Ausstrahlung-im-Job-verbessern
Fachwissen und Leistungsbereitschaft allein reichen in der Regel nicht aus, um beruflich erfolgreich zu sein. Die persönliche Ausstrahlung ist genauso wichtig. Denn seien wir ehrlich: Wie oft beurteilen wir Bücher anhand des Covers - und Menschen anhand ihres Auftretens? Deswegen muss eine(r) nicht zwangsläufig zum Blender mutieren. Es kann durchaus auch Kompetenz hinter der strahlenden Fassade stecken. Dumm aber, wenn erster Eindruck und Ausstrahlung eher professionelle Tristesse verheißen... Deshalb: 10 erprobte Tipps, wie Sie Ihre Ausstrahlung verbessern und sofort charismatischer wirken...

Ausstrahlung verbessern: Der erste Eindruck zählt

Schon beim ersten Zusammentreffen mit einem neuen Vorgesetzten, mit neuen Kollegen oder Kunden, ist Ihre Ausstrahlung entscheidend. Es stimmt schon: Für den ersten Eindruck gibt es keine zweite Chance. Zumindest nicht so schnell.

Es dauert nur eine Zehntelsekunde, bis wir uns ein Urteil über unser Gegenüber bilden. Die Meinung, die daraus entsteht, lässt sich später nur schwer wieder verändern. Denn wir vertrauen unserer Intuition oft mehr als allen Beteuerungen oder Beweisen. Umso wichtiger ist es daher, schon im ersten Moment des Zusammentreffens jene Botschaft zu senden, die wir gerne vermitteln wollen.

Wie aber entsteht dieser erste Eindruck überhaupt?

Wissenschaftler wissen inzwischen, dass unser Gehirn vor allem zwei Einschätzungen in kurzer Zeit vornimmt:

  • Vertrauenswürdigkeit

    Das Gehirn entscheidet schon im ersten Moment darüber, ob uns ein Fremder sympathisch und vertrauenswürdig erscheint. Diese Einschätzung hat evolutionären Ursprung. Von Beginn an war es für Menschen überlebenswichtig, schnell zwischen Freund oder Feind entscheiden zu können. Als wesentliche Signale dienen uns dazu: Blickkontakt, Körpersprache, Stimme.

  • Sozialer Status

    Auch der soziale Rang sowie Dominanz und Kompetenzen unseres Gegenübers werden während der ersten Kontaktsekunden beurteilt. Es gibt Studien wonach Probanden die Rangordnung sämtlicher Personen innerhalb einer Gruppe binnen Minuten nur anhand ihrer Körpersprache exakt bestimmen konnten. Nicht nur Kleider machen Leute - die Ausstrahlung ebenso.

Wie die Ausstrahlung bei der Karriere hilft

Nicht nur beim ersten Eindruck spielt die Ausstrahlung eine entscheidende Rolle. Im Berufsleben tauchen immer wieder Situationen auf, in denen Sie eine professionelle Ausstrahlung zum Vorteil nutzen können. Drei dieser Szenarien stellen wir Ihnen vor:

  • Vorstellungsgespräch: Es ist normal, nervös zu sein, wenn man zu einem Vorstellungsgespräch eingeladen wurde. Wer trotzdem eine souveräne Ausstrahlung beibehält und während des Gesprächs Selbstsicherheit, Professionalität und Kompetenz ausstrahlt, gibt nicht nur ein besseres Bild ab - er oder sie überzeugt auch eher, die Idealbesetzung für die Stellenausschreibung zu sein.
  • Kundenpräsentation: Je professioneller die Ausstrahlung, desto eher hat der Kunde das Gefühl gut aufgehoben zu sein. Vertrauen zu gewinnen, Glaubwürdigkeit zu behalten, Kompetenz zu vermitteln - all das kann die Ausstrahlung bewirken. So lassen sich Aufträge bekommen und Kundenbeziehungen aufbauen.
  • Geschäftsessen: Mit einem wichtigen Geschäftspartner in ein edles Restaurant oder ein gemeinsames Essen mit dem Chef - wer bei solchen Gelegenheiten negativ auffällt, katapultiert sich selbst ins Abseits. Wer jedoch durch Charme und Charisma begeistert, empfiehlt sich für weitere wichtige Anlässe - und Positionen.

10 Tipps, wie Sie Ihre Ausstrahlung verbessern

Zugegeben, manche Menschen scheinen schon mit starker Ausstrahlung auf die Welt gekommen zu sein. Echte Naturtalente eben. Das ist aber kein Grund Trübsal zu blasen, wenn einem das Schicksal andere Talente in die Wiege gelegt hat. Die gute Nachricht: Ausstrahlung lässt sich lernen und verbessern. Diese zehn Tipps können dabei helfen:

  1. Machen Sie sich Ihre Ausstrahlung bewusst.

    Der erste Schritt ist der wichtigste: Machen Sie sich bewusst, wie Sie auf andere wirken, wie Sie sich verhalten - schonungslos ehrlich. Nur so können Sie an sich arbeiten und Defizite verbessern.

  2. Verbessern Sie Ihre Körpersprache.

    Schlaff herab hängende Schultern und ein zu Boden geneigter Kopf - durch eine solche Körpersprache geht jeder souveräne Eindruck verloren. Trainieren Sie stattdessen mehr Körperspannung zu halten - eine gerade, durchgestreckte Haltung, den Kopf aufrecht (aber nicht hochnäsig). Suchen und halten Sie den Blickkontakt zu Ihren Mitmenschen. Augenkontakt baut Vertrauen auf! Und machen Sie langsame, offene Gesten. Das wirkt nicht nur beruhigend - Sie sehen sofort nobler aus. Beobachten Sie einmal Könige oder Präsidenten: Keiner von ihnen bewegt sich hektisch.

  3. Trainieren Sie Ihren Gang.

    Wie du kommst gegangen, so wirst du empfangen, lautet ein bekanntes Sprichwort. Und es stimmt: Wie Sie gehen, beeinflusst, wie andere Sie wahrnehmen. Ein selbstbewusster und offener Gang mit großen Schritten wirkt wesentlich souveräner als ein vorsichtiges Trippeln. Wie bei der Körpersprache ist hier auch die Geschwindigkeit entscheidend: Ein zackiger Gang kann motiviert und zielorientiert wirken. Zu viel Tempo aber, und Sie wirken nur noch hektisch und gestresst. Die Ausstrahlung unseres Gangs spiegelt sich sogar im Sprachgebrauch wieder: Es macht eben einen Unterschied, ob Sie ein Leisetreter sind oder jemand, der mit beiden Beinen fest auf dem Boden und im Leben steht.

  4. Tragen Sie stilvolle Kleidung.

    Wie oben schon gesagt: Kleidung ist nicht alles, aber sie spielt durchaus eine Rolle beim Leute machen. Ja, das mag furchtbar oberflächlich sein. Trotzdem können wir nicht aus unserer Haut: Einen Menschen im Maßanzug beurteilen wir zunächst anders, als jemand im Blaumann. Dahinter stecken Stereotype, sicher, aber auch sehr mächtige - und die lassen sich durchaus zum eigenen Vorteil nutzen. Überlegen Sie sich also genau, ob Ihr gewähltes Outfit das Bild von Ihnen zeigt, das Sie Ihrem Chef, den Kollegen und den Kunden vermitteln wollen. Eine alte Karriereregel lautet etwa: Kleide dich nie für den Job, den du hast, sondern für den Job, den du willst. Umgekehrt konnten psychologische Studien in der Vergangenheit nachweisen, dass professionelle und stilvolle Kleidung auch Rückwirkungen auf uns und unsere Körpersprache hat. Oder anders formuliert: Im Anzug bewegen wir uns souveräner als in Jeans.

  5. Arbeiten Sie an Ihrer Ausdrucksweise.

    Die Art, wie wir reden, welche Worte wir wählen, hat unmittelbare Auswirkungen auf unsere Ausstrahlung. Denken Sie nur an die vielen Begegnungen, die Sie schon hatten, in denen Sie eine Person zunächst als intelligent, kompetent, patent eingestuft haben - bis zu dem Moment, in dem sie den Mund aufgemacht hat... Hättest du doch geschwiegen... - Si tacuisses, philosophus mansisses - dann wärst du ein Philosoph geblieben, stöhnte schon Boethius. Wählen Sie Ihre Worte also stets weise, erweitern Sie Ihren Sprachschatz (zum Beispiel durch Lesen) und trainieren Sie mehr Eloquenz und das in der Branche übliche Vokabular. Das strahlt sofort mehr Selbstsicherheit und Professionalität aus.

  6. Übernehmen Sie die Verantwortung.

    Eine professionelle Ausstrahlung zeigt sich auch im Umgang mit Problemen: Wollen Sie souveräner wirken, sollten Sie nicht drumherum reden oder lamentieren. Stattdessen sollten Sie, die Dinge beim Namen nennen - auch wenn ein Projekt missglückt, ein Kunde unzufrieden ist oder Sie Mist gebaut haben. Wer die Schuld nicht bei anderen sucht, sondern Verantwortung übernimmt und sich darauf konzentriert, eine Lösung zu finden, hat nicht nur sofort mehr Ausstrahlung - er beweist auch persönliche Reife und Größe.

  7. Vermitteln Sie eine positive Grundhaltung.

    In unserer Ausstrahlung schwingt immer auch die aktuelle Gefühlslage mit. Zu viel davon, insbesondere ständig wechselnde oder negative Emotionen aber konterkarieren unsere Strahlkraft. So jemand hinterlässt ein eher wankelmütiges und negatives Bild von sich. Wer dagegen die positive Grundhaltung des realisitischen Optimismus pflegt, wird nicht nur sein gesamtes Auftreten positiv beeinflussen, sondern auch sympathischer und attraktiver auf andere wirken.

  8. Überzeugen Sie durch Verbindlichkeit.

    Kaum etwas strahlt soviel Professionalität aus, wie Zuverlässigkeit. So wie wir unsere Stärken vor allem durch konsequent gute Leistungen beweisen, so bestätigen wir auch das uns entgegen gebrachte Vertrauen durch die Maxime: Nie mehr versprechen als wir halten können. Alles andere erzeugt nur "Produktenttäuschung" - und ramponiert das Image im Nu.

  9. Beherrschen Sie die Umgangsformen.

    Ob gute Kinderstube, Benimmregeln oder Business-Knigge - all diese Konventionen beschreiben den kultivierten Umgang untereinander. Das Grundgerüst dieser Umgangsformen besteht seit Jahrzehnten, sollte also selbstverständlich sein. Ist es aber leider nicht - was Ihnen aber die Chance gibt, positiv aufzufallen: durch exzellente Manieren. Wer gute Umgangsformen besitzt, wird andere nicht spüren lassen, wenn sie fehlen. Aber er erkennt seinesgleichen.

  10. Behalten Sie Ihre Authentizität.

    Auch wenn Sie jetzt schon viele Hinweise gelesen haben, wie Sie Ihre Ausstrahlung verbessern können - verstellen Sie sich dabei aber bitte nicht. Wer deshalb eine Rolle spielt, wird von seiner Umwelt irgendwann entlarvt und steht dann eher als Blender da. Training und Verinnerlichung stehen allerdings nicht im Widerspruch zu Authentizität, schließlich arbeiten Sie an sich selbst. Das ist etwas anderes, als ein Verhalten nur aufzusetzen.

Extra-Tipp: Namen sind Nachrichten

Extra-Tipp-IconWir Menschen sind alle eitel - die einen mehr als andere. Und wer uns mit Namen anspricht, bekommt sofort unsere volle Aufmerksamkeit. Schließlich demonstriert die namentliche Ansprache höchste Wertschätzung, Motto: Du bist so wichtig, dass ich mir deinen Namen gemerkt habe.

Das psychologische Momentum dahinter können Sie natürlich ebenso nutzen, um Ihre Ausstrahlung zu verbessern. Merken Sie sich Namen (oder recherchieren Sie diese) und sprechen Sie Ihr Gegenüber mit seinem Namen an. Sie werden feststellen: Es macht einen Unterschied!

PS: Hier noch Tipps, wie Sie sich Namen besser merken können.

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