Bereitschaft
Wer in seinem Job auch Bereitschaftsdienste leisten muss, hat dabei nicht selten mit unterschiedlichen Problemen und Fragen zu kämpfen. Regelmäßig wird die Áufgabe zwischen den Kollegen getauscht, es braucht viel Kommunikation und verständlicherweise ist die Bereitschaft bei den meisten wenig beliebt. Wer möchte schon gerne am Wochenende ständig auf Abruf bereit stehen, um sich an die Arbeit zu machen, falls er gebraucht wird? Darüber hinaus gibt es leider auch immer wieder die Frage, wie die Bereitschaft eigentlich bezahlt wird - schließlich wird dabei nicht immer die gesamte Zeit gearbeitet. Hier kommt es vor allem darauf an, um welche Art der Bereitschaft es sich handelt...

Bereitschaft: Wo liegen die Unterschiede?

Bereitschaft bedeutet für Arbeitnehmer in den meisten Fällen zusätzliche Arbeit. Wie genau diese geregelt ist, hängt jedoch von der Form der Bereitschaft ab. Welche genau angewendet wird, hängt dabei sowohl von der Branche als auch vom jeweiligen Arbeitnehmer und den Anforderungen innerhalb des Betriebes ab.

Grundsätzlich lässt sich der allgemeine Begriff der Bereitschaft in zwei Arten unterteilen:

  1. Rufbereitschaft

    Bei der Rufbereitschaft muss der Arbeitnehmer - wie der Name bereits andeutet - abrufbereit sein. Währenddessen muss er sich allerdings nicht am Arbeitsplatz aufhalten. Wo die Zeit der Rufbereitschaft verbracht wird und womit sich ein Arbeitnehmer währenddessen beschäftigt, bleibt dabei grundsätzlich ihm überlassen.

    Seine Pflicht ist es jedoch, erreichbar zu sein und sich auf den Weg zur Arbeit zu machen, wenn ein Anruf vom Arbeitgeber kommt. Hier kommt häufig die freie Wahl des Ortes an ihre Grenzen, denn man muss nah genug am Arbeitsplatz bleiben, um bei Bedarf dorthin fahren zu können.

  2. Bereitschaftsdienst

    Der Bereitschaftsdienst liefert eine klare Vorgabe, wo sich ein Mitarbeiter in der Zeit seiner Bereitschaft aufzuhalten hat. Normalerweise handelt es sich dabei um den Arbeitsplatz, so dass ein Angestellter immer vor Ort ist, es kann aber auch ein anderer Ort gewählt werden, wenn dieser in der Nähe liegt.

    Während des Bereitschaftsdienst hat der Mitarbeiter die Zeit grundsätzlich zur freien Verfügung - muss also keine beruflichen Aufgaben erledigen. Auch hier gilt jedoch, dass er sich sofort an die Arbeit machen muss, wenn es erforderlich wird.

Wann muss ein Arbeitnehmer eine Bereitschaft übernehmen?

Ob Sie in Ihrem Beruf dazu verpflichtet sind, Rufbereitschaft oder Bereitschaftsdienste zu leisten, hängt von Ihrem geltenden Arbeits- oder Tarifvertrag. In einigen Branchen und Berufen gehört es meist dazu und ist weit verbreitet, beispielsweise bei Ärzten und Medizinern im Krankenhaus, bei Rettungsdiensten, der Feuerwehr oder Polizei, aber auch bei Energieversorgern, wo im Notfall schnell jemand vor Ort sein muss, um die Stromversorgung wieder herzustellen.

Wie wird die Bereitschaft bezahlt?

auremar/shutterstock.comGrundsätzlich gilt natürlich, dass eine Bereitschaft vom Arbeitgeber vergütet werden muss - unabhängig davon, um welche Form es sich handelt. Ein aktuelles Urteil des Bundesarbeitsgericht bestätigte darüber hinaus, dass für Bereitschaftszeiten, in denen ein Arbeitnehmer sich an einem vom Arbeitgeber bestimmten Ort aufhält, mindestens mit dem Mindestlohn vergütet werden müssen.

Die Bezahlung hängt dabei aber auch davon ab, ob es sich um einen Bereitschaftsdienst oder eine Rufbereitschaft handelt. So wird die Zeit der Rufbereitschaft, die ein Mitarbeiter grundsätzlich frei gestalten kann, als Ruhezeit angesehen. Als Arbeitszeit gilt hingegen nur die Zeit, die tatsächlich für die Arbeit innerhalb der Bereitschaft benötigt wurde. Üblich ist für die Rufbereitschaft eine pauschale Bezahlung, die genaue Regelung und Höhe der Bezahlung ergibt sich dabei aus dem Arbeitsvertrag.

Der Bereitschaftsdienst gilt hingegen als Arbeitszeit, schließlich wird vom Arbeitgeber vorgegeben, wo der Mitarbeiter sich in dieser Zeit für einen möglichen Arbeitseinsatz bereitzuhalten hat. Allerdings wird davon ausgegangen, dass die tatsächliche Arbeitsbelastung während des Bereitschaftsdienstes geringer, was sich auch in der Bezahlung spiegelt. Oft wird dabei ein prozentualer Anteil zur Hilfe genommen. Wird etwa davon ausgegangen, dass während des Bereitschaftsdienstes 50 Prozent der Zeit tatsächlich für die Arbeit genutzt wird, erhält der Mitarbeiter eine Vergütung in Höhe von 50 Prozent der normalen Bezahlung - jedoch mindestens den Mindestlohn, wie das aktuelle Urteil bestätigt.

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