Rolltreppe2Die österreichische Zeitung Der Standard hat eine interessante Serie aufgelegt: Karriere-Experten (auch solche aus Randgebieten) geben Antwort auf die Frage, was Karriere heute bedeutet. Hier Auszüge aus den bisher erschienenen drei Serien-Teilen:

Dilettantismus und Liebhaberei sind leider negativ behaftete Begriffe. Aber sie sind sehr wichtig für ein erfülltes Arbeitsleben oder eine glückende “Karriere”. Statt Karriereplanung sollte deshalb der richtigere Begriff “Liebhabereiplanung” eingeführt werden. Falls man nämlich nicht mehr liebhaberisch mit dem eigenen Tun umgeht, sollte man sich von der Sache lieber scheiden lassen.

Elisabeth von Samsonow,
Professorin für philosophische Anthropologie der Kunst, im STANDARD

Das Denken, Sprechen oder Schreiben über Karriere findet oft als unreflektierte Selbstverständlichkeit statt. Dieses Thema wird so behandelt, als müsste jeder Mensch Karriere machen. Aber Karriere ist ein Minderheitenprogramm. Denn im engeren Sinn bedeutet Karriere zu machen, sich in einer Organisation in eine immer höhere Position hinauf zu arbeiten. Dazu haben jedoch die meisten Menschen überhaupt keine Gelegenheit. Ihre Realität ist deshalb nicht Karriere, sondern eine Erwerbstätigkeit, der sie viele Jahre lang nachgehen.

Christine Bauer-Jelinek,
Wirtschaftscoach und Psychotherapeutin, im STANDARD

Ungewöhnliche Karrieren von Freelancern, Jobhoppern oder neuen Selbständigen werden als “neue Normalität” bezeichnet. Einigkeit in der Forschung herrscht darüber, dass in Zukunft mehr Flexibilität seitens des Einzelnen, aber auch seitens Politik, Wirtschaft oder Ausbildungsinstitutionen gefragt sein wird. Denn vorgegeben und geplant ist an solchen Karrieren nicht mehr viel. Mehr als in früheren Zeiten gleichen diese neuen Karrieren einem Querfeldeinrennen ohne vorgegebenen Weg.

Guido Strunk,
Senior Scientist an der Wirtschaftsuniversität Wien, im STANDARD