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Jeder, der das Glück hat, einen eigenen kleinen Garten oder einen nahe gelegenen Wald zu haben, weiß, wie entspannend es sein kann, sich für eine Weile ins Grüne zurückzuziehen. Bereits nach kurzer Zeit ist man viel entspannter, konnte den vergangenen Stress hinter sich lassen und widmet sich mit neuer Kraft den kommenden Aufgaben. Nun hat nicht jeder einen Garten oder den Stadtwald vor der Haustür. Bedeutet das, dass diese Menschen auf die entspannende Wirkung von Bäumen verzichten müssen? Glücklicherweise nicht, denn eine aktuelle Studie hat untersucht, wie viele Bäume es wirklich braucht, damit wir wieder zur Ruhe kommen und zeigt, dass es nicht immer den ganzen Wald braucht...

Bäume senken das Stresslevel

sso4in/shutterstock.comEin Team von Wissenschaftlern der Universitäten von Illinois und Hong Kong um den Landschaftsarchitekten Bin Jiang wollte genauer wissen, wie entspannend Bäume tatsächlich wirken. Sie stellten sich deshalb nicht die Frage, ob die grünen Gewächse beim Stressabbau helfen, sondern erforschten, wie viele Bäume für einen solchen Effekt wirklich nötig sind.

Um diese Frage zu beantworten, untersuchten die Forscher die Reaktionen von 160 Teilnehmern an einem Versuch: Zunächst sollten die Probanden ihr allgemeines Stresslevel an einem normalen Tag beurteilen. Anschließend wurden sie ganz bewusst vor eine Aufgabe gestellt, die kurzfristigen Stress verursacht. Dafür wurden sie in zwei Gruppen aufgeteilt. Ein Teil bekam 8 Minuten Zeit, um ein gestelltes Vorstellungsgespräch vorzubereiten und anschließend durchzuführen. Die anderen Teilnehmer bekamen Rechenaufgaben gestellt, die sie vor den Wissenschaftlern möglichst schnell und korrekt im Kopf beantworten sollten.

Beide Aufgaben führten sofort zu deutlichem Stress bei allen Teilnehmern, wie diese in direkt anschließenden Befragungen bestätigten. Im letzten Schritt wurden den Probanden unterschiedliche 3D-Videos gezeigt, die alle Straße zeigten - sich jedoch deutlich darin unterschieden, wie viele Bäume jeweils am Rand der Straße zu sehen waren.

Anschließend zeigte sich deutlich: Je mehr Bäume gesehen wurden, desto positiver war der Effekt auf den Stress. Oder anders ausgedrückt: Wer viele Bäume sieht, beruhigt sich schneller und kommt über Stress hinweg. Mathematisch konnten die Wissenschaftler zeigen, dass bei einer Baumdichte von 36 Prozent, bereits mehr als 90 Prozent der Teilnehmer sich besser vom vorherigen Stress erholen konnte. Damit konnte noch einmal eindeutig gezeigt werden, dass es sich bei großem Stress lohnt, ins Grüne zu gehen.

Aber wie viele Bäume braucht es tatsächlich?

Die Studie zeigt, dass mehr Bäume eine größere Wirkung haben. Muss es deshalb aber gleich immer die von Bäumen gesäumte Allee oder der dicht bewachsene Wald sein? Nein, denn die Ergebnisse legen auch nahe, dass bereits einzelne Bäume ausreichen können, damit der empfundene Stress nachlässt. Kurz gesagt: Wer nicht auf dem Land wohnt und mal eben in einen Wald gehen kann, kann bereits durch einen einzelnen Baum nutzen, um sich zu entspannen.

Wer auf der Arbeit regelmäßig mit größerem Stress zu kämpfen hat, kann sich beispielsweise helfen, indem er sich einen Baum in der Nähe seines Arbeitsplatzes sucht, an dem er seine Mittagspause verbringt. Noch effektiver bekämpfen Sie den Stress, wenn Sie auch Ihre Freizeit nutzen, um sich öfter ins Gründe zu begeben.

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