nicht nur Fremdschämen aus, sondern schadet immer auch dem eigenen Ruf und läuft Ihnen nach (Man sieht sich immer zwei Mal!). Danken Sie lieber für die (gute) Zusammenarbeit – auch wenn Sie froh sind, dass diese Zeit vorbei ist.

Ausstand geben: Wann ist der optimale Zeitpunkt?

Das Beste kommt zum Schluss. Der Ausstand gehört daher auch wirklich ans Ende der Beschäftigung. Ob Sie am letzten Tag oder am vorletzten Arbeitstag feiern, hängt meist von der Größe der Abschiedsparty ab: Je größer die Zahl der Gäste und der gebotenen Speisen und Getränke, desto eher bietet sich der vorletzte Tag an.

Der hat gleich mehrere Vorteile:

  • Idealerweise legen Sie die Ausstands-Feier ans Ende eines Arbeitstages, also in den Abend so ab 17 oder 18 Uhr. Dann stimmen auch die meisten Chefs zu, weil so keine Arbeitszeit verloren geht. Feiern während der Arbeitszeit wird nun mal nirgends gern gesehen. Da sich der Abschied dann ziehen kann, ist der vorletzte Arbeitstag besser geeignet: So bleibt Ihnen am nächsten Morgen noch genug Zeit, aufzuräumen. Partyreste den Kollegen zu überlassen, wäre grob unhöflich und respektlos.
  • Wer am vorletzten Arbeitstag seinen Ausstand feiert, hat tags darauf auch noch die Chance, letzte Formalitäten abzuwickeln: Computer und Schlüssel zurückgeben, Papiere abholen oder übergeben, so was. Das gibt einem zudem die Gelegenheit, manches, was auf der Party vielleicht noch angedeutet wurde, gerade zu rücken oder im Privaten zu kommentieren. Natürlich auch hier immer positiv.
  • Und nicht zuletzt haben Sie nach dem Ausstand am nächsten Tag immer noch die Option, sich von ein paar Kollegen und vom Chef persönlich und unter vier Augen zu verabschieden - insbesondere von jenen, die aus beruflichen oder privaten Gründen nicht zur Feier kommen konnten. Das wertet den Abschied noch einmal auf.

Wenn Sie hingegen am letzten Arbeitstag Ihren Ausstand geben wollen, ist das auch kein Problem. Sorgen Sie nur dafür, dass Sie alles in Bestzustand hinterlassen, alles zurückgeben, was Ihnen nicht gehört... und dann tschüss.

Ausstand geben: Wer wird eingeladen?

Als Gastgeber steht Ihnen das zunächst frei. Ein Ausstand ist aber immer auch ein Statement: Mit der Einladung beziehungsweise dem Ausbleiben derselben treffen Sie so oder so eine Aussage. Das sollte Ihnen klar sein. Einige Kollegen, womöglich aus der eigenen Abteilung, gezielt davon auszuschließen, kommt damit einer wenig subtilen Abrechnung gleich. Überlegen Sie sich daher gut, ob Sie so kleinlich wirken wollen.

Charmanter und auch souveräner ist, alle einzuladen - und darauf zu spekulieren, dass der ungeliebte Kollege gar nicht erst erscheint. Und falls doch: Auch kein Problem. Schließlich muss der Opportunist jetzt mit dem Image leben, dass er zwar nie gute Worte für Sie fand, aber Ihre Schnittchen und den Sekt gerne nimmt...

Ihre Gästeliste sendet damit immer ein interpretierbares Signal: Wer darauf steht oder nicht - das zeigt eben auch, wie groß Ihre Wertschätzung für den vergangenen Job, die Kollegen und die Dankbarkeit gegenüber dem Unternehmen und dem Gelernten ist. Und mal ehrlich: Irgendwas Positives findet man immer...

Extra-Tipp: Kleine Präsente zum Schluss

Wer mit seinen Arbeitskollegen auch nach dem Ausstand noch in Kontakt bleiben möchte, kann zum Beispiel auch Kaffeetassen bedrucken lassen, auf denen Ihr Name und die private Handynummer steht. So bleiben Sie und Ihre Daten immer positiv in Erinnerung.

Ausstand geben: Was soll ich anbieten?

Auch die Speisen- und Getränkeauswahl hängt ein bisschen davon ab, wann und wie groß Sie Ihren Ausstand feiern wollen:

  • Vormittags: Während der Arbeitszeit ist Alkohol eher unangebracht. In dem Fall können Sie eher ein Frühstücksbuffet mit Säften, Kaffee und Tee anbieten.
  • Nachmittags: Klassisch mit Kaffee und Kuchen oder anderen Leckereien vom Bäcker. Kleine salzige Snacks gehen aber auch.
  • Abends: Wie oben schon angesprochen, darf es nach Feierabend auch etwas ausgelassener, also auch Bier oder Wein angeboten werden. Fragen Sie aber sicherheitshalber vorher immer den Chef - auch um zu klären, welche Büroräume Sie für die Feier nutzen dürfen. Er hat das Hausrecht. Und die alkoholfreien Getränke sollten Sie natürlich trotzdem nicht vergessen.

Letztlich richtet sich die Größe des Ausstands immer auch danach, wie lange Sie in der Firma beschäftigt waren. Die Faustregel: Je länger Sie dort gearbeitet haben und je höher Ihre Hierarchiestufe, desto weniger geizig dürfen Sie sein. Machen Sie sich also vorher klar, wie viel Ihnen die Feier wert ist. Zwischen 100 und 700 Euro kommen dabei schnell zusammen.

Was immer geht und günstig ist

  • Pizza (selbstgemacht oder liefern lassen)
  • Wurst- & Käseplatten mit Brot
  • Weißwürste mit Brezen (bayrisch)
  • Belegte Baguettes mit Salaten und verschiedenen Dips (dazu Cracker)

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