Berufe-keine-Zukunft-Jobaussichten
Noch Mensch oder schon Roboter? Immer mehr Aufgaben werden von Maschinen übernommen: Für viele Arbeiter und Verkäufer wird es schon heute eng, für die Zukunft sagen wissenschaftliche Studien aber eine noch weitaus größere Automatisierung der Arbeit voraus. Wir zeigen Ihnen 10 Berufe, die Sie (oder Ihre Kinder) deshalb lieber nicht ergreifen sollten...

Verdrängungswettbewerb zwischen Mensch und Maschine

Sprüche-ZukunftWann hat Ihnen zuletzt ein Tankwart den Wagen vollgetankt? Und wann ein Buchverkäufer einen Roman über den Tresen gereicht? Demnächst könnte die Fragen so lauten: Wann sind Sie eigentlich das letzte Mal mit einem Gefährt namens Taxi gefahren? Berufsbilder verändern sich, entwickeln sich fort - oder verschwinden ganz. Besonders Jobs, die Routinetätigkeiten erfordern, immer wiederkehrende Handgriffe in der Fabrik oder montone Dateneingaben am PC zum Beispiel, sind nicht nur vom Aussterben bedroht - sondern vielleicht sogar dazu verdammt.

Eine aufsehenerregende Studie von Carl Benedikt Frey und Michael Osborne von der Universität Oxford kam im vergangenen Jahr zu dem Schluss, dass 47 Prozent aller Jobs in den Vereinigten Staaten massiv durch Roboter und Maschinen gefährdet sind. Das Bedrohliche an ihrer Prognose: Auch Berufe, die viel Wissen und kognitive, analytische Leistungen erfordern, stehen auf der roten Liste. Die Wissenschaftler glauben, dass sogar die Arbeit von Historikern und Ökonomen mit einiger Wahrscheinlichkeit bald von Maschinen übernommen wird.

Nun soll das Horrorszenario an dieser Stelle nicht überstrapaziert werden. Viele Berufe werden trotz allem fortbestehen, manche in einer neuen Nische, andere unter gänzlich veränderten Rahmenbedingungen. Und: Es entstehen auch völlig neue Jobs und Dienstleistungen, von denen wir heute noch nichts ahnen. Dennoch: Die Aussicht, dass ein nicht unerheblicher Teil unserer Tätigkeiten an technische Helfer outgesourced wird, ist real.

Wir wagen daher eine Prognose - und zeigen Ihnen zehn Berufe, die keine guten Zukunftsperspektiven bieten. Oder sind Sie anderer Meinung? Dann diskutieren Sie gerne mit.

10 Jobs ohne Zukunft

  1. Taxifahrer

    Eine Goldgrube ist das Beförderungsgewerbe noch nie gewesen. Jetzt aber brechen noch weitaus härtere Zeiten an. Kurzfristig müssen sich die Taxizentralen neuer Ridesharing-Apps wie Uber und Wundercar erwehren, die die Kundschaft dezent umleiten wollen. Langfristig übernehmen dann selbstfahrende Autos, ob von BMW, Nissan oder Google, das Lenkrad. Über Großbritanniens Straßen sollen die ersten schon ab Januar 2015 rollen.

  2. Steuerberater

    Mit einer Wahrscheinlichkeit von 99 Prozent werden (menschliche) Steuerberater in Zukunft überflüssig. Das sagen zumindest die Oxford-Forscher Frey und Osborne voraus. Steuersparmodelle werden dann nicht mehr in liebevoller Kleinarbeit von einem Experten durchgerechnet, sondern unter Zuhilfenahme von Big Data maschinell optimiert.

  3. Naturfilmer

    Fotografen sind schon heute Kollateralschäden der Digitalisierung. Hochauflösende Smartphone-Kameras und Bildbearbeitungsprogramme wie Photoshop haben sie größtenteils obsolet gemacht. Die nächste Evolutionsstufe: Mit Drohnen werden bald die abgelegensten Winkel der Erde gefahrlos erkundet und aus Vogel- und Froschperspektive abfotografiert - ohne, dass sich Tier- und Naturfilmer wochenlang im Unterholz auf die Lauer legen müssen.

  4. Buchhalter

    Eine Tätigkeit, die umfangreiches Zahlenwerk und viel Verantwortung mit sich bringt, zählt zweifellos zur Hochrisikogruppe. In Zukunft könnte es für Unternehmen geradezu fahrlässig sein, menschliche Rechenfehler nicht durch eine maschinelle Lösung von vornherein auszuschalten. Erstes Indiz: Im Jahr 1999 gab es noch über 200.000 Buchhalter in Deutschland, 2011 waren es noch knapp 180.000.

  5. Versicherungsmakler

    Eine Haftpflichtversicherung abschließen, Kfz-Tarife vergleichen, Informationen über die Berufsunfähigkeit einholen - hier zeigt der Trendpfeil direkt ins Internet. Direktversicherer und Vergleichsportale übernehmen heute Aufgaben, auf die früher der Versicherungsvertreter vor Ort ein Quasi-Monopol hatte. Beendet ist die Entwicklung damit sicherlich noch nicht.

  6. Soldat

    Schon seit Jahren wird der Einsatz US-amerikanischer Kampfdrohnen in Pakistan heftig diskutiert. Eine Waffe, die eigene Soldatenleben und (zumindest in der Theorie) auch das von fremden Zivilisten schont, werden sich die Militärs allerdings nicht mehr aus der Hand nehmen lassen. Mehr noch: Mittlerweile experimentiert das US-Militär mit verschiedenen Kampfrobotern für Luft-, Boden- und Unterwassereinsätze.

  7. Bibliothekar

    Amazon verdrängt Buchläden, E-Books verdrängen (Papier-)Bücher. Spätestens wenn die Bibliotheken dieser Welt komplett digitalisiert sind, gibt es wohl keinen Bedarf mehr für belesene Damen und Herren, die den Besuchern freundlich Auskunft über den Standort von Tolstois “Krieg und Frieden” geben.

  8. Sprachlehrer

    Weltweit steigt die Nachfrage nach Bildungsangeboten. Was aber nicht bedeutet, dass dieser Wachstumsmarkt von der Technisierung verschont bliebe. Über Online-Kurse, so genannte Massive Open Online Courses (MOOCs) werden schon heute Tausende Lernwillige zeitgleich von einem einzigen Dozenten am Bildschirm unterrichtet. Wer eine Sprache lernen will, teilt sich also in Zukunft seinen Online-Sprachlehrer mit vielen anderen - oder greift direkt auf eine professionelle Sprachsoftware zurück.

  9. Bankkaufmann

    Zumindest Beratung und Service am Bankschalter sind Auslaufmodelle. Online-Dienste spucken blitzschnell die Konditionen von Giro- und Festgeldkonten aus, erlauben schnelle Überweisungen und Wertpapierkäufe. Sobald sich der bargeldlose Zahlungsverkehr durchgesetzt hat, hebt auch niemand mehr am Schalter größere Geldbeträge ab.

  10. Kreditanalayst

    Komplexe Algorithmen analysieren, prüfen und beurteilen schon heute die Kreditwürdigkeit eines Antragstellers bis ins Detail. In Zukunft können die Rechner mit noch größeren Datenmengen gefüttert werden. Den Mitarbeitern aus Fleisch und Blut bleiben dadurch immer weniger Spielräume.

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