Jung, dynamisch, erfolgreich – so stellen sich manche Arbeitgeber den idealen Mitarbeiter vor. Doch in den letzten Jahren hat sich nach und nach die Erkenntnis durchgesetzt, dass auch ältere Arbeitnehmer über einzigartige Stärken und Kompetenzen verfügen, die sie für ein Unternehmen unentbehrlich machen. Da jedoch noch nicht alle Arbeitgeber und Kollegen das begriffen haben, müssen ältere Arbeitnehmer teilweise selbst dafür sorgen, dass Ihre Kompetenz am Arbeitsplatz wahrgenommen und geschätzt wird.

Die wichtigste Voraussetzung: Sie müssen Ihre Stärken und Kompetenzen genau kennen, um Ihre Kollegen und Vorgesetzten davon überzeugen zu können. Lassen Sie sich bitte nicht von negativen Kommentaren Ihres Umfelds beeinflussen. Machen Sie sich – bevor Sie aktiv an Ihrer Reputation arbeiten – bitte auch klar, welches Ziel Sie anstreben. Muss es eine weitere Beförderung sein? Legen Sie primär Wert auf die Anerkennung Ihrer Kollegen? Wollen Sie noch etwas in Ihrer Abteilung bewegen und verändern? Oder geht es Ihnen viel mehr darum, Erfüllung und spannende Aufgaben in Ihrem Job zu finden? Egal wie Ihr Ziel aussieht, Sie sollten es klar benennen können.

11 Erfolgsstrategien für ältere Arbeitnehmer

Offenheit – Einer der häufigsten Gründe für mangelnde Akzeptanz älterer Arbeitnehmer in Teams: Sie beharren auf eingefahrenen Strukturen und Abläufen und sind nicht bereit, sich auf neue Wege einzulassen. Vermeiden Sie diesen Fehler und bewahren Sie sich eine offene Haltung. Das bedeutet nicht, dass Sie sofort von jedem neuen Ansatz begeistert sein müssen. Sicher wird es Ideen geben, bei denen Sie auf Grund Ihrer Erfahrung von vornherein sehen, wo die Fehler liegen. Doch dann sollten Sie konstruktiv zur Verbesserung beitragen und die Idee nicht sofort ablehnen.
Lernbereitschaft – Auch der größte Erfahrungsschatz ändert nichts daran, dass Sie Ihr Wissen auf dem aktuellen Stand halten müssen. Idealerweise bemühen Sie sich selbst um Fortbildungen und fragen von sich aus danach. Sonst kann es Ihnen passieren, dass Ihnen Seminare einfach vorgegeben werden – ob Sie wollen oder nicht. Werden Sie lieber selbst aktiv.
Teamarbeit – Es lässt sich leider immer wieder beobachten: Manch älterer Arbeitnehmer hat Probleme mit jüngeren Kollegen zusammen zu arbeiten. Sehen Sie die Arbeit im Team nicht als Belastung, sondern viel mehr als Chance. Einerseits können Sie Ihr Wissen an die jüngeren Kollegen weitergeben, andererseits haben Sie auch die Möglichkeit, von den Sichtweisen der Kollegen zu profitieren und zu lernen.
Mentor – Gerade ältere Arbeitnehmer eignen sich hervorragend als Mentoren für junge, aufstrebende Kollegen. Das ist natürlich nur dann möglich, wenn das erstens von Ihrem Vorgesetzten geduldet oder gewünscht ist, der jüngere Kollege zweitens dafür bereit ist und Sie sich drittens Zeit dafür nehmen. Für Sie bietet die Arbeit als Mentor die Chance, nicht nur Ihr Wissen weiterzugeben, sondern gleichzeitig Ihre Position im Team zu festigen.
Gelassenheit – Im Lauf der Jahre haben Sie sicherlich so einige Veränderungen im Unternehmen miterlebt. Daher wissen Sie auch, dass sich viele Projekte und Vorhaben anders entwickeln, als diese zu Beginn geplant werden. Versuchen Sie, die aus Ihrer Erfahrung erwachsende Gelassenheit auch auf Ihre Kollegen zu übertragen. Gelingt Ihnen das, können Sie im Team als Ruhepol und ausgleichendes Element wirken und so nicht nur Ihre Positon festigen, sondern auch zur Verbesserung des Team- und Arbeitsklimas beitragen.
Grenzen – Erfahrung ist wertvoll und wichtig, doch wenn Sie diese immer und überall einbringen, werden Ihre Kollegen davon früher oder später genervt sein. Machen Sie sich bitte Ihre Aufgabenbereiche und Kompetenzen im Unternehmen bewusst und beschränken Sie sich auf diese. Bringen Sie Ihre Fähigkeiten und Ihre Erfahrung in diesem Bereich voll ein, doch vermeiden Sie es, sich in andere Projekte einzumischen.
Planung – Vor allem bei mittel- und langfristigen Planungen kommt Ihre Erfahrung voll zur Geltung. Beteiligen Sie sich daher – wo immer möglich – an den entsprechenden Arbeits- und Projektgruppen. Diese bieten Ihnen die Plattform, um Ihre Kompetenz ausspielen und sich so die Anerkennung Ihrer Kollegen sichern zu können. Dadurch festigen Sie nach und nach Ihre Reputation.
Aus- und Weiterbildung – Erfahrene Mitarbeiter eignen sich oft hervorragend als Ausbilder und Schulungsleiter. Über die nötige Erfahrung verfügen Sie ohnehin, einzig die didaktische und pädagogische Vermittlung der Inhalte kann ein Problem sein. Doch diese Fähigkeiten können Sie sich – zumindest bis zu einem gewissen Grad – aneignen. Signalisieren Sie Ihrem Vorgesetzten doch einfach Ihre Bereitschaft, sich bei internen Schulungen zu beteiligen. Für die Anleitung von Auszubildenden gibt es in vielen Branchen – beispielsweise durch die Industrie- und Handelskammer – klare Vorgaben. Wenn Ihr Arbeitgeber Sie dabei unterstützt, können Sie die entsprechende Qualifikation erwerben und sich so neue Aufgabenfelder erschließen.
Balance – Gerade ältere Arbeitnehmer achten oft bewusst auf eine Balance zwischen Arbeits- und Privatleben. Wenn diese Beschreibung auch auf Sie zutrifft, haben Sie dadurch gegenüber vielen Ihrer jüngeren Kollegen einen spürbaren Vorteil. Es mag zwar sein, dass Sie nicht die Arbeitsumfänge Ihrer Kollegen bewältigen können, doch dafür sind Sie seltener krank, ausgeglichener und zuverlässig. Kollegen, die sich nur in ihre Arbeit stürzen, fallen vergleichsweise oft aus und machen – vermeidbare – Fehler. Ihre Stärke liegt dagegen in Ihrer Zuverlässigkeit und Ausgeglichenheit.
Langfristige Perspektive – Unerfahrene Mitarbeiter haben meist nur die kurzfristigen Auswirkungen ihrer Handlungen im Blick. Im Unterschied dazu können Sie als erfahrener Mitarbeiter die mittel- und langfristigen Auswirkungen einer Veränderung eher einschätzen und beziehen diese bei Ihrer Beurteilung einer Strategie mit ein. Diese Einschätzung kann für ein Team wichtig sein, stellen Sie daher bitte sicher, dass Sie diese Aspekte in den Teamprozess einbringen können.
Perspektiv-Wechsel – Im Lauf der Jahre haben Sie wahrscheinlich in verschiedenen Abteilungen und Positionen gearbeitet. Daher fällt es Ihnen leicht, Probleme aus verschiedenen Perspektiven zu betrachten und die Auswirkungen einer Veränderung auf andere Abteilungen einzuschätzen. Diese Fähigkeit können Sie für das Unternehmen am besten in einer koordinierenden oder beratenden Funktion einsetzen. Klären Sie mit Ihrem Vorgesetzten, ob es solche Positionen in Ihrem Unternehmen gibt. Alternativ sollten Sie nach Wegen suchen, diese Fähigkeit in Ihrer aktuellen Position optimal nutzen zu können.