Der Sozialbereich – und hier besonders die Kranken- und Altenpflege – wird zu Recht immer wieder als einer Arbeitsbereich mit den besten Zukunftsaussichten genannt. Trotz enger Budgetrahmen im Gesundheitssystem sorgt allein eine deutliche Steigerung der durchschnittlichen Lebenserwartung für einen stetig steigenden Bedarf an Pflegekräften. Sicherlich werden hier viele Pflegehelfer zum Einsatz kommen – dies ist heute bereits der Fall – doch allein die in den Heim- und Pflegegesetzen festgelegten Fachkräfte-Quoten sorgen dafür, dass der Bedarf an examinierten Pflegekräften wachsen wird. Schon heute gibt es wenige examinierte Pflegekräfte, die über einen längeren Zeitraum keinen Job finden. Grund genug für uns, Ihnen diesen Beruf detailliert vorzustellen.
Gerade der Beruf des Pflegefachkraft ist mit einigen Vorurteilen belegt. Dabei ist dieser Beruf sehr viel anspruchsvoller und vielseitiger, als er auf den ersten Blick wirkt. Genau genommen gibt handelt es sich bei dem Begriff der Pflegefachkraft um einen Sammelbegriff, denn darunter fallen sowohl Kranken-, Gesundheits-, Kinder- und Altenpfleger. Jede dieser Berufsrichtungen hat ihre eigene Spezialisierung, doch es gibt ebenso viele Gemeinsamkeiten. Neben der offensichtlichen Pflege umfassen die Tätigkeiten von examinierten Pflegefachkräften auch die Verabreichung von Medikamenten nach ärztlicher Anweisung, die Dokumentation des Pflegeprozesses und in vielen Einrichtungen auch die Mitarbeit an der Weiterentwicklung der Pflegeabläufe und -prozesse. Sicherlich brauchen Interessierte eine gewisse Toleranz gegenüber Gerüchen und ähnlichem. Der Pflegebereich gehört grundsätzlich zu den Berufen, die auch viel mit Veranlagung zu tun haben und nicht jedem liegen müssen. Eine hohe Stresstoleranz ist natürlich von Vorteil. Der Job kann jedoch durchaus erfüllend sein, da die Mitarbeiter teilweise direkte Rückmeldungen von Ihren zu pflegenden Bewohnern erhalten.
Steckbrief: Pflegefachkraft
- Arbeitsfelder: Kranken,- Alten- und Kinderpflege, ambulante und häusliche Pflege
- Arbeitgeber: Krankenhäuser, Alten- und Pflegeheime, Kinderheime, ambulante Pflegedienste, betreutes Wohnen
- Ausbildung: Ausbildung an Berufs- und Pflegefachschulen mit Praxisteilen in Einrichtungen des Sozialbereiches, durchschnittliche Dauer: drei bis dreieinhalb Jahre, Abschluss als examinierte Pflegefachkraft mit der jeweiligen Spezilisierung
- Gehaltsaussichten: 1800 – 2300 Euro brutto im Monat, je nach zusätzlichen Aufgaben auch mehr
Pflegefachkräfte werden im Rahmen einer drei bis dreieinhalbjährigen Ausbildung an Berufs- und Pflegefachschulen ausgebildet. Zur Ausbildung gehören umfangreiche Praxisteile in Pflegeeinrichtungen verschiedener Fachgebiete. Bei der Entscheidung für eine Ausbildung um Pflegebereich muss klar sein: Die sozialen Berufe sind in Deutschland nach wie vor – im Verhältnis zur geleisteten Arbeit – unterbezahlt. Examinierte Pflegefachkräfte verdienen logischerweise mehr als Pflegehelfer, sie tragen aber auch mehr Verantwortung. Der Durchschnitt liegt bei einem monatlichen Brutto-Gehalt von 1800 bis 2200 Euro, je nach Bundesland und Einrichtung.
Besonderheiten
Der Beruf der Pflegefachkraft ist sehr vielseitig und umfasst eine große Bandbreite an Themen und Aufgaben. Wer sich für die Ausbildung entscheidet und die persönlichen Voraussetzungen für den Pflegebereich mitbringt kann eine erfüllenden und abwechslungsreichen Job erlernen. Stress und Zeitdruck sind unbestritten Teil dieses Jobs, in guten Pflegeeinrichtungen lässt sich die Belastung jedoch über das Team verteilen und abmildern. Die Bezahlung hält sich – wie leider bei allen sozialen Berufen – in Grenzen. Examinierte Pflegefachkräfte haben jedoch vielfältige Weiterbildungs- und Entwicklungsmöglichkeiten, die dann auch mit einem höheren Verdienst vergütet werden. Wie in allen sozialen Berufen ist der Frauenanteil in der Pflege sehr hoch.
Serie “Berufe mit Zukunft”
Dieser Artikel ist Teil einer fünfteiligen Serie, in der wir verschiedene Berufe mit hervorragenden Zukunftsaussichten vorstellen. Bisher sind die folgenden Teile erschienen







Theologische Hochschule Friedensau
Kleine Anmerkung zum Beitrag:
Der Berufsbereich der Fachpflege wird zum Teil schon von einem reinen Ausbildungsberuf zu eine dualen Studium weiterentwickelt. In Kooperation mit einem Krankenhaus in Berlin bieten so ein duales Studium an unserer Hochschule an.
Chris. P
Vielen Dank für die Vorstellung meines erlernten Berufs. Er ist in der Tat sehr erfüllend, und die Berufsaussichten sind auch sehr positiv, man kann sich seine Stellen zum größten Teil selbst aussuchen (vor allem als männliche Pflegekraft). Negativ ist jedoch, dass der “Abwärtstrend” bei der Versorgung von Pflegebedürftigen noch nicht aufgehalten worden ist. Die Zahl der Pflegekräfte in deutschen Krankenhäusern hat sich vom Jahr 2000 bis 2010 von 40 000 auf 37 000 verkleinert, wohingegen die Zahl der Ärzte stark angestiegen ist (Quelle: wwww.gbe-bund.de). Man kann jedoch bei vielen Heimleitungen und Personalveranwortlichen erkennen, dass die Pflege weniger als reiner Kostenfaktor verstanden wird, sondern zu einem großen (vielleicht sogar größten Teil) an der Kunden-, bzw. Patientenzufriedenheit verantwortlich ist.
Auch ich kann, wie auch mein Vorkommentator, nur empfehlen, sich möglichst gut und hoch zu qualifizieren und ein Studium im Bereich der Pflege an einer der Fach- oder Hochschulen abzuschließen.