Berufsbegleitendes AbendstudiumIn vielen Branchen ist es inzwischen fast zu einem ungeschriebenen Gesetz geworden: Wer Karriere machen will, muss mindestens einen Studienabschluss vorweisen. Eine zwingende Voraussetzung für Beförderungen ist ein Bachelor, Master oder Diplom – glücklicherweise – zwar noch nicht, doch ein solcher Abschluss wirkt sich in der Regel positiv auf Ihre Karriere-Chancen aus. Für Arbeitnehmer mit Ausbildungsberufen bleibt oft nur ein berufsbegleitendes Studium als gangbarer Weg.

Das Fernstudium ist in diesem Bereich wohl die bekannteste Studienform. Doch auch ein berufsbegleitendes Abendstudium kommt für Arbeitnehmer in Frage. Wie die Unterschiede aussehen und wann es sich für wen lohnt, beleuchten wir im folgenden Artikel.

Bei den Anbietern sind die Unterschiede oft nicht gravierend. Tatsächlich werden zahlreiche Abendstudiengänge von Fernstudienanbietern oder deren Trägern durchgeführt. Auch unter preislichen Gesichtspunkten ist die Differenz zwischen Fern- und Abendstudiengängen zu vernachlässigen.

Beide Studienformen liegen auf dem gleichen Niveau, mit Kosten in vierstelliger Höhe müssen angehenden Studenten daher auf jeden Fall rechnen.

Berufsbegleitendes Abendstudium: Eine Präsenz-Veranstaltung

PräsenzstudiumDer große Unterschied liegt in der Organisationsform und der zeitlichen Einteilung. Wie der Name bereits verrät, findet ein Abendstudiengang schwerpunktmäßig abends statt. Die Zeiten sind dabei vom Studienanbieter vorgegeben und werden den Studenten Wochen und Monate – teilweise sogar für die gesamte Studiendauer – im Voraus bekannt gegeben.

Abendstudiengänge sind zudem Präsenzstudiengänge, bei denen die Vorlesungen und der größte Teil der Stoffvermittlung in klassischen Kursen vor Ort stattfinden. Reihenfolge und Umfang der einzelnen Themen werden in der Regel ebenfalls vom Bildungsanbieter vorgegeben. Der Zeitraum für das jeweilige Thema ist damit von vornherein klar abgegrenzt.

Mangelnde Flexibilität, dafür Klarheit und Struktur

Die flexible Lerngestaltung ist bei einem Abendstudium logischerweise stark eingeschränkt. Dazu kommt der hohe Arbeitsaufwand, denn zusätzlich zu den Präsenzterminen müssen die Studenten oft auch in Eigenregie Teile des Lernstoffes bearbeiten und verinnerlichen. In den Vorlesungen werden die Lernthemen dann in der Gruppe, gemeinsam mit Kommilitonen und Dozenten, besprochen und bearbeitet.

Der eingeschränkten Flexibilität stehen jedoch klare Strukturen, vorgegebene Zeit- und Lernpläne und ein eindeutig erkennbarer roter Faden gegenüber. Studenten können – wenn sie sich an die Pläne halten – keine Themen überspringen oder vernachlässigen. Nachhaltige Verzögerungen gibt es so gut wie nicht, da – wenn die Dozenten darauf achten – bereits geringe Nachlässigkeiten zu Problemen in den Vorlesungen führen.

Ein berufsbegleitendes Abendstudium ist angesichts der genannten Vor- und Nachteile sicherlich nicht für jeden geeignet. Wenn Sie die Mehrzahl der folgenden Punkte bejahen, sollten Sie diese Studienform allerdings ernsthaft in Erwägung ziehen.

  • Sie können sich nur mühsam zum Lernen motivieren.
  • Lernen ohne Partner fällt Ihnen schwer.
  • Sie wollen sich neben Ihrem Job nicht auch noch Gedanken um die Organisation und Struktur des Studiums machen.
  • Eigenständige Zeitplanung ist nicht gerade Ihre Stärke.
  • Sie lernen am besten im Austausch mit Menschen.
  • E-Learning-Plattformen sind für Sie nur Notlösungen, jedoch kein Ersatz für das Lernen mit einem Dozenten.
  • Sie schätzen klare Strukturen und Vorgaben.
  • Sie lassen sich zu Hause leicht von Aufgaben ablenken.
  • Sie können feste Abende einplanen.

Vor der Entscheidung für oder gegen eine Studienform sollten Sie die Vor- und Nachteile für Ihre konkrete Situation auf jeden Fall in Ruhe abwägen. Zu Beginn Ihres Entscheidungsprozesses sollten Sie sich die ganz grundlegende Frage stellen, ob ein berufsbegleitendes Studium überhaupt der richtige Weg für Sie ist. Sind Sie davon nicht überzeugt, kann weder ein Fern- noch ein Abendstudium erfolgreich sein.