Es gibt sie in fast jedem Unternehmen: Die Senkrechtstarter, die vom ersten Arbeitstag bis zur ersten Beförderung nur wenige Monate brauchen und auch danach im Rekordtempo von einem Leitungsposten zum anderen eilen. Solche Mitarbeiter werden von ihren Kollegen oft kritisch – und neidisch – beäugt. Doch dafür besteht überhaupt kein Anlass, denn erstens ist ein solcher Erfolg selten von Dauer und zweitens ist die so erreichte Position meist mehr Fluch als Segen für die Mitarbeiter. Eine wirklich erfolgreiche Karriere ist eben nicht im Eiltempo machbar und wenn Sie Ihren beruflichen Erfolg genießen wollen, brauchen Sie dafür vor allem Zeit.
Natürlich ist es nachvollziehbar, wenn Sie mit einem leichten Anflug von Neid auf den Kollegen schauen, der innerhalb eines Jahres zwei mal befördert wurde. Doch würden Sie wirklich mit ihm tauschen wollen? Ich denke nicht. Der Grund dafür ist einfach: Jede neue Position ist mit mehr Verantwortung, mehr Erwartungen und mehr Stress verbunden. Diese Faktoren werden durch ein möglicherweise gestiegenes Gehalt oder andere Vorteile nur teilweise aufgefangen und ausgeglichen.
Erfahrung braucht Zeit…
Um mit den Auswirkungen einer Beförderung klarzukommen, brauchen Sie in erster Linie Erfahrung. Nach einiger Zeit auf einem anspruchsvollen Posten entwickeln Sie ganz automatisch Strategien, um mit Stress, Druck und hohen Erwartungen umgehen zu können. Diese Strategien lassen sich dann auch auf einen neuen Job oder eine neue, höhere Position übertragen. Das funktioniert jedoch nur, wenn Sie diese Strategien verinnerlicht und – im Lauf der Zeit – perfektioniert haben.
… und Kompetenz muss wachsen
Ein weiterer – aus meiner Sicht entscheidender – Aspekt: Bei vielen Senkrechtstartern merken Sie, dass es mit der fachlichen Kompetenz nicht unbedingt weit her ist. Diese Mitarbeiter können sich oft hervorragend verkaufen und präsentieren – doch fachliche Kompetenz muss nicht ihre Stärke sein. Das Resultat: Die Kollegen und Mitarbeiter akzeptieren den neuen Chef nicht und lassen ihn das auch spüren.
Um sich diese – unangenehme – Situation zu ersparen, müssen Sie Ihre fachliche Kompetenz ausbauen, bevor Sie sich auf eine Leitungsposition bewerben. Doch mit dem Besuch von Fort- und Weiterbildungen oder der autodidaktischen Einarbeitung in Ihr Themengebiet ist es nicht getan. Der zweite Part ist noch wichtiger: Sie müssen Ihre Kompetenz unter Beweis stellen und sich eine entsprechende Reputation im Unternehmen erarbeiten. Das braucht Zeit – oft sogar mehr, als die Fort- und Weiterbildungen.
Etablieren Sie Ihr Netzwerk
Parallel zu Ihrer Reputation sollten Sie auch Kontakte knüpfen und Ihr Netzwerk auf- und ausbauen. Dabei müssen Sie langsam vorgehen, denn neue Beziehungen lassen sich – wenn diese langfristig bestehen und tragfähig sein sollen – nur Schritt für Schritt etablieren und brauchen Zeit, um zu wachsen. Pflegen Sie Ihre Kontakte jedoch kontinuierlich, entsteht so ein Netzwerk, das Ihnen Rückhalt und Sicherheit bietet.
Erfolg ist harte Arbeit
Sie merken schon: Für nachhaltigen Erfolg gibt es keine Abkürzung. Dieser ist immer mit harter Arbeit, Durchhaltevermögen und Leidenschaft verbunden. Kontinuierliche Verbesserung der eigenen Fähigkeiten und eine aktive Pflege von Kontakten bilden die Grundlage für Ihren beruflichen Erfolg. Die dafür notwendige Zeit sollten Sie sich nehmen – dann können Sie Ihren Erfolg auch genießen.
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Karsten
Es ist wichtig, Erfahrungen zu sammeln, um sich zu entwickeln. Leider wird dies heutzutage immer häufiger nicht gesehen oder unterschätzt.
Josef Altmann
Hallo,
es gibt schon einen Weg der schnell ganz nach oben führt. Allerdings ist auch der mit harter Arbeit und viel Arbeit verbunden. Die Rede ist von der Selbständigkeit. Aber auch dort muss man jeden Tag wieder aufs neue wachsen. Keiner bekommt was geschenkt, auch wenn es manchmal so aussieht.
freundliche Grüße
Josef
Christian Mueller
Guten Tag Herr Altmann,
danke für Ihren Kommentar. Doch auch die Selbstständigkeit kann nur dann erfolgreich sein, wenn sie auf einem stabilen Fundament aus Erfahrungen basiert. Daher spielt Erfahrung auch hier eine große Rolle – und die braucht Zeit.
Gruß,
Christian Müller
Josef Altmann
Hallo Herr Müller,
da bin ich aber nur teilweise Ihrer Meinung. Denn die meisten Existenzgründer haben im fachlichen Bereich gute Kenntnisse und Erfahrungen. Viele Punkt wie kaufmännisches Denken usw. müssen erst in der Selbständigkeit reifen. Sicherlich ist ein Schulungen und Kurse eine gute Grundlage, allerdings muss erst in der Praxis noch viel Erfahrung gesammelt werden, die vorher so nicht gesammelt wurde.
freundliche Grüße
Josef
Christian Mueller
Hallo Josef (Du ist okay?),
ich meinte mit Erfahrung auch nicht unbedingt Erfahrung als Selbstständiger, sondern primär die von dir angesprochene fachliche Erfahrung. Wenn diese vorhanden ist, kann sich der Erfolg – bei entsprechend harter Arbeit – durchaus schnell einstellen.
Doch insgesamt – also mit dem Erwerb der Erfahrung – hat der Weg dann auch einige Zeit gedauert.
Gruß,
Christian
Josef Altmann
Hallo Christian,
Erfahrungen sind ja auch wichtig, das spreche ich dir auch garnicht ab. Allerdings ändern sich, egal ob es jetzt um die Selbständigkeit oder um den Aufstieg in einem Unternehmen geht, die Aufgaben wesentlich. Es kommen viele andere Aufgaben auf einem zu. Außerdem ist eine völlig andere Arbeitsweise wichtig. Darum machen ja aus meiner Sicht viele Unternehmen den Fehler und befördern einfach jemanden der fachlich sehr gut ist. In Führungspostionen egal ob Selbständig oder nicht sind Erfahrungen und Wissen nur die Grundlagen. Um zu führen, arbeiten zu organisieren und für den Erfolg zu sorgen, gehört viel mehr als Erfahrung. Ich denke, je höher man kommt, desto mehr verdrängen SoftSkill, Handlungskompetenz, logisches, analytisches Denken und Kommunikationsfähigkeit das Fachwissen und so auch einen großen Teil der bis dahin gekannten Erfahrungen.
freundliche Grüße
Josef
Christian Mueller
Hallo Josef,
okay, jetzt verstehe ich, warum wir aneinander vorbeireden obwohl wir uns eigentlich einig sind.
Unter Erfahrung ordne ich auch Soft Skills, Charakter und Persönlichkeit ein – zumindest im Kontext des Artikels. Diese Fähigkeiten und Eigenschaften sind zwar zum Teil Veranlagung, lassen sich allerdings auch lernen und entwickeln sich im Lauf der Zeit weiter.
Eine Beförderung rein aus fachlichen Gründen ist – im Hinblick auf Führungspositionen – sicher keine gute Idee. Denn die menschlichen und sozialen Kompetenzen sind hier mindestens ebenso wichtig. Das gilt auch für Selbstständige.
Ich denke, wir meinen das Gleiche. Ich hatte das nur vorausgesetzt, ohne es explizit zu erwähnen.
Gruß,
Christian