Falls Sie gerade darüber nachdenken, Ihren Twitter-Avatar mal wieder auszutauschen: Denken Sie noch ein bisschen länger darüber nach… So ein Avatar spielt auf lange Sicht zwar nur eine Nebenrolle, weil sich Ihre Follower schon bald daran gewöhnt haben werden. Er ist aber zugleich auch so etwas wie ein Markenzeichen – und je nachdem wie oft Sie Ihrer Gefolgschaft am Tag was zwitschern ein häufig wiederkehrendes. Allerdings mit hohem Nervpotenzial. Schon deshalb sollte das neue Motiv gut und genau gewählt werden. Hier ein paar Empfehlungen, fünf um ebenfalls genau zu sein:

Keine Animationen!

Klar, Sie wollen auffallen – aber bestimmt nicht um jeden Preis. Hüpfende Frösche, gähnende Katzen, rotierende Symbole… All das nervt in der Timeline. Und zwar gewaltig! Noch dazu aus einem simplen Grund: Wiederholung. So eine Animation ist ein hübscher Gag. Einmal. Kommt sie aber immer wieder (und das passiert ja mit jedem Tweet), ist es so, als würden Sie denselben Witz zehn Mal am Tag erzählen. Der zweite Grund: Sie werden vielleicht nicht immer über das gleiche Thema twittern. Was gut ist. Aber jetzt stellen Sie sich bitte eine lustig animierte Comicfigur vor – neben einem Tweet vom Typ “Neil Armstrong, der Mann auf dem Mond, ist tot. #RIP”. Eine unschöne Bild-Text-Schere. Achja, und drittens:

Kein Klein-Klein!

Wählen Sie ein möglichst großes Motiv und nutzen Sie die Formatfläche von 128 mal 128 Pixel voll aus. Alles andere erhöht nur das Augenkrebs-Risiko Ihrer Follower. Falls also beispielsweise Ihr Firmenname lang ist, versuchen Sie bitte erst nicht ihn solange zu verkleinern, bis er in den Ausschnitt passt, sondern wählen Sie lieber ein Icon aus und machen Sie das groß: den Anfangsbuchstaben Ihres Unternehmenslogos etwa. Denn: Twitter wird vor allem mobil genutzt. Und jetzt stellen Sie sich das folgende Logo mal auf einem Smartphone-Screen vor…

Zeigen Sie sich!

Wenn immer möglich: Laden Sie ein aktuelles Porträtfoto von sich selbst hoch. Umfragen zeigen: 58 Prozent aller Twitterati bevorzugen genau das. Also auch keine Babyfotos, Zelebritäten oder Stockfotos von Models. Ausgenommen hiervon sind natürlich Unternehmen, bei denen ein ganzes Team den Twitter-Kanal füllt. Wer die Kollegen vorstellen will, kann das über das Hintergrundbild tun. In dem Fall bietet das Firmenlogo als Avater aber sicher den größeren Wiedererkennungswert.

Bedeckt halten!

Je größer Ihr Gesicht und je kleiner der Ausschnitt, desto kleiner auch die Gefahr, ins Unseriöse abzugleiten. Außer der Gesichtshaut sollte der Rest von Ihnen bedeckt bleiben. Auch wenn Sie gerade aus dem Sommerurlaub kommen und die neue Bräune im Bikini präsentieren wollen: Twitter ist nun mal ein öffentlicher Ort, an dem Freunde ebenso mitlesen können wie Kollegen, Chefs oder Headhunter. Und die könnten einen Eindruck bekommen – nur vielleicht nicht den, der Sie auf der Karriereleiter voran bringt. Es sei denn, Sie streben eine Laufbahn im Erotik-Business an:

Dabei bleiben!

Wie eingangs erwähnt: Ihr Twitter-Avatar ist zugleich Ihr Markenzeichen. Wer Ihre Tweets schätzt, wird entsprechend darauf aufmerksam, sobalb Ihr Konterfei in der Timeline auftaucht. Tauschen Sie den Avatar also nicht allzu oft aus. Einmal alle sechs Monate ist das Maximum. Und wenn Sie schon den perfekten Avatar gefunden haben, dann nutzen Sie ihn ruhig überall: auf Facebook, Google+ oder als Gravatar.

Und als Bonus…

Fünf Fakten über Avatare

  • Vertrauenswürdig Avatare wirken umso glaubwürdiger, je deutlicher ihr Geschlecht erkennbar ist, so eine Untersuchung der Universität von Connecticut in Storrs. Damit scheiden Gegenstände und Symbole eher aus. Am vertrauenswürdigsten erschien die Person hinter dem Avatar, wenn dessen Cyberzwilling einen Anzug oder ein Kleid trug sowie Haare hatte, die ihn oder sie deutlich als Mann oder Frau kennzeichneten.
  • Selbstzufrieden Je zufriedener ein Mensch mit sich selbst ist, desto mehr ähnelt ihm sein Avatar, fanden die Medienpsychologen Sabine Trepte und Leonard Reinecke von der Hamburg Media School heraus. Wer dagegen seinem Leben eher unglücklich war, schlüpfte virtuell umso stärker in eine Phantasierolle.
  • Hilfsbereit Das Klischee stimmt: Weiblichen, attraktiven Avataren wird im Netz häufiger geholfen als anderen Kunstfiguren, ermittelte eine Studie der TU Chemnitz. Untersucht hatten die Forscher das Hilfeverhalten unter anderem im Online-Rollenspiel World of Warcraft. Dabei erhielten attraktive Avatare deutlich mehr Unterstützung (46,6 Prozent) als unattraktive (23,3 Prozent). Nur übertreiben sollte frau es damit nicht, denn…
  • Misstrauisch Sieht der digitale Doppelgäner zu sexy aus, wird die Person dahinter für weniger vertrauenswürdig gehalten. Zu diesem Ergebnis kommt indes eine Studie der Indiana Universität. Je leichter bekleidet und je üppiger die Brüste der Kunstfrau waren, desto weniger Mitgefühl zeigten die (männlichen) Versuchsteilnehmer dieser gegenüber.
  • Abhängig Computerspielsüchtige zeigen eine besonders enge Bindung zu ihrem Avatar, fand David Smahel von der Masaryk Universität im tschechischen Brünn heraus. Löst ihre Computerspielfigur zum Beispiel eine Aufgabe nicht oder verliert diese gegen andere Avatare, schämen sich die Betroffenen noch lange im realen Leben dafür.