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5 von Jochen Mai am 7. Januar 2010 → Liste in Büro
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Beisitzer – Diese 8 Typen treffen Sie in jedem Meeting

Na, in wie vielen Meetings saßen Sie im vergangenen Jahr? 400? 500? 1000? Wer öfters in Konferenzen hockt und sich weniger für die verzehrbaren Motivationsbeigaben vom Typ “Selektion” interessiert, der wird beobachten können, dass im Kreis der Kollegen regelmäßig dieselben Typen auftauchen, die einem die Sitzung entweder vermiesen (falls das noch geht) oder zumindest amüsante Steilvorgaben für den späteren Flurfunk bieten.

Na, an wen denken Sie jetzt gerade? Okay, hier schon mal ein paar Hilfestellungen in Form einer Typologie der

Acht nervigsten Meetingtypen

  • Der Störenfried fällt dadurch auf, dass er sich regelmäßig eine andere Meinung leistet, nach der Devise: „Das sehe ich aber anders…“ Das kann auch sein Gutes haben. Im Idealfall verhindert der Störenfried so im letzten Moment ein Desaster oder bringt neue kreative Impulse in die Gruppe. Doch das ist leider die Ausnahme von der Regel, dass der Typ Meetings einfach nur künstlich in die Länge zieht und die Agenda kräftig durcheinander wirbelt.

  • Der Unterbrecher ist ein naher Verwandter des Störenfrieds, geht aber anders vor: Sobald in der Runde eine gute Idee geboren wird, kann sich der Unterbrecher kaum noch im Zaum halten. Er muss jetzt auch seinen Senf dazu geben, Motto: Es ist zwar schon alles gesagt, aber noch nicht von allen. Dummerweise fällt er dabei anderen gerne ins Wort – in der charmanten Variante mit „Der Kollege hat völlig Recht damit, dass…“ oder weniger charmant als: „Die Idee ist mir auch gerade gekommen. Genau so sollten wir das machen…“ Von dem fehlenden Benehmen abgesehen ist dieser Typ im Grunde harmlos. Aber zu viele davon im Meeting und Sie haben Anarchie.
  • Der Verspätete ist nie pünktlich und hindert Konferenzen daher regelmäßig daran, effizient zu starten (wenn sie denn überhaupt ohne ihn starten). Das kann mehrere Gründe haben. Entweder der Typ ist ein Chaot, dann hilft nur Disziplinarisches. Oder er demonstriert damit subtil seine Macht, im Sinne von: „Seht her: Ich kann es mir leisten, euch warten zu lassen. Ich bin wichtiger!“ Manchmal tut dieser Typ aber auch einfach nur wahnsinnig beschäftigt, um das wahre Ausmaß seiner Entbehrlichkeit zu verbergen. Oder aber er/sie ist der nächste Typ…
  • Die Diva fällt durch latente Gereiztheit und Überempfindlichkeit bei allen Belanglosigkeiten auf. Den Unterbrecher weißt sie mit Vehemenz und Schärfe in seine Schranken, den Chef zuweilen aber auch. Denn sie ist davon überzeugt, dass sie sich das leisten kann. Oft stimmt das sogar. Entweder, weil sie so schrullig ist, dass ihr alle anderen längst Narrenfreiheit zugestehen – oder schlicht, weil sie es kann. Aufgrund der Hierarchie. Oder der Gunst beim Chef.
  • Der Schweiger sagt nichts. Und falls doch, dann oszillieren seine Beiträge zwischen Zustimmung und Wiederholung. Dazu lässt sich ebenfalls wenig sagen – außer: Manchmal sind Schweiger willkommene Abnicker und Mehrheitsbeschaffer bei Lieblingsprojekten des Meetingleiters.
  • Der Snacker hat in der Regel eine Tasse Kaffee (wahlweise auch Tee) und manchmal auch etwas zu essen dabei. Das wirkt ein wenig häuslich, gemütlich, entpuppt sich im Verlauf mancher Meetings jedoch als weise und vorausschauend, weshalb den Snacker oft neidische Blicke aller anderen treffen – die schon eine Stunde lang mit trockener Kehle und knurrendem Magen der Schwafelrunde lauschen müssen.
  • Der Disziplinierer mahnt ständig zur Agenda zurückzukehren oder weist auf das geplante Ende des Meetings in zehn Minuten hin. Eigentlich eine feine Sache, so bleibt die Sitzung produktiv. Tatsächlich aber handelt es sich bei dem Typ um eine arme Sau, die sich lediglich durch Bürokratismus Aufmerksamkeit und Respekt zu verschaffen weiß.
  • Der Smartphonist ist ein ganz neuer Typ. Wird gerne mit dem Schweiger verwechselt, besitzt im Gegensatz zu dem aber ein iPhone (oder ein vergleichbares Handy). Sobald es langweilig wird, schaltet dieser Typ um auf externe Konferenz – und meetet seine TwitterFacebookEmailfreunde. Sein Lächeln sollten Sie nicht als Beifall zum aktuellen Beitrag missinterpretieren. Wahrscheinlich guckt er gerade nur ein lustiges Youtube-Video.

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1. Kommentar

Julia
07.01.10 um 15:41 Uhr

Genau! Und am schönsten sind dann Besprechungen mit 9 Personen und alle acht genannten sind auch anwesend! *stöhn* Das ist hier irgendwie Dauerzustand. Wobei ich die Liste noch um den jenigen ergänzen könnte, der immer mit gaaanz gewählten Fachausdrücken um sich wirft um sich wichtig zu tun und diese auf Nachfrage, was er denn damit meine auch nicht erklären kann.

2. Kommentar

J. Wiesner
08.01.10 um 21:59 Uhr

Eine gute Auflistung. Gerne ergänze ich mit Nummer 9 und 10 zwei weitere Typen, die ich aus der Praxis kenne:
9. Der Grundsätzliche existiert in zwei unterschiedlichen Versionen. Der positiv Grundsätzliche ist ein an sich angenehmer Zeitgenosse. Er ist sehr stark am Thema interessiert und möchte dieses gerne bestmöglich realisieren. Er läuft aber Gefahr, sich in zu vielen Detailfragen zu verhaspeln. Statt anzufangen, stellt er immer wieder neue Fragen und Hürden auf. Dabei kommt er am Ende zum Schluss, dass das Thema noch einmal in seiner grundsätzlichen Herangehensweise durchdacht werden muss. Von der Stelle kommt er damit allerdings nicht so leicht-Augenentspannungsübungen (=Augen verdrehen) der anderen Teilnehmer sind garantiert. Seine unangenehme Schwester ist die Negative. Sie möchte mit dem Wunsch nach einer grundsätzlichen Diskussion dafür sorgen, dass das Thema totdiskutiert und zerredet wird.
10. Die Schönrednerin berichtet im Meeting bei ihren Statusmeldungen immer nur von positiven und funktionierenden Dingen. Probleme, Beschwerden, Fehleinschätzungen sind bei ihrer Mannschaft und speziell bei ihr Fehlanzeige. Sie vermittelt allen Beteiligten ein Gefühl, was es heisst, eine erfolgreiche Führungskraft zu sein. Ihre potemkinschen Erfolgsdörfer halten aber stürmischen Hintergrundanalysen meist nicht stand.

3. Kommentar

Jochen Mai
08.01.10 um 22:18 Uhr

Klasse. Danke für die Ergänzungen.

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