Gute Leser schaffen über 250 Wörter pro Minute. Das ist natürlich abhängig vom Text, dessen Inhalt, der eigenen Lust und der Ablenkung von Außen. Im Urlaub gibt es viel Ablenkung: laute Nachbarn, spielende Kinder, fremde nackte Haut – insbesondere in Strandnähe. Trotzdem lesen die meisten Menschen mehr, wenn Sie Ferien machen.
Ich auch. Bei meiner Strandlektüre fällt mir auf, dass ich vor allem lese, weil ich ein schlechtes Gewissen habe. Jedes Jahr aufs Neue. Zwölf Monate lang bekomme ich Bücher zugeschickt, die ich rezensieren soll. Viele Bücher sind eine einzige Netzhautpeitsche. Die heißen Fachliteratur. Da betet man sind schon beim Anblick des Inhaltsverzeichnisses um Ablenkung. Es gibt aber auch Bücher, die verheißen gleich dreierlei Gutes: Aufschluss, Bildendes, Amüsantes. Weil es davon glücklicherweise mehr Bücher gibt, als ich im Alltag schaffe, nehme ich mir vor, diese Bücher wenigstens im Urlaub zu lesen. Manchmal schaffe ich das auch.
Und man muss dazu sagen: leider. Denn, wer im Urlaub – trotz verführerischem Kokospalmenpanorama und Sandstrandidyll – liest und sich bildet, tut etwas gegen die drohende Urlaubsverblödung, bei Insidern besser bekannt als Ferien-Effekt.
Tatsächlich ist es so, dass Ferien und langer Urlaub latent dumm machen. Lehrer kennen das: Immer wieder berichten sie von einem erheblichen Lernverlust ihrer Schüler nach den Sommerferien. Eine Meta-Studie, bei der Harris Cooper von der Universität von Missouri in Columbia 1996 insgesamt 39 wissenschaftliche Untersuchungen über die Wirkung von Sommerferien auf Schüler auswertete, zeigte: Gerade die mathematischen Fähigkeiten litten unter der Auszeit. Noch schlimmer war es allerdings um die Rechtschreibkompetenzen bestellt. Schon nach vier Wochen Ferien waren die Schüler wieder auf dem geistigen Niveau des Frühjahrs. Das eigentlich Erschreckende an Coopers Untersuchungen aber war: Der negative Effekt schien sich von Klassenstufe zu Klassenstufe zu verstärken, woraus man ableiten könnte: Kurz vor dem Abitur sollten Schüler nun wirklich keine Ferien mehr machen.
Die Sache ist zwar nicht unumstritten. Dennoch konnte der Erlanger Gedächtnisforscher Siegfried Lehrl vor einiger Zeit ebenfalls nachweisen, dass der Intelligenzquotient eines Erwachsenen nach nur drei Wochen Nichtstun um 20 Punkte sinkt – ein größerer Verlust als der Abstand zwischen dem durchschnittlichen Studenten-IQ und dem Durchschnitts-IQ der Bevölkerung.
Doch bevor Sie jetzt gleich Dr. Kawashima anrufen, um mit ihm eine Runde durch das Gehirn zu joggen – nach zwei, drei Tagen gewohnter geistiger Beschäftigung wird das alte Level schon wieder erreicht! Das heißt aber auch: Wer nach zwei Wochen Faulenzen am Strand in sein Großraumbüro zurückkehrt, muss sich nicht nur körperlich, sondern auch geistig akklimatisieren.
Die Faustregel dazu: So lange es gedauert hat, die Hektik des Alltags abzustreifen, so lange dauert es auch, um intellektuell wieder auf Touren zu kommen.
Die gute Nachricht: Wir hätten da was für Sie!
Ab heute startet wieder unser großer Autoren- und Gastbeitrag-Wettbewerb, der in diesem Blog ja inzwischen schon so etwas wie Tradition hat. Das Thema in diesem Jahr:
Alltagsphänomene – wie sie uns beeinflussen und was sich dagegen tun lässt.
Sie könnten also zum Beispiel über lästige Gewohnheiten schreiben, unbewusste Routinen oder Ticks und wie Sie sich diese wieder abgewöhnt haben. Oder Sie schreiben über typischen Meeting-Marotten, Psychotricks von Händlern oder Ihren eigenen. Hauptsache, Sie fragen sich dabei auch: Warum ist das so? Und: Wie lässt es sich ändern?
Das haben wir uns nämlich auch gefragt, als mein Kollege Daniel Rettig und ich (Jochen Mai) vor rund einem Jahr mit den Recherchen zu unserem Buch “Ich denke, also spinn ich” begonnen haben. Allein darin sind mehr als 120 dieser Alltagsphänome und oftmals unbekannte Psycho-Effekte enthalten. Sie begegnen uns zwar tagtäglich, doch weiß kaum einer, wie sie heißen – es sei denn, er oder sie hat unser Buch gelesen (wie wir mal ganz unbescheiden behaupten).
Das Buch können Sie bei dem folgenden Wettbewerb sogar gewinnen – und noch viel mehr. Doch der Reihe nach…
Der Wettbewerb
Und das müssen Sie tun, um mitzumachen: einen Gastbeitrag schreiben, der die folgenden Kriterien erfüllt…
- Jeder eingereichte Artikel muss mindestens 4000 Zeichen umfassen, mehr als 20.000 sollten es aber auch nicht sein. Bei Fotos: nicht mehr als 10 Bilder (etwas Text muss aber auch dazu); bei Videos: Nicht länger als 3 Minuten (dito).
- Teilnehmen können nur Beiträge, die namentlich gezeichnet sind. Anonyme Beiträge können aus rechtlichen Gründen am Wettbewerb nicht teilnehmen.
- Der Gastbeitrag darf in dieser Form noch nirgendwo anders (im Internet) erschienen sein. Zudem muss er frei von Rechten Dritter sein. Mit der Teilnahme versichert der Autor, dass er die uneingeschränkten Urheberrechte und Copyrights an dem Artikel, den Bildern und Filmsequenzen besitzt sowie keine Persönlichkeitsrechte der Abgebildeten verletzt. Für Ansprüche Dritter haftet der Einreicher.
- Jeder Teilnehmer mailt zu dem Beitrag bitte auch ein Porträtfoto von sich, das dazu gestellt werden kann (Farbe, Minimum: 170 x 252 Pixel). Für das Foto gilt dasselbe wie für die Artikel: frei von Rechten Dritter, uneingeschränktes Copyright beim Einsender. Dafür kann jeder Teilnehmer aber auch einen Link zu seiner Seite angeben, den ich bei der Veröffentlichung gerne in der Vita setze.
- Die eingesandten Beiträge müssen die folgenden vier Strukturelemente enthalten:
- Eine kurze, prägnante Überschrift,
- Die Zeile “Ein Gastbeitrag von Name des Autors, Berufsbezeichnung“,
- Den Gastbeitrag selbst natürlich sowie
- Eine Kurzvita des Autors, eingeleitet mit “Über den Autor:”.
- Pro Teilnehmer kann nur ein Beitrag eingereicht werden. Die Beiträge dürfen gegen geltendes Recht nicht verstoßen (keine Beleidigungen, üble Nachrede, …), dafür sollten Sie den Lesern einen erkennbaren Nutzen bieten oder Erkenntnisgewinn vermitteln. Persönliche Erfahrungsberichte sind ebenso willkommen wie Kolumnen, Glossen oder wissenschaftlich fundierte Aufsätze.
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Schön wäre ferner, wenn der Text durch Zwischenüberschriften oder Aufzählungen aufgelockert und gegliedert würde. Muss aber nicht.
Der Einsendeschluss für den Gastbeitrag-Wettbewerb ist der 15. Juli, 18 Uhr. Bis dahin kann jeder Leser, Blogger, Autor, Schreiber per E-Mail einen Gastbeitrag einreichen. Bitte mailen Sie diesen direkt an: karrierebibel@gmail.com, Betreff: “Gastbeitrag-Wettbewerb”.
Die Jury
Am Ende der Wettbewerbsphase werden die Sieger in diesem Jahr durch eine zweiköpfige Jury ermittelt:
- Daniel Rettig, Alltagsforschung-Gründer, Journalist und Autor von “Ich denke, also spinn ich”
- Jochen Mai, Karrierebibel-Gründer, Journalist und Autor von “Ich denke, also spinn ich”
Eine Abstimmung wie in den vergangenen Jahren wird es nicht geben – alle Tools haben sich als anfällig für Manipulationsversuche erwiesen. Wir, die Juroren, beachten aber gerne eingegangene Kommentare zu den jeweiligen Gastbeiträgen. 
Die drei Erstplatzierten haben zudem die Chance, aus allen Preisen zuerst auszuwählen. Der Sieger als Erster, der Zweite als Zweiter, der Dritte als Dritter. Die weiteren Preise werden anschließend unter allen Teilnehmern verlost. Der Rechtsweg ist natürlich ausgeschlossen. Und jetzt fragen Sie sich sicher, was es überhaupt zu gewinnen gibt…
Die Preise
Das gibt es zu gewinnen: Insgesamt 14 wunderschöne, bewegene, amüsante, spannende, nützliche und durch und durch unterhaltsame Sommerbücher von dtv. Darunter Sachbücher, Taschenbücher, Romane, Thriller… Die Bücher werden unter allen Teilnehmern des Autorenwettbewerbs verlost.
| Jochen Mai, Daniel Rettig: Ich denke, also spinn ich Den Jo-Jo-Effekt haben viele am eigenen Leib leidvoll nach einer Diät erfahren, aber kennen Sie auch den Fischteich-Effekt, das Mona-Lisa-Syndrom oder das TINA-Prinzip? Über zahlreiche psychologische Gesetze und Phänomene wissen wir wenig, dabei bestimmen sie tagtäglich unser Verhalten, beeinflussen Entscheidungen oder machen uns anfällig für Manipulationen. Jochen Mai und Daniel Rettig zeigen, wie wir im Leben, in der Liebe und im Alltag ticken. |
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Eleni Torossi: Warum Tante Iphigenia mir einen Koch schenkte Eleanas griechische Großfamilie lebt über ganz Europa verteilt. Wenn sie zusammenkommt, wird gekocht und erzählt, denn das kann in Eleanas Familie nicht voneinander getrennt werden. Während die Tanten ihre Nichte bekochen, sie an den Mann zu bringen versuchen und Geschichten erzählen, wachsen sie uns mit all ihren Marotten ans Herz. Wer würde bei so herrlichen Kreationen wie süßem Zaziki mit Aprikosen nicht gleich selbst drauflos kochen wollen? |
Liv Winterberg: Vom anderen Ende der Welt England, spätes 18. Jahrhundert: Von ihrem Vater, einem Arzt und Wissenschaftler, zur Botanikerin ausgebildet, träumt die junge Mary Linley davon, die Welt zu bereisen. Doch als sie nach dem Tod des Vaters verheiratet werden soll, sieht sie nur eine Möglichkeit, ihrer Berufung zu folgen. Sie gibt sich als Mann aus, um an Bord der Sailing Queen im Stab des Botanikers Sir Carl Belham auf Expeditionsfahrt zu gehen – und entdeckt, dass sie sich für ihre Ideale selbst verleugnet. |
Hervé Le Tellier: Kein Wort mehr über Liebe Paris im Jahrhundertsommer: Zwei Ehepaare und zwei Liebhaber, alle um die vierzig, gut situiert, kultiviert – aber nicht geschützt vor den Verdrießlichkeiten des Familienlebens. Schnell entflammen die Herzen der zwei Ehefrauen. Sie genießen den ersten Rausch, laben sich an süßen Illusionen, doch bald kommen erste Zweifel auf. Was setzen sie für die neue Liebe aufs Spiel? Klug und elegant arrangiert Hervé Le Tellier jedes Rendezvous. Eine intelligente Sommerkomödie. |
Ilkka Remes: Das Erbe des Bösen Als der finnische Physiker Rolf Narva in hohem Alter überraschend eine Reise nach Berlin antritt und spurlos verschwindet, beginnt für seinen Sohn Erik und dessen Frau Katja ein Alptraum. Vieles deutet darauf hin, dass ein dunkles Geheimnis die Vergangenheit des Vaters umgibt. Erik – selbst Wissenschaftler – hat eine erfolgreiche Gentechnik-Firma in London gegründet. Doch plötzlich erhält das Thema Genetik für ihn eine ganz neue Dimension… |
Jasper Fforde: Im Brunnen der Manuskripte Die Welt der Literatur gegen alle möglichen Missetäter zu verteidigen, ist eine ehrenvolle, aber auch nervenaufreibende Aufgabe. Wen wundert es also, dass Thursday Next sich zu ihrem Mutterschaftsurlaub in die tiefsten Tiefen des Brunnens der Manuskripte zurückzieht. Genauer gesagt auf ein gemütliches Flug-Hausboot in einem drittklassigen, unlesbaren Krimi, der wahrscheinlich nie veröffentlicht wird. Eine kühne Mischung aus Spott und Verehrung für Literatur. |
Sibylle Berg: Der Mann schläft Eine Frau liebt einen Mann, weil der die Frau liebt. Was kann man sich Besseres wünschen? Doch die Welt kennt kein Pardon: Auf einer Reise nach China kommt der Mann gleich wieder abhanden, und man fragt sich, ob das mit rechten Dingen zugeht. Warum sucht man nach Veränderung, wenn man das Glück gefunden hat? Warum bleibt man nicht dort, wo man glücklich ist? Sibylle Berg erzählt eine moderne Liebesgeschichte und zeigt eine Welt, in der man höchstens zu zweit überleben kann. |
Marie-Sabine Roger: Das Labyrinth der Wörter Mit Mitte 40 und ohne festen Job haust Germain in einem alten Wohnwagen, schnitzt Holzfiguren, baut Gemüse an und trifft sich ab und zu mit Annette – ob es Liebe ist, kann er jedoch nicht sagen, denn die hat er im Leben noch nie erfahren. Bis er eines Tages im Park die zierliche Margueritte kennen lernt, die dort, genau wie er, die Tauben zählt. Die lebenskluge Dame ist zudem eine passionierte Leserin, und als sie ihm vorzulesen beginnt, eröffnet sich Germain eine neue Welt. |
Karoline Adler: Urlaubslesebuch 2011 Urlaubszeit ist Lesezeit – egal, ob am Meer oder am heimischen Baggersee. Das Urlaubslesebuch ist die ideale Ferienlektüre, passt in jede Tasche und lässt niemals Langeweile aufkommen. 23 Geschichten verführen Sie zum Träumen, Nachdenken, Lachen und Staunen. Sie können zum Beispiel mit Siegfried Lenz an die Nordsee oder mit Petra Tessendorf lieber an die Ostsee fahren, mit Alex Capus Schweizer Supermarktregale füllen oder mit Stefan Mühldorfer an der Isar joggen. |
Falls Sie noch Fragen haben, dann nutzen Sie bitte die Kommentarfunktion. Ansonsten: Ran an die Tasten! Wir sind gespannt auf das diesjährige Ergebnis …


Eleni Torossi:
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Marie-Sabine Roger:
Karoline Adler: 





Marvin Kleinemeier
Tolle Einleitung für einen Wettbewerb. Hat mir gefallen.
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